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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Diese Kosmetika und Arzneimittel werden bei Hitze schlecht

t-online, Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 05.08.2022Lesedauer: 3 Min.
Pillenpackung
Pille: Verhütungsmittel können bei zu hohen Temperaturen ihre Wirkung verlieren. (Symbolbild) (Quelle: MoustacheGirl/getty-images-bilder)
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Viele Pflegeprodukte und auch Medizin büßen bei hohen Temperaturen schnell an Wirkung ein. Worauf es bei der Lagerung ankommt.

Das Wichtigste im Überblick


Medikamente sind generell hitzeempfindlich. Temperaturen über 25 Grad vertragen die wenigsten. Werden sie falsch aufbewahrt, kann sich ihre Wirkung verändern. Dem Arzneimittel sieht man das aber nicht immer an. Wichtig ist daher der Blick in die Packungsbeilage. Nur wenn die angegebenen Lagerbedingungen eingehalten werden, bleiben die Arzneimittel bis zu dem auf der Verpackung aufgedruckten Verfallsdatum einwandfrei.

Arzneimittel besser nicht im Bad aufbewahren

Um unnötige Temperaturschwankungen zu vermeiden, sollten Arzneimittel daher nicht im Badezimmer gelagert werden, wie das Bundesministerium für Gesundheit rät. Zudem kann die hohe Feuchtigkeit vielen Präparaten schaden und ihre Wirksamkeit beeinflussen.

Im Auto haben Medikamente ebenfalls nichts zu suchen. Besonders im Sommer können dort Temperaturen von bis zu 70 Grad erreicht werden, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) warnt.

Kondome und Pille: Hitzeeinwirkung nimmt den Schutz

Werden etwa Verhütungsmittel wie Kondome und die Pille solchen Temperaturen ausgesetzt, läuft man Gefahr, dass diese nicht mehr sicher vor einer Schwangerschaft schützen. Trotzdem haben Frauen beides häufig in ihrer Handtasche dabei. Liegt diese länger in der prallen Sonne oder im Auto, sind schnell kritische Temperaturen erreicht.

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Hormon- und Schmerzpflaster: Wirkung kann sich an heißen Tagen verstärken

Vorsicht geboten ist auch bei Hormon- und Schmerzpflastern. Wirkstoffpflaster sollten, egal ob in der Verpackung oder auf der Haut, immer vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. Denn diese kann nicht nur die Freisetzungsrate der Wirkstoffe verändern.

Auch die Haut selbst wird empfindlicher und kann auf die Wirkstoffe reagieren. Unverträglichkeiten wie Rötungen, Blasenbildung und Pigmentstörungen gehören zu den möglichen Folgen.

Zudem können bestimmte Medikamente die Lichtempfindlichkeit der Haut zusätzlich steigern, sodass das Sonnenbrandrisiko steigt. Hierzu gehören unter anderem bestimmte Antibiotika und Arzneimittel gegen Epilepsie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Malaria. Auch wer Johanniskraut gegen depressive Verstimmungen einnimmt, sollte ausgiebige Sonnenbäder meiden.

Sonne, Haut und Duftstoffe vertragen sich oft nicht

Da die Haut unter der Einwirkung von UV-Strahlung generell empfindlicher wird, können auch Körperpflegeprodukte, beziehungsweise die enthaltenen Duft-, Konservierungs- und Farbstoffe zu Hautreaktionen führen. Wer weiß, dass er dazu neigt, sollte beim Kauf von Cremes und Lotionen, etwa Sonnencreme, Produkte wählen, die darauf verzichten.

Auch auf Parfum reagieren manche Menschen in Kombination mit Sonne empfindlich. Dann besser auf die Kleidung sprühen und nicht auf die Haut. Und: Parfum nie in die Sonne stellen und am besten dunkel lagern. So bleibt der Duft am längsten erhalten.

Salben und Cremes verändern ihre Konsistenz

Medizinische Salben, Gele und Cremes sollten, genau wie Körperpflegeprodukte, ebenfalls immer vor Sonne geschützt werden. Sie können bei Hitze ihre Konsistenz verändern und sich verflüssigen, da sich die Bestandteile voneinander trennen. Die richtige Wirkstoffdosierung ist dann nicht mehr sichergestellt. Zudem können die eingesetzten Fette ranzig werden. Sieht ein Arzneimittel oder ein Körperpflegeprodukt anders aus als gewohnt, sollte man es nicht mehr anwenden.

Insulin und Impfstoffe brauchen es kalt

Besonders empfindlich reagieren Impfstoffe und Insulin auf Hitze: Die Wirkstoffe zersetzen sich. Die meisten Präparate müssen zwischen zwei und acht Grad gelagert werden. Ist kein Kühlschrank vorhanden, sind sie am besten in Kühlboxen und Kühltaschen aufgehoben.

Aber Achtung: Nie direkt auf den Kühlakku legen. Frieren die Präparate ein, verlieren sie nach dem Auftauen ihre Wirkung. Um das zu verhindern, die Kühlelemente mit einem Handtuch umwickeln.

Übrigens mögen es auch viele Kosmetika im Sommer lieber etwas kühler: Kajal, Eyeliner und Lippenstifte mit einem hohen Fettanteil kann man durchaus auch im Kühlschrank lagern, dann brechen sie nicht so leicht ab.

Asthmasprays und andere Dosiersprays nie der Sonne aussetzen

Dosiersprays wie Asthmasprays vertragen ebenfalls keine hohen Temperaturen. Dann kann das Ventil Schaden nehmen und die Dosierungsgenauigkeit ist nicht mehr gegeben. Zudem kann sich der Inhalt stark aufheizen und seine Wirksamkeit einbüßen. Hinzu kommt, dass sich in den Behältern Druck aufbauen kann. Das ist auch bei Deodorants und Haarsprays kritisch. Diese können explodieren, wenn sie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Zäpfchen schmelzen bei Hitze

Auch Zäpfchen vertragen keine Hitze. Sie schmelzen. Beim Abkühlen verteilen sich die Wirkstoffe in der Zäpfchengrundlage ungleichmäßig, was die Wirkung des Arzneimittels beeinflusst. Benutzen sollte man sie dann nicht mehr.

Hinweise auf verdorbene Medikamente und Pflegeprodukte

Auch wenn nicht immer erkennbar ist, ob ein Medikament oder Pflegeprodukt an Wirksamkeit verloren hat oder schlecht geworden ist, so gibt es doch eine Reihe Hinweise: Gelen, Cremes, Salben und Zäpfchen können sich verflüssigen oder ihre Farbe und ihren Geruch verändern. Bei Tabletten können neben der Verformung und Verfärbungen auch Risse auf ein abgelaufenes Produkt hindeuten.

Aufgeblähte Verpackungen weisen ebenfalls darauf hin, dass das Produkt nicht mehr gut ist. Auch Geruchsentwicklung sowie Ausflockung von Bestandteilen einer Flüssigkeit oder deren Trübung zeigen an, dass Sie das Produkt nicht mehr anwenden sollten. Entsorgen Sie im Zweifelsfall die Produkte lieber oder geben Sie es in Ihrer Apotheke ab.

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Von Claudia Zehrfeld
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