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Dieses Jahr viele Quallen an Ostseestränden – App soll helfen


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Viele Quallen an Ostseestränden – nicht nur harmlose

Von dpa
Aktualisiert am 10.07.2021Lesedauer: 2 Min.
Qualle (Symbolbild): In diesem Jahr sind die Feuerquallen sehr früh an der Ostsee.
Qualle (Symbolbild): In diesem Jahr sind die Feuerquallen sehr früh an der Ostsee. (Quelle: Axel Heimken/dpa-bilder)
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Rötungen, Schmerzen, Glibber: Einige Strandurlauber haben negative Assoziationen mit Quallen. An der Ostsee gibt es jetzt besonders viele der Tiere. Woran das liegt.

An einigen Ostseestränden gibt es in diesem Sommer viele Quallen – und nicht nur harmlose wie Rippen- und Ohrenquallen. "Die Feuerquallen sind früh dran", sagt Jamileh Javidpour, Professorin der Syddansk Universität (Dänemark) und Gastwissenschaftlerin am Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung. Eigentlich seien diese erst Mitte bis Ende Juli zu erwarten. "Dieses Jahr ist ein Quallen-Jahr."


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Mehr Quallen an der Ostsee- als an der Nordseeküste

Ein erhöhtes Quallenaufkommen hat auch Schleswig-Holsteins DLRG-Geschäftsführer Thies Wolfhagen beobachtet. "Wie so oft sind in der Ostsee auch in diesem Sommer größere Quallenaufkommen im strandnahen Bereich zu beobachten als an der Nordseeküste." Da die örtliche Bewegung der Quallen großenteils von Strömungen und Temperaturschichten abhängig sei, fänden Badende in der tidenabhängigen, kälteren Nordsee meist weniger Quallen als in der Ostsee.

An der niedersächsischen Nordseeküste müssen Badende aktuell anders als in der Ostsee keine übermäßige Angst vor Kontakt mit den glibberigen Tieren haben. "Derzeit gibt es vor der niedersächsischen Küste kein signifikant erhöhtes Quallenaufkommen", sagt Imke Zwoch von der Wattenmeer-Nationalparkverwaltung.

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Deshalb gibt es derzeit so viele Quallen an der Ostsee

Das Aufkommen der Quallen ändert sich von Jahr zu Jahr. Ein Grund für die relativ große Menge zu Sommerbeginn sieht die Kieler Meeresbiologin Javidpour im milden Winter und dem vergleichsweise kalten Frühjahr. "Quallen brauchen einen Temperatur-Schock. Wenn sie unter Schock stehen, dann produzieren sie viel mehr Medusen." Diese lassen sich in Bereiche treiben, wo bessere Bedingungen herrschen. Deswegen finden Strandbesucher in einer Ecke viel mehr Tiere als 100 Meter weiter.

Javidpour betreibt seit 17 Jahren ein Monitoring der Quallen-Population in der Kieler Förde. Zur Verbreitung und Nutzung von Quallen lässt die Europäische Union in dem Projekt "GoJelly" forschen, an dem neben der Universität von Süddänemark auch Geomar sowie die Kieler und die Hamburger Universität mitmachen.

Über die Smartphone-App Jelly Spotter können Nutzer den Forschern Bilder von Quallen in der Ostsee übermitteln. Sie helfen damit, mehr Informationen über die Quallen-Population in der westlichen Ostsee zu erfahren. "Die Nutzung der App hilft uns, Zugang zu Küstenregionen an der Ostsee zu erhalten, zu denen uns selbst der Zugang fehlt", sagt Javidpour. "Je mehr Nutzer, desto besser." Zudem setzen die Forscher auf Drohnen.

Die Forscher wollen Modelle entwickeln, wie sich Quallenvorkommen künftig vorhersagen lassen. Im Idealfall könnte die App bereits im Sommer 2022 um eine entsprechende Funktion ergänzt werden, sagte Javidpour. "Ziel ist eine interaktive Karte, wo Vorhersagen für die Eckernförder Bucht, die Lübecker Bucht und auch andere Küstenabschnitte in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern möglich sind."

Welche heimische Quallenart nicht harmlos ist

Die meisten heimischen Quallenarten sind harmlos. "Die einzige Qualle, bei der man Vorsicht walten lassen muss, ist die Feuerqualle", sagt Javidpour. Berührungen sind mindestens unangenehm, können aber auch eine allergische Reaktion auslösen. Betroffene sollten sich an die Rettungsschwimmer der DLRG wenden und ihren Arzt kontaktieren.

An bewachten Stränden helfen die Rettungsschwimmer mit Hilfsmitteln zur Linderung der Symptome. "Ein starkes Brennen samt Rötung ist das sicht- und fühlbare Resultat einer Berührung mit Feuerquallen", sagt Wolfhagen. Rasierschaum helfe effektiv, die Symptome zu lindern.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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