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Schafft den Valentinstag ab!

MEINUNGKolumne "Lust, Laster und Liebe"  

Schafft den Valentinstag ab!

Schafft den Valentinstag ab!. Valentinstag: Dreht sich am 14. Februar alles nur noch um Geschenke? (Quelle: t-online/Farknot_Architect)

Valentinstag: Dreht sich am 14. Februar alles nur noch um Geschenke? (Quelle: Farknot_Architect/t-online)

Herzen, Blumen und ganz viel Liebe: Dafür steht der Valentinstag. Für manche ein wichtiger Tag, für andere ein wahrer Graus. Aber für die meisten ist es ein Tag wie jeder andere. Warum schaffen wir den Valentinstag dann nicht einfach ab?

Schon kurz nach Silvester schwingt der Handel die Romantik-Keule: Schließlich steht Valentinstag vor der Tür. Und nur, wer seine/n Liebste/n an diesem Tag mit Pralinen, Blumen und anderen Aufmerksamkeiten überhäuft, liebt ihn/sie wirklich. Zumindest vermitteln das die Slogans in den Prospekten, auf Werbebannern und Co. Doch um Liebe geht es dem Handel nicht. Vielmehr steckt bares Geld dahinter – schließlich zählt der Valentinstag zu den umsatzstärksten Ereignissen im Jahr.

Einige fühlen sich ohne Valentins-Trara nicht geliebt

Die Absichten des Handels sind nicht unbekannt. 20 Prozent der Frauen und Männer wissen, dass es am 14. Februar vorrangig um den reinen Kommerz geht. Allerdings gibt es auch fast genauso viele, die diesen Tag richtig zelebrieren (Frauen: 24 Prozent, Männer: 25 Prozent). Ja, für einige (4 Prozent) muss es am 14. Februar sogar ein ganz besonderes Spektakel geben – andernfalls fühlten sie sich nicht geliebt, so das Ergebnis einer Umfrage der Partnervermittlungsplattform Parship zusammen mit der Statista GmbH. Etwas mehr als die Hälfte (Frauen: insgesamt 57 Prozent, Männer insgesamt 55 Prozent) ist der Valentinstag allerdings egal. Sie brauchen kein spezielles Datum, um ihre Liebe zu zeigen. Viel lieber verbringen sie mehrere romantische Abende unter der Woche mit ihrem Partner.

Sie finden den Valentinstag also überflüssig. Und genau das ist er auch.

Der Valentinstag ist falsch

Der moderne Valentinstag gehört abgeschafft, denn er ist nicht mehr das, wofür er eigentlich stand! Ursprünglich wurde der 14. Februar dem heiligen Valentinus gewidmet. Laut Legende soll der Priester während des Römischen Reiches verbotenerweise Soldaten getraut und trotz Christenverfolgung Gottesdienste veranstaltet haben. Ab dem 14. Jahrhundert wurde der Tag des heiligen Valentinus zunehmend mit der romantischen Liebe in Verbindung gebracht. Im Laufe der Zeit entwickelte  sich – vor allem in England – daraus der Brauch, seinem Partner mithilfe von Geschenken wie Blumen oder Süßigkeiten seine Gefühle zu zeigen. Die romantische Liebe wurde zunehmend kommerzialisiert. Der Handel verdient also schon sehr lange an dem Tag der Liebe.

Anstatt sich der eigenen Beziehung zu widmen, sollten wir an diesem Tag vielmehr diejenigen feiern, die sich für ihre Liebe oder die Liebe anderer einsetzen, auch über religiöse und gesellschaftliche Verbote hinweg – seien es die Menschen, die homosexuellen Paaren in Osteuropa einen geschützten Ort zum Ausleben ihrer Beziehung geben, oder Organisationen, wie beispielsweise Love Commando in Indien, die Frauen und Männer vor der Zwangsverheiratung retten und mit ihrem Wunschpartner zusammenbringen. Sie zeigen uns, dass Liebe viel mehr ist als Geschenke und ein bestimmter Tag. Liebe ist Zusammenhalt, Verbundenheit, Aufopferung und nicht mit Geld aufrechenbar. 

Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online.de, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe" über Liebe, Partnerschaft und Sex.

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