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Wann fängt der Frühling endlich an?

Von dpa-tmn, jb

Aktualisiert am 20.03.2022Lesedauer: 4 Min.
Frau mit Kirschblüten: Im Frühling spielen unsere Gefühle verrückt.
Frau mit Kirschblüten: Im Frühling spielen unsere Gefühle verrückt. (Quelle: moodboard/getty-images-bilder)
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Wir alle bemerken es: Die Tage werden wieder länger und wärmer. Die Vögel werden hörbar und die Bäume tragen allmählich wieder ihr Grün. Aber der Frühling verändert nicht nur die Umwelt, sondern auch die Menschen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Wann ist Frühlingsanfang?
  • Warum spielen unsere Hormone verrückt?
  • Ist Vitamin D wichtig?
  • Warum sind wir im Frühling so müde?
  • Sind Frühlingsgefühle ein Ammenmärchen?

Schmetterlinge im Bauch und auf den Blumen, Sonne auf der Haut und im Herzen: Wenn die Zugvögel zurückkommen und es endlich wieder Frühling im Kalender wird, blühen nicht nur Pflanzen auf. Auch wir spüren die neue Jahreszeit. Doch beginnt der Frühling am 1. März? Die Antwort ist Jein.

Wann ist Frühlingsanfang?

Hier gibt es drei verschiedene Termine:

  • Kalendarischer Frühlingsanfang: Dieser Tag wird auch Astronomischer Frühlingsanfang oder Tagundnachtgleiche genannt. An diesem Datum sind Tag und Nacht exakt gleich lang. Weil sich die Neigung der Erdachse zur Sonne hin im Jahresverlauf ändert, entstehen die Jahreszeiten. Der Frühling auf der Nordhalbkugel beginnt dann, wenn die Sonne über dem Äquator exakt im Zenit steht und nach Norden "wandert". In diesem Jahr ist das am 20. März 2022 um 16:32 Uhr der Fall.
  • Meteorologischer Frühlingsanfang: Wetterkundler berechnen ihre Klimadaten vorzugsweise in ganzen Monaten. Für sie beginnt deshalb der Frühling am 1. März und endet am 31. Mai.
  • Phänologischer Frühling: Der Beginn des Frühlings lässt sich auch im heimischen Garten ablesen – je nachdem, welche Pflanze gerade blüht. Die Phänologie – griechisch für "Lehre von den Erscheinungen" – leitet daraus die einzelnen Frühlingsphasen ab. Wenn etwa Haselsträucher und Schneeglöckchen in Blüte stehen, ist der sogenannte Vorfrühling gekommen.

Besonders im Mittelalter richteten sich die Menschen eher nach dem phänologischen Frühling und führten noch heute teilweise gültige Bauernregeln ein.

Warum spielen unsere Hormone verrückt?

Genau wie Pflanzen wenden sich auch Menschen zur Sonne hin, sobald die ersten Strahlen durch die Wolken dringen. So ist es kein Wunder, dass die Menschen in Parks und Cafés strömen, sobald sich die Sonne nach dem Winter blicken lässt und die Tageslänge ansteigt.

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Im Frühjahr steht die Sonne wieder höher am Himmel, dadurch gelangen mehr Sonnenstrahlen auf die Haut und dringen in sie ein. Ist die UV-B-Strahlung erst mal in der dünnen Oberhaut angekommen, beginnt der Körper mit der Produktion eines lange unterschätzten Stoffes: Vitamin D.

Ist Vitamin D wichtig?

Eigentlich ist Vitamin D kein richtiges Vitamin, sondern ein lebenswichtiges Hormon. Mit der Nahrung können wir nicht genug aufnehmen, daher müssen wir regelmäßig ins Freie. Aus Studien mit U-Boot-Fahrern, die in ihrer Blechröhre wochenlang keine Sonne sehen, weiß man: Wir können Vitamin D zwar speichern. Aber der Vorrat reicht wohl nur für einige Monate. Spätestens nach dem dunklen Winter haben viele Deutsche einen Mangel – und sehnen sich nach Sonne.

Wie wertvoll Vitamin D ist, verrät schon der wissenschaftliche Name des Hormons: Calciferol, auf Deutsch "Kalkbringer". Das Hormon hilft, Kalk (Kalcium) dorthin zu transportieren, wo er gebraucht wird – in die Knochen und die Muskeln. Im Frühling steigt also unsere Muskelkraft, die Knochen werden dichter und damit stabiler. Ein Tag im Freien macht acht Tage ohne Sonnenlicht wett.

Warum sind wir im Frühling so müde?

Die Sonnenstrahlung wirkt aber nicht nur über das Licht, sondern auch über die Wärme. Einige Forscher erklären so die Frühjahrsmüdigkeit, die so manchen befällt. Man muss sich die ersten Frühlingstage demnach vorstellen wie eine sehr laue Dauersauna: Durch die Wärme weiten sich die Adern, der Blutdruck sinkt, wir fühlen uns zunächst müde und schlapp. Hat sich der Organismus einmal angepasst, ist es auch mit der Frühjahrsmüdigkeit vorbei.

Sind Frühlingsgefühle ein Ammenmärchen?

Bleibt noch das Rätsel der Frühlingsgefühle. Woran liegt es, dass wir uns bei diesem Ereignis frischer fühlen, fröhlicher und vielleicht auch attraktiver? Wir profitieren nicht nur von den Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Auch auf die Netzhaut im Auge fällt viel mehr Licht als im Winter; selbst der sonnigste Wintertag wird nur so hell wie ein trüber Tag im Sommer. Das Frühjahrslicht hemmt nun über Rezeptoren in der Netzhaut die Produktion von Melatonin im Hirn. Vor allem im Winter hat uns dieses "Schlafhormon" müde und schlapp gemacht.

Je weniger Melatonin gebildet wird, desto besser kann Serotonin wirken. Serotonin gilt als "Glückshormon", Depressive leiden unter einem Mangel daran. Je mehr Licht, desto mehr Serotonin. Der Frühling ist also eine Art kostenlose Lichttherapie.

Schadet uns der Frühling?

Ein Wermutstropfen hat der Frühling aber doch: Die so wichtige UV-B-Strahlung gibt es nur zusammen mit UV-A-Strahlung – und die lässt die Haut altern. Wir werden also zusehends faltiger, sind dabei aber kräftiger, glücklicher und gesünder. Oder, frei nach Hesse: Jedem Aufblühen wohnt ein Welken inne.

Beginnt der Frühling, wenn das Thermometer die 15-Grad-Marke knackt?

Nein, die Temperatur allein ist kein klares Kennzeichen für den Frühling. 15 Grad können sich nach einem langen Winter durchaus warm anfühlen. Dennoch "gibt es keine Definition eines Frühlingstags, die mit der Temperatur gekoppelt ist", erklärt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Ein Grund: Im März können auch niedrigere Temperaturen mit viel Sonne frühlingshaft erscheinen.

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In anderen Bereichen der Meteorologie existieren durchaus festgelegte Werte: Sommertage beginnen ab 25 Grad im Schatten, in Tropennächten rutscht das Thermometer nachts nicht unter 20 Grad. An Frosttagen ist es mindestens einmal kälter als null Grad. Und an Eistagen hält sich die Temperatur permanent unter null Grad Celsius.

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