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100-jährige Lehrerin Madeline Scotto arbeitet immer noch


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Mathelehrerin mit 100 Jahren: die Lebensleistung der Madeline Scotto

dpa, Christina Horsten

Aktualisiert am 10.11.2014Lesedauer: 3 Min.
Sichtlich gerührt ist Madeline Scotto bei der Feier zu ihrem 100. Geburtstag in der St. Ephrem's Grundschule in New York.
Sichtlich gerührt ist Madeline Scotto bei der Feier zu ihrem 100. Geburtstag in der St. Ephrem's Grundschule in New York. (Quelle: dpa-bilder)
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Die 100-Jährige, die in die Schule geht und Matheunterricht gibt: Als Madeline Scotto auf die Welt kam, tobte der Erste Weltkrieg. Sie wurde Mathelehrerin in New York - und arbeitet mit inzwischen 100 Jahren immer noch an derselben Schule.

Einen Gehstock lehnt Madeline Scotto ab. "Dann kann ich nicht gleichzeitig meine Büchertasche tragen, und eine Büchertasche ist wichtiger." Dreimal die Woche verlässt Scotto also ohne Gehstock, aber mit Büchertasche ihr Haus tief im New Yorker Stadtteil Brooklyn und geht über die Straße zur St. Ephrem's Grundschule. Dort unterrichtet die zierliche Frau mit den kurzen weißen Haaren Mathematik - und das seit genau 60 Jahren.

Mitte Oktober ist Scotto 100 Jahre alt geworden. "Das ist einfach so passiert. Man merkt das gar nicht. Ich hatte wohl sehr viel Glück."

"Senioren sind eine andere Art von Menschen"

Ein Grund aufzuhören ist ihr Alter für Scotto nicht. "Ich bete viel, ich arbeite sehr viel und ich bin glücklich." Die Arbeit an der Schule halte sie zudem jung - wie eine Seniorin fühle sie sich überhaupt nicht, sagt Scotto, und sie kenne auch gar keine Gleichaltrigen. "Senioren scheinen mir eine andere Art von Menschen zu sein als ich es bin."

Als Scotto im Oktober 1914 auf die Welt kam, war in Europa gerade der Erste Weltkrieg ausgebrochen. Als sie 1928 als Teil der ersten Schülergruppe die St. Ephrem's Grundschule absolvierte, an der sie heute lehrt, bestand diese Gegend von Brooklyn noch hauptsächlich aus Feldern und Bauernhöfen. Mehr als 80 Jahre später nennt sich die Gegend Dyker Heights, ist dicht besiedelt und hauptsächlich von chinesischen Einwanderern geprägt.

Scotto fing 1954, nachdem sie fünf Kinder zur Welt gebracht hatte, als Lehrerin an St. Ephrem's an - da war Dwight Eisenhower US-Präsident und Deutschland hatte gerade seine erste Fußballweltmeisterschaft gewonnen. "Ich kam an die Schule, und sie wollten mich einfach nicht mehr gehen lassen."

Der Star der Schule

Bis heute ist Scotto, die sich stets in eleganter Kleidung und mit Schmuck zeigt, der Star der Schule. "Sie hellt jeden Raum auf, wenn sie hereinkommt", sagt Direktorin Annamarie Bartone. "Sie ist einfach großartig, und die Kinder lieben sie."

Scotto gibt inzwischen keinen regulären Matheunterricht mehr, sondern konzentriert sich darauf, die Kinder in regelmäßigen Kursen auf die in den USA sehr beliebten Mathe-Wettbewerbe vorzubereiten. "Ich denke nie an ein Kind als Gewinner oder Verlierer. Hauptsache, es gibt sein Bestes", erklärt Scotto dem New Yorker Lokalportal dnainfo.com.

Emotionale Geburtstagsfeier

Zum Geburtstag haben alle Klassen gemeinsam eine große Party in der Turnhalle für sie geschmissen, mit Kuchen, Luftballons, Gedichten, Liedern und einem kurzen Film. Mit Worten wie "lieb", "ehrlich", "fröhlich", "klug", "überirdisch" und "anregend" beschreiben die Schüler ihre 100 Jahre alte Lehrerin und die sitzt mittendrin und wischt sich mit einem Taschentuch die Tränen der Rührung aus den Augenwinkeln.

"Sie sind so eine süße Lady", sagt ein kleines Mädchen. "Sie zeigen uns, wie man das Beste aus seinem Leben macht, und wir lieben Sie." Gestützt von einer Kollegin steht Scotto auf und ergreift das Mikrofon. "Ich kann Euch allen gar nicht genug danken. Das ist unglaublich. So etwas wird niemals mehr irgendjemand irgendwo erleben."

Ihre Kinder sind fast alle im Ruhestand

Scottos Mann, mit dem sie um die ganze Welt und auch nach Deutschland ("So ein schönes Land!") reiste, starb 1999. Ihre fünf Kinder sind, anders als sie selbst, inzwischen fast alle im Ruhestand: "ein Riesen-Witz in der Familie". Neun Enkel und 16 Großenkel hat Scotto außerdem. Zu ihrem 100. Geburtstag waren sie alle gemeinsam schick essen, mehr wollte die Mathelehrerin nicht.

"Ich brauche doch gar nichts. Mein Leben war so erfüllt."

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