Meinung
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Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung ĂŒbernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Warum Ihre Beziehung Ihren Sex verschlechtert

  • Jennifer Buchholz
Eine Kolumne von Jennifer Buchholz

Aktualisiert am 29.08.2017Lesedauer: 6 Min.
PĂ€rchen kĂŒsst sich im Bett
KĂŒsse: Liebesbekundungen und ZĂ€rtlichkeiten nehmen im Laufe einer Beziehung ab. (Symbolbild) (Quelle: domoyega/getty-images-bilder)
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Mit 30 Ă€ndert sich vieles. Einiges wird besser. Einiges wird schlechter – vor allem der Sex. Das geben zumindest die meisten bei der Umfrage eines Datingportals an. Schuld sollen Beziehungen sein. Aber warum das?

Angeblich wird ab 30 alles schlechter. Der Körper zeigt die ersten Gebrechen – RĂŒckenschmerzen, Kopfschmerzen –, graue Haare mehren sich und die Lebenseinstellung und das soziale Umfeld Ă€ndern sich. Die Quarterlife-Crisis bahnt sich bei vielen an. Dabei ist nicht alles schlecht: Der Sex zum Beispiel soll laut Wissenschaftlern besser werden. Aber Moment! Eine Umfrage mit 10.000 Ü-30-JĂ€hrigen widerlegt diese Aussage. Was stimmt denn jetzt?


Fotoserie: Zehn No-Gos beim Sex

Üble GerĂŒche: Ein absolutes No-Go ist mangelnde Körperhygiene. Den meisten Frauen vergeht bei Schweiß- und Rauchgeruch tatsĂ€chlich die Sexlaune. Bevor Sie zu Ihrer Liebsten ins Bett steigen, sollte daher Zeit fĂŒr eine Dusche sein.
Technische GerÀte im Bett: Wenn er ins Bett kommt und sein Handy oder seinen Laptop dabei hat, um kurz mal Mails zu checken oder die Mailbox abzuhören, sehen Frauen rot.
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Zufrieden bis 30

Laut einer Umfrage des Onlineportals soll der Sex zwischen 20 und 30 Jahren am meisten zufriedenstellen. Klar, schließlich weiß man schon einigermaßen, wie der Hase lĂ€uft, dennoch gibt es noch immer Einiges zu entdecken. Außerdem gehört man nicht mehr zu den AnfĂ€ngern und hat den Dreh etwas raus. Doch laut Umfrage soll sich die sexuelle Zufriedenheit ab 30 deutlich verringern. MĂ€nner (54 Prozent) sind sogar unzufriedener als Frauen (47 Prozent), vor allem, wenn sie in einer Beziehung leben. Dann rĂŒcken Serien und Co. in den Vordergrund.

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Ohnehin zeigt die Studie, dass eine Beziehung negative Auswirkungen auf das eigene Sexleben haben soll. So soll knapp jeder dritte Ehemann und jeder vierte Mann mit einer festen Freundin sexuell unzufrieden sein. Besonders die mangelnde Erotik, wenig Abwechslung und Neues sowie fehlenden wirklich "guten Sex" bemĂ€ngeln viele Herren der Schöpfung. Frauen möchten sich – laut Umfrage – hingegen entwickeln und selbst verwirklichen. Allgemein sinkt ihre Lust am Sex mit dem eigenen Partner mit den Jahren.

Trotz der niederschmetternden Werte sollen die meisten Frauen und MĂ€nner zufrieden in ihrer Beziehung sein und wĂŒrden ihre bessere HĂ€lfte auch trotz schlechten oder seltenen Sex nicht verlassen (64 Prozent). Zumindest, wenn der Rest stimmt.

Flaute im Bett wegen der Beziehung?

Neben der mangelnden Erotik, Experimentierfreudigkeit oder dem schwindenden Interesse am eigenen (scheinbar langweilig gewordenen) Partner oder eingefahrenen Geschlechtsverkehr sind teilweise auch Kinder ein Hauptgrund fĂŒr viele Paare, weshalb der Spaß im Bett auf das Minimalste reduziert wird: Laut Elitepartner schlafen Eltern nicht mal einmal im Monat miteinander.

Eine Beziehung ist allerdings nicht unbedingt ein Sex-Killer, denn: Es wurden auch Singles befragt. Von ihnen hatten die meisten weniger als einmal im Monat Geschlechtsverkehr. Woran liegt es dann? Schließlich ist in einer Beziehung der passende SpielgefĂ€hrte fĂŒr den Matratzensport fast immer da und muss nicht erst kennengelernt oder abgeschleppt werden. Und das Alter? Auch nicht! Schließlich haben Frauen ab 36 Jahren den besten Sex ihres Lebens.

Woher kommt die Flaute?

In einer Beziehung muss der Sex – auch nach Jahren – nicht schlechter werden. Das zeigen zahlreiche weitere Studien. So sollen vor allem Frauen ihren sexuellen Höhepunkt ab 36 Jahren erleben.

Einige Experten erklĂ€ren diese Wandlung wie folgt: Im Laufe der Beziehung Ă€ndert sich der Hormonhaushalt der Frau. Sie verliert das sexuelle Interesse am eigenen Partner. ZusĂ€tzlich sollen sich die Damen nach einiger Zeit angeblich vernachlĂ€ssigt fĂŒhlen und fremdgehen. Das kann aber nicht nur das Problem sein! Wahrscheinlicher ist: mangelnde Kommunikation und falsche Ratgeber. Warum das?

MĂ€nner teilen ihren Partnerinnen teilweise gar nicht mit, was sie sich im Bett wĂŒnschen. Und wenn sie es doch sagen, dann oft nicht durch die Blume, sondern gerade heraus. Die Folge: Die Frau bezieht es auf sich, versteht es falsch, schmollt. Sex gibt es dann erst recht nicht.

Auch Frauen sind schweigsam, was das Äußern ihrer WĂŒnsche angeht. "Er hört mir ja eh nicht zu.", "Es interessiert ihn nicht", "Ob ich es ihm sage oder peng." ZusĂ€tzlich gibt es auch Ratgeber – neulich erst wieder von GynĂ€kologen in einem Fachmagazin –, die genau das raten: nicht kommunizieren. Bitte? Ja! Der Mann soll durch das Schweigen und Schmollen seiner Partnerin erahnen, dass sie unzufrieden in der Beziehung und dem Sexleben ist. Klar, MĂ€nner können ja auch Gedanken lesen.

Also, was können Sie tun? Ein paar Ideen haben wir fĂŒr Sie natĂŒrlich im GepĂ€ck.

Übrigens: AttraktivitĂ€t zĂ€hlt fĂŒr die meisten nicht als Grund, keinen Sex zu haben.

Wie bekommen Sie mehr oder besseren Sex?

Seien Sie direkt! Weder MĂ€nner noch Frauen können Gedanken lesen. Wenn Sie unzufrieden mit Ihrem Intimleben sind, sollten Sie das Ihrem Partner mitteilen und es ihm nicht verschweigen. Dabei kommt es allerdings auch auf die Art der Kommunikation an. MĂ€nner wĂŒnschen klare Ansagen, ohne Schnörkel. Frauen bevorzugen es hĂ€ufig, bestimmte Angelegenheiten durch die Blume zu hören. Hier ist bei heiklen Themen hĂ€ufig FingerspitzengefĂŒhl gefragt, damit Sie nicht ins FettnĂ€pfchen treten.

Seien Sie kreativ! FĂŒr die meisten Paare besteht Sex ausschließlich aus Vaginalverkehr (97 Prozent). Nicht nur die Art ist dabei stets gleich, auch das Muster und den exakten Ablauf kennen beide schon in- und auswendig. GĂ€hn! Kein Wunder, dass die schönste Nebensache zur langweiligsten und unbeliebten BeschĂ€ftigung wird. Dabei ist das Liebesspiel wesentlich vielseitiger: Oralverkehr, Handjobs und Tantra gehören ebenso dazu wie die Variation der Location: Anstatt lediglich Laken zu zerwĂŒhlen können Sie auch mal auf den Esstisch, die Waschmaschine oder das Auto zurĂŒckgreifen.

Seien Sie vielseitig! Gehen Sie beim Vorspiel und beim Geschlechtsverkehr nicht auf Sparflamme, sondern versuchen Sie, möglichst viele Sinne anzuregen: Neben der Stimulation ĂŒber Ihre Haut können Sie auch mit GerĂŒchen (DĂŒfte), visuellen Wahrnehmungen (Licht), GerĂ€uschen (Musik) sowie Ihrem Geschmacksinn und Ihrer Zunge fĂŒr zusĂ€tzliche Anreize sorgen. Ein weiterer Pluspunkt: Werden mehrere Sinne angeregt, kann sich das Gehirn nur noch schwer auf Alltagsprobleme und Arbeitsstress fokussieren. Ablenkung pur. Aber Achtung: SinnĂŒberflutung ist eher kontraproduktiv. Schaffen Sie die Sinnesanreize nacheinander.

Seien Sie aktiv! Sie mögen es nicht, wie und wo Ihr Partner Sie berĂŒhrt? Dann machen Sie es vor. FĂŒhren Sie seine/ihre Hand an die richtigen Positionen oder zeigen Sie, wie Sie verfĂŒhrt und geliebt werden wollen, indem Sie sich vor ihm/ihr selbst befriedigen. Erfordert zwar etwas Mut, wirkt aber anregend fĂŒr beide und zeigt ohne Umwege, was Sie im Bett mögen.

Seien Sie kommunikativ! Neben offenen GesprĂ€chen ĂŒber WĂŒnsche und Vorstellungen beim Sex sollten Sie auch Sex-Talk oder Sexting (SMS, die Lust auf mehr machen) in Ihre Beziehung integrieren. Und: Mit dem Sex-Talk regen Sie optimal die grauen Zellen Ihres Partners an, sodass dieser an nichts anderes mehr als an Sex denken kann.

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Seien Sie neugierig! HĂ€ufig ist das Liebesspiel schon so eingefahren, dass beide bereits bei einem bestimmten Blick oder Kuss des anderen schon wissen: Jetzt gibt es Sex. Wie ermĂŒdend. Versuchen Sie daher Ihren Partner auf unterschiedliche Arten zu verfĂŒhren. Überraschen Sie ihn mit einem Strip, neuen Dessous oder einem Spielzeug. Wenn er oder sie auf all das nicht steht, gehen Sie auf Entdeckungstour: Anstatt der bereits bekannten erogenen Zonen gibt es vielleicht Bereiche, von denen Ihr Partner noch nicht wusste, dass diese ebenfalls zur prickelnden Ektase fĂŒhren können. Ein Tipp: Die Atmung, die Körperspannung und auch mögliche GĂ€nsehaut sagen viel darĂŒber aus, ob es gefĂ€llt oder nicht.

Seien Sie auch mal weg / rar / selbststĂ€ndig! Klammern und Kontrolle tut den wenigsten Beziehungen gut. MĂ€nnern und Frauen (mehr als 50 Prozent) sind die eigenen FreirĂ€ume wichtig: Hierzu zĂ€hlen Hobbys, Treffen mit Freunden und Zeit fĂŒr sich selbst zu haben. Diese kleine Pause sorgt nicht nur dafĂŒr, Probleme mit etwas Abstand betrachten zu können, sie macht auch wieder Lust auf NĂ€he – schließlich vermisst man das, was man nicht immer haben kann.

Zwingen Sie sich zu Ihrem GlĂŒck

Auch wenn Sex mit der Dauer einer Beziehung in den Hintergrund rĂŒckt, ist es doch ein wichtiger Kitt fĂŒr die Beziehung. Die NĂ€he, die Zuneigung und die IntimitĂ€t sind – neben dem Kuschelhormon Oxytocin wichtig fĂŒr die Bindung.

Sie haben noch immer keine Lust? Dann zwingen Sie sich. Warten Sie nicht ab, ehe sich etwas tut oder die Lust von alleine kommt. Sie mĂŒssen schon aktiv sein. Dabei muss es nicht gleich ein ausgedehntes Sexabenteuer sein, ein Quickie kann ebenso befriedigen und Lust auf mehr machen. Und wer weiß, vielleicht öffnet dieser kurze Trip ja die "BĂŒchse der Pandora" und macht Lust auf mehr?

Anmerkung: Das Problem bei derartigen Umfragen ist ja meist, dass sie nicht wirklich die RealitĂ€t widerspiegeln. Nur wer an der Umfrage teilnehmen will, wird gefragt. Und: Nur die Person weiß dann auch, wie wahr ihre eigenen Aussagen sind. Schließlich wurden Nutzer einer Online-Partnerbörse gefragt. Wer hier weiterhin angemeldet bleibt und "sucht", obwohl er in einer Beziehung ist, ist ohnehin nicht ganz zufrieden.

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Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online.de, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe" ĂŒber Liebe, Partnerschaft und Sex.

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