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Trockene Haut im Alter: Die besten Pflege- und Beautytipps im Überblick


Mehr Fett, weniger Sonne
Trockene Haut im Alter: Die besten Pflege- und Beautytipps

  • Ann-Kathrin Landzettel
Von Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 17.02.2024Lesedauer: 4 Min.
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Für die Vorbeugung von Falten ist das regelmäßiges eincremen mit UV-Schutz wichtig.Vergrößern des Bildes
Für die Vorbeugung von Falten ist das regelmäßige Eincremen mit UV-Schutz wichtig. (Quelle: Jun/Getty Images)

Reife Haut ist anspruchsvoll, was die Hautpflege anbelangt. Wer auf die Bedürfnisse der alternden Haut eingeht, kann sogar Fältchen mildern.

Falten, Spannen, Juckreiz, Trockenheit und Rötungen können mit zunehmendem Alter häufiger auftreten. Darum ist die richtige Pflege bei reifer Haut essenziell. Was trockene Haut im Alter braucht und worauf es bei der Reinigung und Pflege ankommt, weiß die Hautärztin Dr. Ellen Meyer-Rogge aus Karlsruhe.

Wann beginnt die Haut zu altern?

Kaum zu glauben, aber wahr: Bereits ab Mitte 20 verändert sich die Haut. Sie wird zunehmend trockener und zeigt erste feine Linien. Ab Mitte 30 wird die Elastizität des Bindegewebes schwächer und die feinen Linien werden tiefer. Erste Falten zeigen sich auf der Haut – besonders im Gesicht. Dort ist die Haut durch die Mimik stark gefordert und zudem äußeren Einflüssen wie Sonne und Kälte ausgesetzt.

Je älter die Haut wird, desto mehr lassen Durchblutung, Spannkraft, Talgproduktion und Feuchtigkeitsgehalt nach. Weitere optische altersbedingte Veränderungen können auftreten, etwa Altersflecken und Alterswarzen.

Hautschutztipp: Haut-Check beim Hautarzt

"Da mit zunehmendem Alter auch das Risiko für Hautkrebs zunimmt, sollte man Leberflecken verstärkt im Blick behalten und sich an einen Hautarzt wenden, wenn die Hautveränderung größer wird, erhaben ist, verschiedene Pigmentierungen zeigt oder am Rand ausgefranst erscheint", rät Dr. Ellen Meyer-Rogge. "Auch kleine Stellen, die nässen, immer wieder bluten und nicht recht abheilen wollen, sind ein Warnzeichen, insbesondere für weißen Hautkrebs." Das Hautkrebs-Screening sei eine wichtige Vorsorgeuntersuchung zum frühzeitigen Erkennen von bösartigen Hautveränderungen beziehungsweise deren Vorstufen.

Pflegetipp für gesunde Haut: Sonnencreme nutzen

Ein weiterer wichtiger Schutz- und Pflegetipp für reifer werdende Haut ist: ein guter Sonnenschutz. UV-Licht gehört zu den größten Risikofaktoren für die Haut. Eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor hilft nicht nur, das Hautkrebsrisiko zu senken, sondern bremst auch die Hautalterung.

Verantwortlich für die Hautalterung ist vor allem UV-A-Strahlung. Sie ist langwelliger und dringt tief in die Haut ein, wo sie den Kollagenabbau der Haut beschleunigt. UV-B-Strahlung fördert zusätzlich Entzündungsprozesse und ruft DNA-Schäden hervor. "Ist die Haut ungeschützt der Sonne ausgesetzt, summiert sich die UV-Einwirkung über die Jahre. Hautalterung, Altersflecken und Hautkrebs können entstehen", erklärt Meyer-Rogge.

Beautytipps für reife Haut: weniger Alkohol, nicht rauchen

Neben Sonnenstrahlung zählen Alkohol und Rauchen zu den größten Gefahren für faltige und trockene Haut im Alter. Alkohol und Rauchen entziehen der Haut Feuchtigkeit, verschlechtern die Durchblutung, fördern Entzündungsprozesse und verlangsamen die Hauterneuerung. Die Haut sieht zunehmend grau und trocken aus und wirkt schlaff.

"Was Ihre Haut nährt, ist eine gesunde Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, guter Schlaf, eine auf die Bedürfnisse der Haut abgestimmte Pflege und auch mal eine durchblutungsfördernde Massage", sagt Meyer-Rogge. "Auch eine zucker- und salzarme Ernährung unterstützt das Hautbild."

Wie reinigt man alternde Haut richtig?

Reife Haut verliert zunehmend Feuchtigkeit und auch die Talgproduktion lässt nach. Die Haut wird im Alter trockener und empfindlicher und reagiert nicht selten mit Rötungen, Spannen und Juckreiz. Bei der Hautreinigung ist es daher wichtig, darauf zu achten, möglichst sanfte Produkte zu nutzen, ohne aggressive Tenside, Alkohol oder reizende Inhaltsstoffe.

"Je mehr ein Reinigungsprodukt schäumt, desto stärker entfettet es die Haut – und desto länger benötigt die Haut, den natürlichen Schutzmantel wieder aufzubauen", erklärt die Dermatologin. "Wird die Haut zu sehr strapaziert, kommt sie mit der Regeneration nicht hinterher. Trockene, rote Stellen sind ein erster Hinweis auf eine zu intensive Reinigung."

Am besten kommt trockene Haut im Alter laut der Expertin mit sehr milden pH-neuralen Reinigungsprodukten ohne Duftstoffe und Alkohol zurecht. Auch ein reichhaltiges Reinigungsöl, das mit einem Wattepad aufgetragen und mit lauwarmem Wasser abgewaschen wird, reinigt die Haut schonend von Make-up und Staub. Tägliches starkes Rubbeln mit Reinigungsbürstchen oder Waschlappen sollte man vermeiden. Besser ist ein sanftes Peeling, welches man zweimal in der Woche anwendet. Es regt die Durchblutung an und entfernt abgestorbene Hautschüppchen.

(Quelle: Nicole Eberwein)

Dr. Ellen Meyer-Rogge ist Hautärztin in Karlsruhe und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V. (BVDD). Der Schwerpunkt der Fachärztin liegt auf der ästhetischen Dermatologie: Sie kombiniert Dermatologie und kosmetische Medizin, insbesondere unter dem Aspekt des modernen Anti-Agings von innen und von außen.

Welche Gesichtspflege verwöhnt trockene Haut im Alter?

Trockene Haut im Alter darf mit reichhaltigeren Pflegeprodukten verwöhnt werden. Sogenannte Wasser-in-Öl-Produkte geben der Haut Fett zurück und lassen sie glatter und frischer erscheinen. Wirkstoffe wie Urea, Vitamin C, Sheabutter, Kokos- oder Mandelöl, Panthenol, Calendula oder Kamille werden von vielen als wohltuende Zutat in Cremes geschätzt.

"Anti-Aging-Produkte sind auf die Bedürfnisse der alternden Haut abgestimmt. Wer ein Produkt gefunden hat, welches er mag und gut verträgt, sollte dabei bleiben. Trockene Haut ist empfindlich und reagiert leicht mit Reizungen. Hier ist weniger mehr. Zu viel experimentieren sollte man nicht", rät Meyer-Rogge.

Kann man Falten wegcremen?

Eine Hoffnung macht die Expertin allerdings zunichte: Falten lassen sich nicht wegcremen. Es ist dem natürlichen Alterungsprozess geschuldet, dass die Haut an Elastizität verliert, weniger straff ist und Falten bildet. Mit einer abgestimmten Pflege kann man ein frisches Hautbild unterstützen und feine Linien leicht aufpolstern.

"Eine Pflege, die den Alterungsprozess rückgängig macht, gibt es nicht", sagt Meyer-Rogge. "Effekte, wie sie im Bereich der ästhetischen Medizin möglich sind, etwa durch Laserbehandlungen, Botox- oder Hyaluron-Spritzen, sind mit alleinigem Cremen nicht zu erreichen. Und einmal anders gefragt: Hat ein Gesicht mit Falten nicht auch eine wertvolle Geschichte zu erzählen? Will man diese wirklich 'wegradieren'?"

Verwendete Quellen
  • gesundheitsinformation.de: "Wie funktioniert die Haut?". Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (Stand: 23. Februar 2022)
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
  • krebsinformationsdienst.de: "Weißer und schwarzer Hautkrebs". Online-Information des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). (Stand: 18. Juli 2019)
  • bfs.de: "UV-Strahlung". Online-Information des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS). (Stand: Aufgerufen am 21. Juli 2023)
  • dkfz.de: "Rauchen und Hautschäden". Online-Information (PDF) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). (Stand: Aufgerufen am 21. Juli 2023)
  • gesund.bund.de: "Trockene Haut". Online-Information des Bundesministeriums für Gesundheit. (Stand: 23. November 2022)
  • dge.de: "Wasser". Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). (Stand: Aufgerufen am 21. Juli 2023)
  • dge.de: "Speisesalz". Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). (Stand: Aufgerufen am 21. Juli 2023)
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