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"Barbie-Vagina": Was Sie bei der Schamlippenverkleinerung wissen mĂĽssen

sah/AFP

28.02.2017Lesedauer: 3 Min.
Eine Frau schaut mit einer Lupe in ihre Unterhose.
FĂĽr die "Barbie-Vagina" lassen sich Frauen die Schamlippen verkleinern (Quelle: VladimirFLoyd/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Brüste vergrößern war gestern, jetzt wollen immer mehr Frauen ihre Schamlippen verkleinern lassen. Der neue Trend heißt "Barbie-Vagina" und überträgt nun auch das letzte fragwürdige Schönheitsideal des Barbie-Universums in die reale Welt: Bei der Puppe sind nämlich keine Schamlippen zu sehen. Doch was sind die Risiken einer solchen Schönheitsoperation? Und wann ist der Eingriff sogar medizinisch sinnvoll?

Kleiner, straffer, jĂĽnger: Das Augenmerk vieler Frauen konzentriert sich zunehmend auf ihren Intimbereich. Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft fĂĽr Ă„sthetische und Plastische Chirurgie (Isaps) legen sich immer mehr Frauen fĂĽr eine Korrektur der Schamlippen unters Messer. Weltweit war das 2015 sogar mehr als 95.000 Mal der Fall.

Bei der Labioplastik werden meist die inneren Schamlippen verkleinert. Sie gehört inzwischen sogar zu den beliebtesten chirurgischen Eingriffen. Einen Anstieg dieser Operationen bemerkt auch Dr. med. Wolfgang Hirsch, Facharzt für Gynäkologie und Intimchirurgie in Berlin: "Zurzeit operieren wir circa 250 Labioplastiken pro Jahr", sagt er im Interview mit t-online.de.

Woher kommt der Trend?

Schuld ist mal wieder das Internet. "Wie viele nackte Frauen hat eine Frau in ihrem Leben gesehen, bevor es das Internet gab? Nicht viele – wenn es um die Genitalien geht", sagt der New Yorker Schönheitschirurg Nolan Karp. Heute hätten die Leute ein Bild davon "was schön ist, was normal ist, was gut aussieht, was nicht". Der Vielfalt weiblicher Genitalien entspreche das vermeintliche Ideal aber keineswegs.

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Wann ist die OP sinnvoll?

Kommt es beim Sport oder Intimverkehr zu Schmerzen, weil die inneren Schamlippen relativ groß sind und weit über die äußeren Schamlippen herausragen, kann eine Operation allerdings sinnvoll sein. Für gefährlich befindet Dr. Hirsch den Trend daher nicht, wenn die Patientin unter dieser Form der Schamlippen leidet.

Doch etwa 40 Prozent der Frauen würden die Schmerzen nur vorschieben, sagt der Plastische Chirurg Nicolas Berreni aus Frankreich: "Was sie tatsächlich wollen, ist der Barbie-Look. Bei der Barbie sieht man die inneren Labien nicht." Auch warnt die kanadische Gesellschaft der Geburtshelfer und Gynäkologen (SOGC), dass es kaum Hinweise darauf gebe, dass kosmetische Genitalchirurgie das sexuelle Empfinden oder Selbstbild verbessere.

Wie verläuft die OP?

Bei der Operation wird meist die Größe der inneren Schamlippen reduziert, so dass sie durch die äußeren Schamlippen bedeckt werden. Dabei wird überschüssiges Gewebe entfernt und die verbliebenen Anteile werden mit dünnem Fadenmaterial vernäht, das sich später von selbst auflöst. Die OP wird ambulant, mit örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose durchgeführt.

Was sind die Risiken?

Die Gefahren des Eingriffs sollten nicht unterschätzt werden. Wie bei jeder OP können Blutungen, Nachblutungen und Blutergüsse auftreten und es kann zu Infektionen und Wundheilungsstörungen kommen. Außerdem ist eine Narbenbildung möglich, die Gefühlsstörungen und eine Verminderung der Sensibilität mit sich bringen kann. Auch kann es zu chronischen Vulva-Schmerzen kommen. Nach dem Eingriff sind Schwellungen zudem keine Seltenheit, die sich jedoch nach einigen Tagen wieder zurückbilden.

Wie verläuft die Heilung?

Zwei bis vier Wochen dauert es, bis der Eingriff verheilt ist und sich die Fäden selbst aufgelöst haben. In dieser Zeit sollten folgende Punkte beachtet werden:

• körperliche Anstrengung und Sport (Radfahren, Reiten) vermeiden
• auf Geschlechtsverkehr verzichten
• keine zu enge Kleidung tragen
• vorsichtige Genitalhygiene, möglichst nur mit klarem Wasser
• Kühlung fördert den Heilungsverlauf

Wie viel kostet die Operation?

"Bei uns kostet der Eingriff 1700 bis 2700 Euro, je nach Befund und kalkulierter Operationszeit", erklärt Dr. Hirsch. Die Kosten sind von der Patientin selbst zu tragen, denn die Krankenkasse zahlt die Schönheitsoperation erfahrungsgemäß nicht.

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