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Mit diesen Tipps bringen Sie wieder Pepp in Ihre Beziehung

dpa, Bettina Levecke

16.06.2017Lesedauer: 3 Min.
Frust statt Lust: Bei vielen Paaren bleiben Romantik und Zweisamkeit mit der Zeit im Alltag auf der Strecke.
Frust statt Lust: Bei vielen Paaren bleiben Romantik und Zweisamkeit mit der Zeit im Alltag auf der Strecke. (Quelle: Ridofranz/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Jedes dritte Ehepaar trennt sich. Oft, weil auf lange Sicht im Alltag der Blick f├╝reinander verloren geht. Experten geben Tipps, wie Paare die H├╝rden des t├Ąglichen Trotts meistern.

Tags├╝ber gibt man sich die Klinke in die Hand, abends wird Organisatorisches besprochen. Romantisch ist das nicht, was in vielen Beziehungen ÔÇô vor allem mit Kindern ÔÇô zum Alltag geh├Ârt. "Der Trott aus Verpflichtungen f├╝hrt leider sehr h├Ąufig dazu, dass sich viele nicht mehr als Liebespaar, sondern nur noch als Team sehen", sagt Sascha Schmidt, Paarberater und Fachbuchautor aus M├╝nchen.

Kritische Phase zwischen 25 und 45

Besonders intensiv erleben das viele Paare in der Rush-Hour des Lebens, irgendwann zwischen 25 und 45 Jahren, wenn Beruf und Familie den Alltag mit besonders hohen Anforderungen belasten. Im Wunsch, allem gerecht zu werden, bleibt die Pflege der Paarbeziehung schnell auf der Strecke. "Man rutscht in einen Trott und verliert sich leicht aus den Augen", beobachtet Schmidt.

Zeit f├╝r N├Ąhe und Zweisamkeit finden

Ein St├╝ck weit sei das auch normal: "Wenn die Zeit des Verliebtseins vorbei ist, richtet jeder seinen Blick wieder st├Ąrker auf die eigenen Bed├╝rfnisse." Die Qualit├Ąt langj├Ąhriger Beziehungen bestehe dann darin, ein Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Bed├╝rfnissen zu finden, den Alltag gemeinsam zu meistern, aber eben auch Zeit f├╝r N├Ąhe und Zweisamkeit zu haben.

Aber das ist ziemlich knifflig, vor allem wenn Stress und Alltagsdruck in Streitereien m├╝nden und immer wieder die Stimmung d├Ąmpfen. Clemens von Saldern, Paartherapeut aus Berlin, sieht einen Hauptgrund f├╝r die hohe Scheidungsstatistik im fehlenden Know-how f├╝r die Beziehungspflege: "F├╝r unseren Beruf lassen wir uns alle jahrelang ausbilden, aber bei Beziehungen gehen wir davon aus, dass sie intuitiv funktionieren."

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Von Saldern r├Ąt dazu, sich intensiver mit der Frage auseinanderzusetzen, was eine gute Beziehung braucht. Manche Menschen seien zwar Naturtalente, f├╝r die meisten sei es aber hilfreich, sich mit Themen wie beispielsweise Streitmechanismen und positiver Kommunikation auseinanderzusetzen. "Mit dem richtigen Handwerkszeug lassen sich viele Stolperfallen im Alltag vermeiden und die Beziehung gezielt st├Ąrken."

Eine gute Beziehung braucht "D├╝nger"

Der Experte vergleicht Beziehungen mit einem Garten: "Wenn wir verliebt sind, legen wir bl├╝hende Beete an. Doch mit der Zeit vernachl├Ąssigen wir die Pflege, und alles verwildert." Beziehungen, die auf Dauer funktionieren sollen, brauchen aber "D├╝nger" und Zeit f├╝r die Pflege.

Der wichtigste Schritt, um wieder zueinander zu finden, sei deshalb, Freir├Ąume zu schaffen. Schmidt empfiehlt feste Auszeiten, mindestens einmal w├Âchentlich. "Das kann ein gemeinsamer Spaziergang sein oder auch einfach eine halbe Stunde auf dem Sofa."

Wichtig dabei: ganz f├╝r den anderen da sein, zuh├Âren oder auch gemeinsam schweigen. "Aber bitte nicht ├╝ber Familie oder Organisatorisches sprechen", sagt Schmidt.

Im Alltag helfe es auch, so oft wie m├Âglich f├╝r Verbindungen zu sorgen, zum Beispiel durch Rituale, wie jeden Morgen gemeinsam eine Tasse Kaffee zu trinken. "Oder man liest zusammen Zeitung und tauscht sich dar├╝ber aus", sagt von Saldern, der die Bedeutung von Kleinigkeiten betont. "Es muss nicht immer eine abendf├╝llende Veranstaltung sein."

Den Fokus auf die gl├╝cklichen Momente legen

Wieder achtsamer miteinander umzugehen empfiehlt auch Psychologin Christine Backhaus. Es sei ein h├Ąufiges Ph├Ąnomen in langj├Ąhrigen Beziehungen, dass der Blick viel zu stark auf den negativen Dingen liege. "Man wei├č selten, was Gl├╝ck ist, aber man wei├č meistens, was Gl├╝ck war", zitiert die Psychologin einen Satz der franz├Âsischen Schriftstellerin Fran├žoise Sagan.

Backhaus empfiehlt, die kleinen wertvollen Momente der Paarbeziehung wieder st├Ąrker wahrzunehmen und auch zu benennen: "Sagen Sie sich gegenseitig viel ├Âfter, was Sie am anderen sch├Ątzen oder gerade gut finden."

Mehr als nur ein Kuss

Die Paartherapeut von Saldern betont, wie wichtig die k├Ârperliche Begegnung ist. Oft reiche es im Alltag nur f├╝r einen fl├╝chtigen Kuss. "Wir brauchen aber mehr, um uns nah zu f├╝hlen." Vielen Paaren falle es schwer, sich wieder intensiver aufeinander einzulassen. "Dann kann man versuchen, bewusst f├╝r kleine Ber├╝hrungen zu sorgen oder sich mal eine Sekunde l├Ąnger zu k├╝ssen."

Freiraum und Offenheit sind wichtig

F├╝r Spannung und Reiz sei es auch wichtig, nicht zu viel aufeinander zu hocken, gibt Psychologin Backhaus zu bedenken: "Viele Paare, die an Trennung denken, sind sich eigentlich viel zu nah." Sie r├Ąt deshalb dazu, neben der Zeit f├╝r Zweisamkeit auch Freir├Ąume f├╝r jeden Einzelnen zu erm├Âglichen: "Man muss sich auch mal vermissen."

Sascha Schmidt betont, wie wichtig es au├čerdem ist, Schwierigkeiten anzusprechen. "Viele Paare machen den Fehler, dass sie Probleme unter den Tisch fallen lassen, zum Beispiel weil sie die Auseinandersetzung vermeiden wollen, wenn das Leben sowieso schon anstrengend ist." Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben, auf die Dauer sammelt sich eine immer gr├Â├čere Frustmenge an.

Mit Ich-Botschaften und der Vermeidung von Vorw├╝rfen gehe man auf Nummer sicher, den anderen nicht in die Angriffshaltung zu treiben. "Eine Kunst, die besonders Frauen lernen m├╝ssen", sagt Backhaus.

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