• Home
  • Leben
  • Reisen
  • Europa
  • Spanien
  • Immobilienboom auf Mallorca verdrĂ€ngt Traditionslokale


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextWarmwasser abdrehen? Ministerin warntSymbolbild fĂŒr einen TextRussland stoppt Kasachstans ÖlexportSymbolbild fĂŒr einen TextAufregende Entdeckung am CernSymbolbild fĂŒr einen TextRiesiges Hakenkreuz in Feld gemĂ€htSymbolbild fĂŒr einen TextCarlos Santana kollabiert auf BĂŒhneSymbolbild fĂŒr einen TextÄrger um Vater von FußballprofiSymbolbild fĂŒr ein VideoHund adoptiert EntenkĂŒkenSymbolbild fĂŒr ein VideoMallorca droht BadeverbotSymbolbild fĂŒr einen TextDas sind die aktuellen Spam-RufnummernSymbolbild fĂŒr einen TextKatzenberger war mit Fan im BettSymbolbild fĂŒr einen TextMotorradfahrerin rast in Mercedes – totSymbolbild fĂŒr einen Watson Teaser"DSDS"-SĂ€ngerin soll Promi-Dame liebenSymbolbild fĂŒr einen TextSpielen Sie das Spiel der Könige

Was der Immobilienboom auf Mallorca fĂŒr Traditionslokale bedeutet

Von dpa
Aktualisiert am 23.08.2017Lesedauer: 3 Min.
Miete fast versechsfacht: Die traditionsreiche Bar Cristal wird aus Palma de Mallorca verschwinden.
Miete fast versechsfacht: Die traditionsreiche Bar Cristal wird aus Palma de Mallorca verschwinden. (Quelle: Patrick Schirmer/dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Sie habe auf Mallorca seit Jahren eine Routine, erzĂ€hlt Yvonne Siebenmann. Wenn sie vom Flughafen mit der Buslinie 1 im Zentrum Palmas ankommt, geht sie als erstes gegenĂŒber in die Bar Cristal an der Plaça d'Espanya und trinkt ein Glas Cava. "Dann fĂ€ngt der Urlaub an."

Das Traditionslokal ist nicht nur der Schweizerin, sondern unzĂ€hligen Einheimischen und Besuchern sehr ans Herz gewachsen. Lange wird es die Bar Cristal mit ihren adrett in schwarzer Hose und weißem Hemd gekleideten Kellnern aber nicht mehr geben.

Mieten steigen in unbezahlbare Höhen

Betreiber Tolo Ramis sieht sich gezwungen, den Laden dichtzumachen. "Einen genauen Termin habe ich noch nicht", erzĂ€hlt er. "Aber ich rechne, dass es im September oder Oktober so weit ist." 25.000 Euro soll demnach die neue Monatsmiete betragen. "Plus Mehrwertsteuer", sagt der 56-JĂ€hrige, der die Bar mit seiner Schwester Mita leitet. Zuviel fĂŒr den Gastwirt, dessen Familie die 1930 eröffnete Bar im Jahr 1955 ĂŒbernommen hat. "Bis jetzt haben wir rund 5000 Euro gezahlt, inklusive der Steuer." Zehn Mitarbeiter werden ihren Job verlieren.

Immobilienboom in Palma

In Palma gibt es einen Immobilienboom. In den vergangenen sechs Monaten seien die Mietpreise fĂŒr GeschĂ€fte in der Stadt um 15 Prozent gestiegen, sagt Toni Sampol, Sprecher des Verbandes fĂŒr kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen auf Mallorca (Pimem). Allerdings sei das nur der Durchschnitt. In der Altstadt hĂ€tten sich die Mietpreise im genannten Zeitraum locker verdoppelt. Das Schicksal von Tolo und Mita Ramis ist daher keine Ausnahme.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Ukraine meldet neue Raketenangriffe – Selenskyj kritisiert MilitĂ€rs
Ein Mann steht auf den TrĂŒmmern einer Schule in Charkiw: Sie ist bei einem russischen Raketenangriff zerstört worden.


Traditionsreiche Lokale können bei Preiserhöhungen nicht mithalten

"Die Schließung der Bar Cristal bedeutet das Ende eines weiteren bei Einheimischen und Touristen beliebten Ortes, der unsere Stadt geprĂ€gt hat", sagt Sampol. Und beginnt aufzulisten: "Ende April hat das CafĂ© LĂ­rico am Passeig del Born geschlossen, zuvor der Kunsthandel Art Oms in der gleichnamigen Straße oder die Buchhandlung Ripoll im Carrer Sant Miquel." Eine genaue Statistik ĂŒber die geschlossenen TraditionsgeschĂ€fte werde derzeit erstellt.

Das Palma von frĂŒher wird es bald nicht mehr geben

Die Plaça d'Espanya verĂ€ndert sich, ganz Palma tut es. Zwei HĂ€user weiter von der Bar Cristal, wo frĂŒher die Kneipe "Cerveceria La Sureña" war, ist erst vor einigen Tagen eine Imbiss-Kette eingezogen. Dort wo Ramis (noch) Kaffee, Sandwiches und mallorquinische Tapas serviert, soll GerĂŒchten zufolge ein Telekommunikationsunternehmen oder ein KinderbekleidungsgeschĂ€ft einziehen. Internationale Marken, die sich die Mieten leisten können.

Nur noch wenige authentische Lokale sind ĂŒbrig

Siebenmann sitzt an diesem sonnigen Morgen mit ihrem Bekannten Peter Haudenschild bei Kaffee und GebĂ€ck wieder in der Bar Cristal vor dem eindrucksvollen Jugendstil-GebĂ€ude des Architekten Gaspar BennĂ ssar aus dem Jahr 1916. "Hier fĂŒhlt man sich willkommen", sagt der pensionierte Ökonomieprofessor Haudenschild. "Es ist ein authentischer Ort. Ob Xisco oder Llorenç: die Kellner sind ĂŒber die Jahre immer dieselben. Sogar die Frisuren haben sich nicht groß verĂ€ndert."

Investoren und Verbraucher sind gleichermaßen Schuld

Doch andere Dinge haben sich verĂ€ndert: "Der Massentourismus und die unsichere Situation in anderen MittelmeerlĂ€ndern haben sicher dazu gefĂŒhrt, dass die Investoren hier viel Geld bieten", sagt Sampol. Die Verantwortung will er aber nicht nur bei den Investoren suchen. "Das ist klar eine Sache der Verbraucher. Wir können nicht jeden Tag in den Supermarkt gehen und uns dann beklagen, dass der Tante-Emma-Laden schließt."

Die Gesetze des Marktes sind unerbittlich

Auch bei der Stadt Palma gibt man sich betroffen ob der Schließung der Bar Cristal. "Hier hat man sich gern auf einen Kaffee getroffen", heißt es aus dem Rathaus. Machen könne man aber nicht viel. "Das regeln die Gesetze des Marktes." Dazu kommen GeschĂ€fte, deren Betreiber aufhören, weil sie keine Nachfolger finden, wie etwa der Schreibwarenhandel Casa Roca, der 2016 nach 166 Jahren schloss. Auch da reißen sich die Investoren drum.

Kann ein Subventionsplan die Traditionsunternehmen retten?

Die Stadt ist aber dabei, einen neuen Subventionsplan zu erstellen, der – wie es heißt – auch traditionelle GeschĂ€fte einschließen könne. Damit sich wenigstens das Stadtbild nicht zu sehr verĂ€ndert, hat man im Juni 162 zusĂ€tzliche GebĂ€ude und architektonische Elemente unter Denkmalschutz gestellt, darunter auch die Casa Roca.

Die Stadt verliert ihre IdentitÀt

"Es ist eine besorgniserregende Entwicklung, die sich gerade hier vollzieht", klagt Yvonne Siebenmann. "Die Stadt verliert langsam ihre IdentitÀt." Auch im Kleinen: "Hier wird die Flasche Brandy noch auf den Tisch gestellt, wenn man einen "rebentat", einen Kaffee mit Schuss, bestellt", erzÀhlt Haudenschild. "Das gibt es bei den neuen Lokalen nicht mehr."

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
MallorcaPalma de Mallorca
Ratgeber

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website