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Selbstbefriedigung während der Arbeit – ein Skandal?


Selbstbefriedigung während der Arbeit – ein Skandal?

  • Jennifer Buchholz
Eine Kolumne von Jennifer Buchholz

02.12.2020Lesedauer: 2 Min.
Meinung
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Selbstbefriedigung: Laut einer Umfrage kommt es recht häufig zum Solosex im Job.
Selbstbefriedigung: Laut einer Umfrage kommt es recht häufig zum Solosex im Job. (Quelle: Rawf8/getty-images-bilder)

Entspannung, Motivation, Produktivität: Im Beruf können diese Punkte sehr wichtig sein. Und gleich alle drei kann Masturbation mit sich bringen. Sollte man sich daher auch während der Arbeit ab und zu selbst befriedigen? Möglich wäre dies durch Homeoffice ja jetzt.

"Skandal! Bekannter US-Journalist masturbiert während einer Videokonferenz." Haben Sie diese Nachricht in den vergangenen Wochen auch gelesen? Wenn nicht, kommt hier eine kurze Zusammenfassung des Vorfalls: Während einer Videokonferenz mit seinen Kollegen öffnet Jeffrey Toobin, Rechtsexperte des "The New Yorker", seine Hose und beginnt, sich selbst zu befriedigen. Sowohl das Mikrofon als auch die Kamera waren eingeschaltet. Wie kann das passieren? Laut Toobin handelte es sich bei dem Vorfall um einen peinlichen Fehler. Er hatte schlichtweg "vergessen", das Mikrofon und die Kamera zu deaktivieren.

Abgesehen davon, wie man das vergessen kann, ergeben sich doch zwei weitere Fragen: Wer masturbiert während der Arbeit – vor allem während eines Meetings? Und warum?

Masturbation im Job – keine Seltenheit

Laut einer Umfrage des Magazins "Time Out New York" kommt es recht häufig zum Solosex im Job: So gaben 39 Prozent der befragten Männer zu: "Ja, ich befriedige mich während meiner Arbeitszeit selbst." Das ist mehr als jeder Dritte! Und die Umfrage fand noch vor der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden Trend zum Homeoffice statt. Die Zahl könnte daher inzwischen höher sein. Schließlich ergeben sich durch die Heimarbeit wesentlich mehr Chancen, seinen eigenen, sexuellen Gelüsten umgehend nachzugehen.

Solosex während der Arbeit – eine gute Idee

Doch ist es wirklich so gut, sich im Homeoffice selbst zu befriedigen? Laut Urologe und Tenga-Botschafter Volker Wittkamp hat Masturbation zahlreiche Vorteile. Einer davon: Masturbation entspannt und ist daher ein ideales Mittel zur Stressbewältigung. Aus diesem Grund ermutigt der Experte seine Patienten auch, sich häufiger selbst zu befriedigen. Allerdings mit einer Einschränkung: Es sollte nicht in der Öffentlichkeit passieren. Dementsprechend auch nicht während einer Videokonferenz beispielsweise mit den Kollegen oder Geschäftspartnern. Also auch nicht während der Arbeitszeit?

Der Psychologe Mark Sergeant, Professor an der britischen Nottingham Trent University, sieht durchaus Vorteile, im Job auch mal eine Art "Masturbationspause" einzulegen. Es sei eine "großartige Form der selbst motivierenden Belohnung". Dabei sei es jedoch wichtig, dass es hierdurch nicht zur Belästigung anderer kommt.

Dieselben Aspekte nannten übrigens auch die Befragten als Gründe für ihre regelmäßige Masturbationspause.

Es kommt auf die Zeit an

Das klingt doch alles nach einem Plädoyer für Masturbation in der Arbeitszeit? Nein! Denn einen wichtigen Punkt gibt es da noch: Laut Rechtsanwälten ist die Selbstbefriedigung während der Arbeitszeit ebenso unzulässig wie beispielsweise privates Surfen im Internet, private Telefonate oder Ahnliches. Zudem kann es als sexuelle Belästigung gewertet werden. Folglich ist Solosex im Job ein Kündigungsgrund – wie auch Jeffrey Toobin erfuhr.

Statt also seinen Job aufs Spiel zu setzen, sollte man bei Konzentrations-, Motivationsmangel oder Stress lieber auf ein anderes, ebenso effektives Mittel setzen: kleine, zweiminütige Dehn- und Streckübungen beispielsweise – insofern Kurzpausen während Ihrer Arbeitszeit gestattet sind. Sie sind zwar anstrengender, aber sicherlich für die berufliche Karriere besser.

Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe" über Liebe, Partnerschaft und Sex.

Verwendete Quellen
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