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Corona-Schnelltests: Jeder fünfte fällt durch

Jeder fünfte fällt durch  

Was taugen unsere Schnelltests wirklich?

Von Christiane Braunsdorf

27.12.2021, 08:13 Uhr
Corona-Schnelltests: Jeder fünfte fällt durch. Corona-Schnelltest: Sind sie wirklich zuverlässig? (Quelle: Jochen Tack | picture alliance)

Corona-Schnelltest: Sind sie wirklich zuverlässig? (Quelle: Jochen Tack | picture alliance)

Unter 3G und 2G plus setzt Deutschland auf die Zuverlässigkeit der Schnelltests. Doch können sie uns wirklich weiterhelfen? Nur eingeschränkt, sagen Experten.

Schnelltests spielen in der Bekämpfung der Pandemie hierzulande eine große Rolle. Bundesweit gilt die 3G-Regel am Arbeitsplatz und im Bus- und Bahnverkehr. Wer also nicht geimpft oder genesen ist, muss ein negatives, tagesaktuelles Schnelltestergebnis vorweisen. Für den Freizeitbereich gilt die Orientierung an der Hospitalisierungsrate. Überschreitet sie die Zahl von sechs pro 100.000 Einwohner, sollen die Länder in bestimmten Einrichtungen 2G plus vorschreiben. Hier müssen dann auch Geimpfte und Genesene am Eingang ein negatives Testergebnis vorweisen.

Klar ist: Schnelltests gelten vielerorts als eine Art Einlassbedingung. Doch immer wieder wird von Corona-Ausbrüchen bei 3G-Zusammenkünften berichtet. Wie zuverlässig sind die Tests also?

Viele Tests erkennen Infizierte nicht

Bereits im März 2021 wertete ein internationales Netzwerk aus Wissenschaftlern und Ärzten 64 Forschungsarbeiten zur Genauigkeit von Schnelltests in einer sogenannten Metastudie aus. Das erschreckende Ergebnis des "Cochrane-Review": Symptomlos Infizierte – die in der Pandemie eine besondere Gefahr darstellen – wurden nur zu 58 Prozent als solche erkannt. Tests einiger Hersteller erkennen sogar nur 29 Prozent. Und selbst symptomatisch Infizierte werden von einem Produkt nur in 34 Prozent der Fälle erkannt. Offenbar ist die Qualität der Tests einiger Hersteller zweifelhaft.

Auch das Paul-Ehrlich-Institut bewertet in Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen die Qualität der Tests. Bei einer Untersuchung, die Anfang des Monats veröffentlicht wurde, fiel etwa jeder fünfte Schnelltest durch die Prüfung. Entscheidendes Kriterium auch hier: die Sensitivität, also die Empfindlichkeit der Tests, wie zuverlässig sie das Coronavirus nachweisen.

CT-Wert entscheidend

Nötig ist hier ein Wert von mindestens 75 Prozent, das heißt sie müssen mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit einen Infizierten als solchen erkennen. "96 Antigen-Schnelltests erfüllten die geforderten Kriterien, teilweise mit sehr guten Ergebnissen, 26 Tests boten nicht die geforderte Sensitivität", heißt es in der Studie.

Einige Produkte schnitten mit sehr gut ab und erreichten eine Sensitivität von 100 Prozent. Hier spielt der sogenannte CT-Wert eine große Rolle. Ein hoher CT-Wert bedeutet, dass eine Person eine niedrige Viruslast hat und wenig ansteckend ist. Ein niedriger CT-Wert sagt aus, dass eine Person eine hohe Viruslast hat und hoch ansteckend ist.

Richtlinie ist laut Robert Koch-Institut ein Wert von 30. Ist der Wert höher, deutet dies darauf hin, dass der Infizierte (noch) nicht ansteckend ist. Besonders gute Tests erkennen schon Infizierte mit einem CT-Wert von unter 25 oder auch zwischen 25 und 30 mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Zu den besonders guten Produkten zählten etwa:

  • "COVID-19 Antigen Speicheltest (Immunochromatographie)" von ulti med Products (Deutschland) GmbH 
  • "SARS-CoV-2 Ag Diagnostic Test Kit (Colloidal Gold)" von Shenzhen Watmind Medical Co. Ltd.  
  • "Toda Coronadiag Ag" von Toda Pharma.

Schlecht schnitten unter anderem diese Tests ab. Sie erkannten auch Menschen mit hoher Viruslast nicht als infektiös:

  • "Acro COVID-19 Antigen Rapid Test" von Acro Biotech Inc.
  • "Lionex COVID-19 Ag Rapid Test" von Lionex GmbH
  • "Covid-19 Antigen Test Cassette" von Xiamen Zhongsheng Langjie Biotechnology Co., Ltd.

Die vollständige Liste finden Sie hier. 

Inkorrekte Ergebnisse – vor allem falsch negative – können Betroffene irrtümlich in Sicherheit wiegen und auch zu Corona-Übertragungen und -Ausbrüchen führen. Experten fordern daher, in sensiblen Bereichen wie den Zugängen zu Pflege- und Altenheimen nur auf PCR-Testungen zu setzen.

Bislang können die Hersteller ihre Tests selbst zertifizieren, so die Autoren. Erst Mitte nächsten Jahres soll sich das ändern. Dann müssen sie unabhängig begutachtet sein, bevor sie auf den Markt kommen.

Verwendete Quellen:

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