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Oktoberfest - Bierzelt, Beats und Lederhose

Oktoberfest - Bierzelt, Beats und Lederhose

23.09.2015, 15:29 Uhr | Uwe Kauss/Redaktion - wanted.de

Oktoberfest - Bierzelt, Beats und Lederhose. Feiern und anbandeln auf dem Oktoberfest. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Feiern und anbandeln auf dem Oktoberfest. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Dirndl, Dates und Drumbeats - München feiert das Oktoberfest. Für viele ist nach der Party vor der Party: Wenn um 23.30h die meisten Festzelte auf der Theresienwiese schließen, ziehen die Feierwütigen weiter zu den "After-Wiesn"-Parties. Ein echter Münchner Kenner verrät goldene Wiesn-Regeln und die coolsten Clubs. Und wanted.de sagt Ihnen, wie das Madl zeigt, ob es erobert werden will.

Von Samstag, 19. September bis Sonntag, 4. Oktober 2015 öffnet die Münchner "Wiesn" und zieht ein Millionenpublikum aus aller Welt an. 2014 kamen insgesamt knapp sieben Millionen Menschen zur Wiesn, die 6,5 Millionen Maß Bier tranken.

Regel Nummer 1: Gutes Timing

Der 42-jährige Münchner Jo Aicher besucht seit genau 40 Jahren regelmäßig die "Wiesn", wie die Münchner ihr Oktoberfest nennen. Zum ersten Mal war er im Kinderwagen mit den Eltern dort. Meist startet er am Mittag zur Theresienwiese und feiert mit Freunden, bis es hell wird. Regel Nummer eins für alle Wies'n-Fans: Neben Trinkfestigkeit braucht's gutes Timing. "Wenn Du nicht reserviert hast, solltest Du am Werktag spätestens um 14 Uhr im Zelt sitzen, am Nachmittag gibt’s keine Plätze mehr", weiß Aicher.

Insgesamt 14 große Festzelte mit etwa 100.000 Sitzplätzen erwarten die Besuchermassen, dazu die kleineren Zelte der rund 30 "Würstl"-, "Haxn"- und "Hendl" (Hähnchen)-Bratereien sowie die Cafézelte. Das größte unter allen ist das Paulaner-Festzelt. Hier passen fast 8500 Besucher hinein, in den VIP-Logen sitzen die Spieler des FC Bayern.

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Die Sitzplätze in jedem Zelt seien Monate voraus ausgebucht, erzählt der Wiesn-Kenner, "die Plätze im 'Mittelschiff' dürfen die Betreiber aber nur bis 17 Uhr reservieren, damit jeder Besucher eine Chance hat. Da ist richtig die Hölle los."

Nur wer sitzt, darf trinken

Doch nur wer einen Sitzplatz hat, kann Bier bestellen. Ist das Zelt voll, lässt der Sicherheitsdienst niemanden mehr hinein. Also vor der Tür in der Menge mal ein, zwei Stunden warten und mit Mädels schäkern, bis endlich jemand geht. Jo Aicher geht mit seinen Freunden daher gerne auf die "Oide Wiesn", ein abgegrenztes Gebiet im Süden der Wiesn. Das "Alte Oktoberfest" kostet drei Euro Eintritt und bietet Tradition pur.

Hier feiern die Münchner in kleineren Zelten bei echter Blasmusik und Peitschen schwingenden Goaßlschnalzern auf den Tischen: "Da ist's auch voll, aber nicht total überlaufen. Da kannst du in Ruhe dein Bier trinken", empfiehlt Aicher. Echte Geheimtipps gibt es kaum noch. "Die stehen längst in jedem Reiseführer." Tatsächlich ist hier die Chance, echte Münchner und ein gesittetes Publikum zu treffen, besonders hoch.

Eine Reservierung in den Brauereizelten gibt’s zudem nur tischweise ab sechs oder zehn Personen. Sie ist auf ein Zeitfenster am Nachmittag oder Abend begrenzt. Jeder Platz ist dazu mit einem "Mindestverzehr" verbunden - meist verlangen die Betreiber zur Reservierung pro Person mindestens zwei Maß Bier und ein halbes Hendl. Eine Maß Bier (ein Liter) kostet in diesem Jahr satte 10,10 bis 10,40 Euro, das halbe Hähnchen mit kleiner Beilage um 20 Euro. Zwischen 23 und 55 Euro liegt daher der Mindestverzehr der meisten Zelte in diesem Jahr. Im "Käferzelt" von Feinkost Käfer mit sehr hoher Promi-Dichte zahlt man zwischen 10 und 17 Uhr schon 40 Euro pro Gutschein. "Die Tische am Abend mit 80 Euro Mindestverzehr waren schon zum Jahresanfang ausgebucht", sagt Aicher und lacht.

Heftig Baggern auf der After-Wiesn

Ist auf der Wiesn die letzte Maß gezapft, wird woanders weiter gefeiert: Einer der Hotspots ist das "Wiesnzelt" im Hofbräukeller am Stiglmaierplatz. Ab 22 Uhr geht es los mit der "After Oktoberfest Party". Der traditionelle Bierkeller wandelt sich zur Partyzone mit drei Areas – dem Club mit Djs und Band, dem urigen Turmstüberl und der Terrasse zum Abkühlen. "Da triffst du Münchnerinnen ebenso wie Touristinnen", sagt Jo. Sein Tipp: "Wenn du zum Baggern hierher kommst – die größten Chancen hast du mit gutem Englisch." Gern geht er auch in den "Wiesnclub" in der alten Kongresshalle – nicht weit vom Festplatz entfernt – oder in den "Gecko-Club" am Maximiliansplatz, der zur Wiesn von Donnerstag bis Samstag ab 23 Uhr öffnet. "Die Jungs in Lederhosen, die Mädels im Dirndl, und dann zu House und Black Beats abgehen, das ist die richtige Abfahrt", freut sich Jo Aicher. Auch hier gelte: "Je später der Abend, umso höher der Baggerfaktor." Wer es etwas nobler mag, für den ist das "Parkcafé" in der Sophienstraße am Englischen Garten genau richtig: Hier haben schon Boris Becker und dutzende anderer Promis abgetanzt. "Der feine Club verwandelt sich in ein rappelvolles Wiesn-Zelt, das ist cool", sagt Jo Aicher, "hier sind nicht zu viele Touristen, ist ja ziemlich weit zur Theresienwiese. Das passt. Die Livebands sind klasse, da wird auf dem Tresen getanzt."

Münchens älteste Nach-der-Wiesn-Party kracht im Alternativ-Club "Substanz" in der Ruppertstraße. "Der Laden ist nicht groß, aber die Stimmung und die Musik sind vom Feinsten", weiß Jo Aicher. Einen Tipp hat er noch: Die "Wiesn Season" im schicken, 2014 neu eröffneten "8seasons" am Maximiliansplatz mit vielen Models und Promis als Stammgästen. Das traditionelle Hippodrom-Zelt, das wegen der Verurteilung seines Betreibers Sepp Krätz wegen Steuerbetrugs nicht mehr öffnen durfte, macht im "Postpalast" weiter. Das ehemalige Paketzustellamt liegt in der Wredestraße zwischen Hackerbrücke und Circus Krone. Die Location ist nur ein paar Minuten Fußweg weit von der Wiesn entfernt - und hat keine Sperrstunde. Aber Party gibt's nur mit Reservierung - zu saftigen Konditionen: Der Mindestverzehr ab 18 Uhr beträgt 42 oder 52 Euro pro Person.  Zudem gibt es eine "Königsloge" und zwei Bars. Die „Late Night Wiesn Party“, startet in jeder Wiesnnacht um 23.30 Uhr, für die eigene Tische reserviert werden müssen. Da kostet die Magnumflasche Champagner zusammen mit einer XL-Flasche Wodka 445 Euro. Wer im Weinzelt feiert, sollte über ausreichend Budget verfügen: Dort werden nämlich die Magnumflaschen Champagner - wie in der Formel 1 - nicht getrunken, sondern verspritzt. Einen Regenschirm sollte man daher auf jeden Fall dabei haben.

Krachledern ist Pflicht - die Schleife weist den Weg ins Bett

Und was trägt Mann? Lederhose. Die richtige findet er ab 200 Euro beispielsweise im Trachtengeschäft Angermaier oder bei Loden Frey, zwei der Traditionshäuser in München. Bei Angermaier etwa haben sich Rapper Snoop Dogg, die Klitschko-Brüder, Basketballer Dirk Nowitzki, Boris Becker und Peter Maffay ausstatten lassen. Nach oben gibt es preislich übrigens keine Grenze. Im Trend sind in diesem Jahr Trachtenwesten aus hellem Leder mit V-Ausschnitt. Handbearbeitete Vintage-Lederhosen aus Ziegen- oder Hirschleder mit aufwendigen Stickereien sind in München derzeit ebenso modisch wie Lederhosen in Grau mit Stickerei. Hingucker sind in diesem Jahr Trachten-Fliegen aus Leder. "Wer so ausschaut, hat auch bei den Girls im Dirndl gute Chancen", sagt Jo Aicher, "aber nur, wer sein Maß beim Maßbier kennt. Das Bier auf der Wiesn hat ein knappes Prozent mehr Alkohol als üblich. Zwischendrin also genug Wasser oder Alkoholfreies trinken, sonst gehst du bsoffen und allein nach Haus." Der wichtigste Casanova-Tipp zum Anbandeln: Zünftige Müncherinnen zeigen Ihnen durch die Tracht, ob sie Fensterln dürfen. Bindet das Madl die Schleife vorne auf ihrer Linken, dann ist Anbandeln unbedingt erwünscht. In der Mitte binden traditionell Jungfrauen die Schleife. Rechts ist schlecht – die Dame ist vergeben. Und wenn die Schleife hinten gebunden ist, dann trauert die Frau oder sie ist eine Kellnerin. Mehr Tipps sehen Sie in unserer Fotoshow.

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