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Bis zum Mittagessen gibt es hier nur Wei├čwein

Rasso Knoller/srt

09.09.2016Lesedauer: 5 Min.
Tramin in S├╝dtirol.
Tramin in S├╝dtirol. (Quelle: imago)
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"Kein Rotwein vor 12 Uhr". Der Wein-Toni kennt die Regel. Doch das S├╝dtiroler Original h├Ąlt sich nicht daran. Zu gut schmeckt ihm der Vernatsch und der ist nun mal rot. Und der leichtere Wei├čwein, von dem man in S├╝dtirol auch schon bald nach dem Fr├╝hst├╝ck "ein Glaserl" trinkt, ist seine Sache nicht. Schauen Sie sich die Gegend auch in unserer Foto-Show an.

Der Fluch vom Kalterer See

Der Wein-Toni ist heute 67 Jahre alt und hat den S├╝dtiroler Wein in Deutschland und ├ľsterreich bekannt gemacht. Auf seinem Lastwagen hat er schon vor 30 und mehr Jahren die F├Ąsser ├╝ber den Brenner hinweg in die Nachbarl├Ąnder gebracht und dort Werbung f├╝r Land und Wein gemacht. Zumindest letzterer hatte das auch bitter n├Âtig, denn der "Kalterer See" war nicht gerade f├╝r seine Qualit├Ąt bekannt und rangierte bei deutschen Weintrinkern in einer Liga mit M├Ądchentraube, Kellergeister und Amselfelder. Verkauft wurden sie alle - allerdings allein wegen des g├╝nstigen Preises. Das hat sich schon lange ge├Ąndert.

Der Kalterer See ist inzwischen ein durchaus trinkbarer Tropfen, hergestellt aus Tonis Lieblingstraube Vernatsch, die man in Deutschland eher als Trollinger kennt. Nicht m├╝de vom Vernatsch zu schw├Ąrmen wird auch Gerhard Sanin, der junge Kellermeister der Winzergenossenschaft Erste und Neue. Der sportliche Winzer ist zusammen mit einem Kollegen auf dem Tandem auf Werbetour sogar quer durch Italien geradelt, um die S├╝dtiroler Weinspezialit├Ąt landesweit bekannt zu machen. "Ein Vernatsch passt zu jedem Essen", sagt er ├╝berzeugt und empfiehlt seinen Liebling gek├╝hlt als Essensbegleiter und Sommerwein.

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Wein und Architektur

Im Weingut von Elena Walch sieht man das ein wenig anders, hier hat man die beliebteste regionale Traube, die auf gut 15 Prozent der S├╝dtiroler Anbaufl├Ąche w├Ąchst, aus dem Sortiment genommen. F├╝r die hochwertigen Weine vom Walchschen Gut, das von Mutter Elena und ihren beiden T├Âchtern Julia und Karoline gef├╝hrt wird, ist die bodenst├Ąndige Traube zu wenig strukturiert. Dem w├╝rde mancher Einheimische vermutlich widersprechen, denn zum Wein hat hier jeder eine eigene Meinung. Die Diskussionen am Stammtisch drehen sich denn auch meist um Trauben, Wetter und Sch├Ądlingsbefall, w├Ąhrend andernorts vielleicht Fu├čball und Frauen die wichtigsten Gespr├Ąchsthemen sind.

Die vielen unterschiedlichen Weinkeller, ein jeder mit eigener Philosophie und dazu passendem Sortiment, machen die Gegend auch f├╝r Touristen interessant, die wandernd, mit dem Fahrrad oder dem Lokalbus von einer Verkostung zur n├Ąchsten ziehen. Dabei wird teilweise auch architektonisch etwas geboten. Die Kellereien der Genossenschaften von Tramin und Kaltern w├╝rde man dank ihres modernen Designs eher in Berlin oder Mailand vermuten als in S├╝dtirol. Entsprechend hat es anfangs von einigen Dorfleuten heftige Kritik gehagelt. Inzwischen sind aber auch die einstigen Kritiker stolz auf die neuen Wahrzeichen und beim Verkosten am Tresen trifft man Einheimische und Touristen Seite an Seite.

Auch Alexander Vorhauser schaut ab und zu im Haus der Winzergenossenschaft in Kaltern vorbei. Seine Konditorei liegt nur einen Steinwurf davon entfernt. Als kleiner Hobbywinzer liefert er hier seine M├╝ller-Thurgau-Trauben ab und freut sich, wenn er "seinen" Wein verkosten kann. "Da sind auch ein paar Tr├Ąubchen von mir drin", erz├Ąhlt er lachend. Wichtiger aber noch - mit seinen Weinpralinen hat er eine Spezialit├Ąt kreiert, deren Bekanntheitsgrad inzwischen die Dorfgrenze ├╝berschritten hat.

Bio oben auf dem Berg

Wer zum Weingut von Thomas Niedermayer den Berg hinauff├Ąhrt, braucht ein gutes Orientierungsverm├Âgen. Der Biobetrieb des jungen Winzers ist nur ├╝ber winzige Nebenstr├Ą├čchen zu erreichen. Trotzdem sollte man den Ausflug machen, denn der 29-J├Ąhrige, dritter von sechs Br├╝dern, verk├Ârpert den neuen Geist im Land. Er baut Trauben an, die Pilzen besser widerstehen k├Ânnen und deswegen kaum noch gespritzt werden m├╝ssen. "Je nach Rebenart und Wetterlage fahren wird zwischen ein- und viermal im Jahr zum Spritzen raus", sagt Niedermayer und betont, dass die konventionelle Konkurrenz zwischen 14 und 18-mal mit dem Spritzwagen unterwegs ist. W├Ąhrend die dann mit einem Chemiecocktail den Sch├Ądlingen zu Leibe r├╝ckt, bringt Niedermayer Schwefel und Kupfer aus.

Den Schwefel h├Ąlt der ├ľkowinzer f├╝r unbedenklich, die Sache mit dem Kupfer gef├Ąllt ihm aber nicht, denn der reichert sich im Boden an. Weil er deshalb den Traum von der v├Âllig pilzresistenten Traube tr├Ąumt, kreuzen er und sein Vater im Vorgarten besonders widerstandsf├Ąhige Rebst├Âcke miteinander, in der Hoffnung, dass so einmal, wohlschmeckend und pilzresistent, die hauseigene Powerrebe entsteht. In professionellen Zuchtanlagen seien etwa zwei von 100000 Kreuzungsversuchen erfolgreich, sagt Niedermayer und zeigt aufs eigene G├Ąrtchen, in dem vielleicht zwei, drei Dutzend Pfl├Ąnzchen stehen. "Man wei├č ja nie", gibt er sich trotzdem optimistisch, "im Lotto sind die Chancen schlechter und doch machen die Menschen mit."

Bis die Niedermayers ihre eigene Rebsorte gez├╝chtet haben, bauen sie einstweilen Bronner, Solaris und Cabernet Cortis an. Pilzresistente Reben, an deren Namen man sich erst noch gew├Âhnen muss, aus denen Niedermayer aber erstaunlich gute Weine zaubert. Anders als bei den gro├čen Weinkellern, die mit edlen Verkaufsr├Ąumen locken, verkostet man seine Tropfen unterm Strohdach - gesch├╝tzt von Sonne und Regen. Wie man es von einem Biohof erwartet, laufen einem hier H├╝hner zwischen den Beinen herum, stolzieren Enten ├╝ber den Hof und m├╝mmeln Hasen im Stall. Die Hauskatze streift dagegen meist auf dem Grundst├╝ck des Nachbarn herum. Auf dem Stroblhof, der zur Kette der Vinumhotels geh├Ârt, baut man zwar auch Wein an, die Mieze ist aber eher an der Gastronomie interessiert und erschmeichelt sich von den G├Ąsten im Restaurant einen Obolus.

Wein mit Aussicht

Dass Gasth├Ąuser und Hotels in S├╝dtirol ihren eigenen Wein anbauen, ist nicht ungew├Âhnlich. Auch bei Fritz Dellago im Schlosshotel Korb in Eppan kommen eigene Kreationen auf den Tisch des Hauses. Dort f├╝hlt man sich allerdings schon berauscht, bevor man den ersten Schluck getrunken hat. Der Ausblick von der Veranda des Hauses und aus den meisten Zimmern sucht selbst in S├╝dtirol seinesgleichen. Unten im Tal liegt die Hauptstadt Bozen, dahinter der Bergzug des Ritten und auf der Hochebene breiten sich die verschiedenen Ortsteile von Eppan aus. Besonders die wuchtige Dorfkirche von St. Pauls, die die Einheimischen auch den Land-Dom von S├╝dtirol nennen, bestimmt das Panorama.

In St. Pauls liegt auch die gleichnamige Kellerei, die ebenfalls mit Weinen ihr Hauptgesch├Ąft macht, aber mit ihrem Praeclarus Sekt eine Nische abdeckt, um die sich sonst kaum einer in S├╝dtirol k├╝mmert. F├╝r den prickelnden Tropfen hat die Winzerei eigene Gl├Ąser kreieren lassen, in denen die Blasen besonders spektakul├Ąr aufsteigen. Die Verkostungstheke der Kellerei ist somit der perfekte Ort, um auf einen gelungenen Urlaub anzusto├čen.

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