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Sonnencreme aus dem Vorjahr: Sollte man sie noch benutzen?


So lange ist sie haltbar
Sonnencreme aus dem Vorjahr: Benutzen oder wegwerfen?

Von t-online, sah

Aktualisiert am 18.06.2024Lesedauer: 5 Min.
Sonnencreme: Sollte man sich mit der angebrochenen Creme aus dem vergangenen Sommer noch einreiben?Vergrößern des BildesSonnencreme: Sollte man sich mit der angebrochenen Creme aus dem vergangenen Sommer noch einreiben? (Quelle: kitzcorner/getty-images-bilder)
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Haut braucht effektiven Schutz vor der Sonne. Doch wie geht es richtig? Und kann man die Tube aus dem Vorjahr noch verwenden?

Nicht nur im Sommerurlaub, auch am Wochenende im Park oder am See ist Sonnenschutz Pflicht. Aber welcher Lichtschutzfaktor ist der richtige? Und wie viel Sonnencreme brauche ich? Das Wichtigste zum Thema Sonnenschutz im Überblick.

Wann ist Sonnenschutz überhaupt nötig?

Das hängt von der Intensität der Sonnenstrahlen ab. Wie hoch sie in Deutschland ist, kann jeder auf der Webseite des Bundesamts für Strahlenschutz nachlesen. Ab UV-Index drei ist Sonnenschutz mit Creme, Hut und Sonnenbrille angesagt. Ab Stufe acht hält man sich besser gar nicht mehr draußen auf.

Wie lange ist Sonnencreme haltbar?

Sobald man eine Sonnencreme geöffnet hat, gilt die Angabe auf der Verpackung, zum Beispiel der Tube oder Dose. Sie gibt an, wie viele Monate sich die Creme nach dem Öffnen hält. Das entsprechende Symbol ist eine geöffnete runde Dose, in der zum Beispiel die Angabe "12 M" steht. Das bedeutet: zwölf Monate.

Lag die Flasche allerdings in der prallen Sonne, verkürzt sich die Zeit erheblich. Die Creme aus dem letzten Sommerurlaub kommt deshalb besser nicht wieder mit ins Gepäck.

Tipp

Um nicht den Überblick zu verlieren, wann genau man nun eine Sonnencreme geöffnet hat, empfiehlt es sich, das Datum des Öffnens mit wasserfestem Filzstift auf die Tube zu schreiben.

Tatsächlich gesundheitsschädlich können Sonnencremes sein, die den Wirkstoff Octocrylen enthalten, wenn sie zu lange aufbewahrt werden. In einer Studie wurde nachgewiesen, dass Octocrylen sich im Laufe der Zeit in den gesundheitsschädlichen Stoff Benzophenon verwandelt. Ob er krebserregend wirkt, ist noch unklar.

Sonnencreme ohne Mindesthaltbarkeitsdatum: Was tun?

Sonnencremes haben darüber hinaus mitunter, aber längst nicht immer, ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Ist dieses überschritten, sollten sie ebenfalls nicht mehr benutzt werden – selbst wenn sie noch ungeöffnet sind.

Eine konkrete MHD-Angabe findet sich auf den Tuben aber häufig nicht. Das liegt daran, dass Kosmetikprodukte in der Europäischen Union (EU) nur dann ein MHD haben müssen, wenn sie nicht länger als 30 Monate haltbar sind.

Der Hersteller Nivea schreibt etwa, dass Sonnenschutzprodukte bei kühler und trockener Lagerung ab dem Herstellungsdatum mindestens 30 Monate haltbar seien – das gelte für Sprays und Cremes gleichermaßen.

Der Hersteller rät: Man sollte die Creme entsorgen, wenn sie scharf oder ungewöhnlich riecht, sich die Konsistenz verändert hat, sich Öl oder Wasser abgesetzt haben oder der Inhalt verfärbt ist.

Welche Sonnencreme benötige ich?

Das Wichtigste ist der Lichtschutzfaktor. Er sollte mindestens bei 30 liegen, besser sind 50. Außerdem ist der Hauttyp entscheidend. Wer eine trockene Haut hat, nimmt besser eine reichhaltige Creme.

Bei fettiger Haut weicht man auf ölfreie Produkte aus. Teuer muss der Sonnenschutz nicht sein. Die Produkttester von Stiftung Warentest und Öko-Test stellen jedes Jahr aufs Neue fest, dass auch Discounter- und Drogerie-Sonnencremes effektiv vor Sonne schützen.

Kann ich den Lichtschutzfaktor im Laufe des Sommers reduzieren?

Nein. Der Hauttyp bleibt derselbe – egal, wie gebräunt jemand ist. Wer seine Haut schützen will, nimmt immer denselben hohen Lichtschutzfaktor.

Reicht nicht auch ein Make-up mit Lichtschutzfaktor?

Nein. Frauen können folgende Taktik anwenden: Erst die Tagescreme auftragen, dann reichlich Sonnencreme. Alles einziehen lassen. Nun das abdeckende Make-up auftragen.

Wie viel Sonnencreme brauche ich?

Die Faustregel lautet: zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut. Bei einem 1,80 Meter großen Normalgewichtigen sind das ungefähr 20 bis 30 Gramm – oder rund drei Esslöffel Sonnencreme. Nach dem Baden oder Sport muss neu eingecremt werden, ohne Schwitzen spätestens nach drei Stunden.

Rechnet man das auf eine Woche Badeurlaub hoch, braucht man sehr viel mehr Sonnencreme, als viele denken: Wer sich dreimal am Tag mit je 30 Gramm eincremt und das sieben Tage lang, benötigt 630 Gramm Sonnencreme – gut drei Flaschen.

Kann ich mich auch einsprühen?

An sich sind die Sprays gut. Nur besteht die Gefahr, dass man noch weniger verwendet als bei Creme. Aber wer reichlich sprüht, ist genauso gut geschützt wie mit Creme.

Wie lange kann ich geschützt in der Sonne bleiben?

Das hängt vom Lichtschutzfaktor und dem Hauttyp ab. Jemand, der ohne Sonnencreme zehn Minuten in der Sonne bleiben kann, ohne dass die Haut rot wird, darf mit Faktor 30 theoretisch 300 Minuten in der Sonne bleiben. Das gilt aber nur, wenn die Creme korrekt aufgetragen und stetig nachgecremt wird.

Diese Zeit geht übrigens nicht wieder von vorne los. Wer sich mit Faktor zehn eincremt, muss nach 100 Minuten aus der Sonne raus. Egal, wie viel er nachcremt.

Brauchen Kinder eine spezielle Creme?

Nicht zwingend. Entscheidend ist, dass sie reichlich mit Faktor 50 eingecremt werden. Da sind die Eltern in der Verantwortung. Spezielle Kindersonnencremes haben allerdings den Vorteil, dass sie häufig duftstofffrei und besser verträglich sind. Außerdem ist bei Kindern ein physikalischer Sonnenschutz in Form von Kleidung besser als ein chemischer.

Sind Kinder mit spezieller Sonnenschutzkleidung besser geschützt?

Da diese Kleidung die Sonne tatsächlich komplett blockiert: ja. Das gilt aber nur, wenn es sich um geprüfte Textilschutzkleidung handelt. Liebich warnt vor billigen Fälschungen aus Strandbuden. Dann besser ordentlich eincremen.

Was außer Sonnencreme gehört zum Sonnenschutz?

Unbedingt ein Hut, denn die Kopfhaut sollte gut vor Sonne geschützt werden. Neben dem Hut ist eine Sonnenbrille Pflicht. Am besten sollte sie groß genug sein, damit auch von der Seite keine UV-Strahlen auf die empfindlichen Augen fallen. Zudem braucht die Brille ein CE-Zeichen und eine passende Blendschutzstufe. Für den Badeurlaub ist das Stufe drei, für den Stadtbummel Stufe zwei.

Sonnenschutzcreme allein ist zudem nicht das perfekte Mittel, um das Hautkrebsrisiko gering zu halten. Dazu gehören auch sonnenschutzgerechte Kleidung und das Meiden der Sonne bei hoher UV-Belastung, zum Beispiel während der Mittagszeit.

Mit Blick auf die Kleidung ist zu beachten, dass sie sehr unterschiedlichen UV-Schutz bietet. Der Lichtschutzfaktor einer dunkelblauen Jeans liegt demnach bei ungefähr 500, während ein dünnes weißes Baumwoll-T-Shirt nur auf 10 kommt.

Wem genaue UV-Schutzwerte wichtig sind, der kann natürlich auf UV-Schutzkleidung zurückgreifen. Deren textiler Lichtschutzfaktor reduziert sich dem Bericht zufolge aber durch häufiges Waschen. Und wer generell etwa mit Kleidung baden geht, sollte bedenken: Nasse Klamotten bieten im Vergleich einen geringeren Schutz.

Machen Wolken den UV-Schutz überflüssig?

Eine trügerische Annahme ist, dass Wolken UV-Schutz überflüssig machen. Tatsächlich beeinflussen Wolken den Grad der UV-Strahlung auf unterschiedliche Art: Während Gewitterwolken sie stark abschwächen, können andere Wolkenarten und -kombinationen sie durch Streuungseffekte sogar verstärken.

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Im Allgemeinen mindern Wolken die UV-Strahlungsintensität nur um 10 bis 50 Prozent. Vor allem während der Mittagszeit bieten sie keinen zuverlässigen Schutz. Gleiches gilt demnach für gebräunte Haut: Abgesehen davon, dass es sich hier um eine Stressreaktion der Haut handelt, entspricht sie nur einem Lichtschutzfaktor von circa 4. Da hat jede Sonnencreme mehr.

Und was mache ich bei Sonnenbrand?

Dann hilft nur kühlen und abwarten. Kühlend und schmerzlindernd wirken etwa Umschlage mit Quark oder Joghurt aber auch klassische After-Sun-Cremes oder Aloe Vera helfen bei Sonnenbrand. Wer es gut verträgt, kann auch ein Schmerzmittel wie ASS einnehmen. In schweren Fällen müssen Betroffene zum Arzt gehen.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • Bundesamt für Strahlenschutz
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