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Sexy "trotz" Kinder: Was sind eigentlich MILFs und DILFs?

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MEINUNGKolumne "Lust, Laster und Liebe"  

Was sind eigentlich Milfs und Dilfs?

Eine Kolumne von Jennifer Buchholz

07.06.2018, 10:16 Uhr
Sexy "trotz" Kinder: Was sind eigentlich MILFs und DILFs?. Sinnliche Frau in weißer Tunika (Quelle: Getty Images/Alexei Cruglicov)

Sinnliche Frau: Attraktivität und Anziehung sind keine Frage des Alters. (Symbolbild) (Quelle: Alexei Cruglicov/Getty Images)

Milfs und Dilfs scheinen zurzeit allgegenwärtig. Selbst Erzieher sind verwirrt: "Da glaubst du, die ältere Schwester holt das Kind ab, und dann ist es die Mutter!" Ein neuer Trend? Ja! Und zwar ein guter.

Als ich neulich am Flughafen in der Schlange fürs Boarding stand, fiel mir eine Frau auf: Sie sah sehr gut aus und hatte diese gewisse Ausstrahlung. Ich war nicht die Einzige, die sie musterte. Männer, aber auch Frauen, beobachteten sie. Einige versuchten zu flirten, andere wiederum schauten neidisch. "Mama, Mama! Wann geht es endlich los?", fragte plötzlich ein Kind die Frau. Wow! Die Frau sieht umwerfend aus und ist Mutter – eben eine "Milf".

Das Phänomen Milf ("Mum I’d like to fuck") oder auch Dilf ("Daddy I’d like to fuck") kommt ursprünglich aus der Pornoindustrie und bezeichnet Mütter oder Väter mit einer besonders hohen, sexuellen Anziehungskraft. Doch ist das ein neuer Trend? Sehen Mütter und Väter heutzutage einfach besser aus? Jedenfalls ist laut einer Studie des Sexfilme-Portals Pornhub.com der Suchbegriff "Mom" in Deutschland auf dem 3. Platz; und auch weltweit ist der Suchbegriff "Milf" auf Platz 3. Mütter werden also immer begehrter oder begehrenswerter. Oder kommt mir das nur so vor?

Kompliment oder Beleidigung?

Milfs sind besonders durch den Film American Pie und Pornos bekannt geworden. Dort werden attraktive Frauen, die über 40 oder 50 Jahre alt sind, als Milf "Mum I’d like to fuck" bezeichnet – häufig von den Freunden der Söhne. Was die eigenen Kinder schockiert und ekelt, fassen einige Mütter eher positiv auf: "Ein jüngerer Mann steht auf mich. Ich bin also noch für andere Generationen sexuell anziehend." Zu Beginn wurden Frauen mit diesem Begriff also ausschließlich auf ihre Sexualität und ihr Mutterdasein reduziert.

Mittlerweile kann die Bezeichnung Milf oder Dilf auch ein Kompliment sein. Wird doch damit ausgedrückt, dass Frau oder Mann auch mit 40 oder 50 noch mit den jungen, knackigen Zwanzigjährigen mithalten kann. Moment mal: Mithalten? Das klingt nach Arbeit und Stress! Warum sollten sich Mütter oder Väter das antun? Ganz einfach: weil es ihnen selbst gut tun kann. 

Stars leben es vor

Es ist keineswegs Zufall, dass heutzutage mehr Milfs und Dilfs unterwegs sind. Es ist ein Trend, den uns auch die Stars und Sternchen vorleben: Wenige Wochen nach der Geburt eines Kindes beginnt wieder langsam das Sportprogramm. Mit bestimmten Übungen und Wellnessanwendungen werden der Bauch und die Brüste zurück in Form gebracht und das Kind zum Kindermädchen oder zu Oma gegeben, damit man selbst noch genug Schlaf bekommt. Stars und Models wie Heidi Klum machen es vor und zeigen, dass es funktionieren kann. Okay, dabei hatte sie Unterstützung.

Normale Menschen haben gar nicht die Möglichkeit dazu. Schließlich sollen Mütter und Väter lieber die Zeit mit ihrem Kind, das viel zu schnell groß wird, genießen, denken Sie? Ja, dabei dürfen sich Eltern aber selbst nicht vernachlässigen, sondern an ihre eigenen Bedürfnisse und ihr Wohlergehen denken. Und genau dieser Gedanke ist das, was Eltern von Milfs und Dilfs lernen können: Mütter und Väter sollen nicht in ihren klischeehaften Rollenbildern versacken – einfach nach dem Motto: Jetzt gibt es nur noch Arbeit und Familie. Nein! Eltern sollten sich selbst und ihre sexuellen Gelüste zurückerobern oder beibehalten. Denn sich um sich selbst zu kümmern, die Beziehung zur eigenen Person zu pflegen und die eigenen Bedürfnisse und Gelüste zu spüren und auf diese eingehen zu können, ist keine lästige Pflicht – es ist ein Geschenk für einen selbst und trägt zum Wohlbefinden und der Gesundheit bei. 

Anstatt also die ganze Liebe und Zeit dem Kind zu widmen, ist es wichtig, auch sich selbst zu lieben und für das eigene Wohlbefinden zu sorgen. Dazu zählen neben Ernährung und Sport auch Freizeitaktivitäten, Freunde treffen und natürlich Sex. Das alles hilft dabei, dass Eltern sich selbst wieder etwas mehr in den eigenen Fokus stellen. Die Folge sind: Zufriedenheit, Ausstrahlung und das gewisse Etwas, das Mütter und Väter zu Milfs und Dilfs macht. Ein weiterer toller Nebeneffekt: Wenn Mama und Papa mit sich selbst zufrieden sind, kommt das auch ihrer Beziehung zugute und das sehen und spüren auch ihre Kinder.

Die zweite gute Seite dieses Trends ist, dass es heutzutage nicht mehr verrufen ist, wenn sich Mütter und Väter vermehrt Zeit für sich selbst und ihren Körper nehmen. Was damals die Schlüsselkinder waren, ist heute der selbstständige, erwachsene Nachwuchs – wer damals als Rabenvater oder -mutter bezeichnet wurde, ist heute ein Erwachsener in den besten Jahren, der weiterhin sein Leben genießt und für sich selbst einsteht.

Sind Milfs und Dilfs Vorbilder?

Die Bezeichnungen Milf und Dilf haben sich sicherlich geändert. Vor einigen Jahrzehnten waren die Begriffe nur auf die Sexualität beschränkt. Heutzutage gilt die Wertschätzung zusätzlich für Mütter und Väter, die trotz Job und Familie noch auf sich und ihre Gesundheit achten, zum Sport gehen und das Leben genießen. Wenn diese Eigenschaften nicht attraktiv sind!

Allerdings, Hand aufs Herz: Milfs und Dilfs bleiben für viele auch jetzt noch weiterhin nur Sexfantasien. Denn wenn das Date bei der Partnersuche erwähnt, dass noch ein Kind eine Rolle in seinem/ihrem Leben spielt, sinkt das Interesse bei vielen Singles abrupt. Teilen und immer nur die zweite Geige in einer Beziehung spielen ist für viele vor allem am Anfang der Partnerschaft eher abschreckend und gar nicht sexy.

Anstatt vor seinem bereits vorhandenen Nachwuchs zurückzuschrecken, sollten Singles daran denken, wie gestanden das Date im Leben steht und mit sich selbst im Reinen ist. Wie Heidi Klum.

Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online.de, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe" über Liebe, Partnerschaft und Sex.

Verwendete Quellen:
  • Pornhub Research 2017
  • eigene Recherche

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