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Kreuzfahrten: Trinkgeld darf nicht automatisch abgebucht werden

Rechte von Urlaubern gestärkt  

Trinkgeld darf auf Kreuzfahrt nicht automatisch abgebucht werden

04.09.2019, 16:26 Uhr | dpa-tmn, jb, msc, t-online.de

Kreuzfahrten: Trinkgeld darf nicht automatisch abgebucht werden. Geld auf einem Zettel mit dem Schriftzug "Danke!": Trinkgeld ist die freiwillige Leistung eines Gastes. Auch auf Kreuzfahrten müssen Reisende daher selbst entscheiden können, ob sie es bezahlen oder nicht.  (Quelle: dpa/tmn/Jens Kalaene)

Geld auf einem Zettel mit dem Schriftzug "Danke!": Trinkgeld ist die freiwillige Leistung eines Gastes. Auch auf Kreuzfahrten müssen Reisende daher selbst entscheiden können, ob sie es bezahlen oder nicht. (Quelle: Jens Kalaene/dpa/tmn)

Auf vielen Kreuzfahrten werden sogenannte Zwangstrinkgelder automatisch abgebucht. Das führt immer wieder zu Unmut bei den Passagieren und auch beim Verbraucherschutz. Ist das überhaupt erlaubt? Das sagen Gerichte.

Nicht auf jedem Ozeanriesen können Reisende selbst entscheiden, ob sie ein Trinkgeld zahlen oder nicht. Einige Reiseanbieter erheben eine pauschale Gebühr, die dann automatisch von dem Bordkonto des Passagiers ohne dessen ausdrückliche Erlaubnis abgebucht wird. Diese Vorgehensweise ist laut aktuellem Urteil des Oberlandesgerichtes Koblenz (Az.: 2 U 1260/17) unzulässig. Auch ein Hinweis, dass die Zahlung vom Gast nach Bedarf gekürzt, erhöht oder gestrichen werden kann, reichte den Richtern des Oberlandesgerichts nicht aus. 

Bereits im Dezember 2017 hatte das Landgericht Koblenz (Az.: 15 O 36/17) in dem gleichen Fall zu Gunsten des Klägers und gegen den Reiseveranstalter entschieden. Derartige Zusatzentgelte zum Reisepreis dürften nur mit ausdrücklicher und gesonderter Zustimmung des Urlaubers kassiert werden, erklärt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Reiseanbieter buchte zehn Euro täglich ab

Im verhandelten Fall hatte der Reiseanbieter automatisch zehn Euro pro Person und Nacht als "Trinkgeldempfehlung" vom Bordkonto der Reisenden abgebucht. Das Unternehmen verwies auf eine entsprechende Regelung in den Geschäftsbedingungen. Im Reiseprospekt wurde darauf hingewiesen, dass die Zahlung an der Rezeption gekürzt, gestrichen oder erhöht werden könne. Dagegen klagten die Verbraucherschützer – mit Erfolg. Nach Auffassung des Richters verstieß das Unternehmen gegen das Gebot der Ausdrücklichkeit. Diese besagt, dass die ausdrückliche Zustimmung des Verbrauchers nötig ist.


Die Verbraucherschützer loben die Entscheidung der Richter. Es müsse dem Passagier überlassen bleiben, ob und in welcher Höhe sie ein Trinkgeld zahlen wollen. Die Sitte, Beiträge ohne vorherige Erlaubnis einzubehalten, sei nun laut vzbv rechtswidrig. "In der Kreuzfahrtbranche ist es gängige Praxis, die Endpreise durch versteckte Trinkgelder zu erhöhen. Dem wurde endlich eine Grenze gesetzt." Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Verbraucherzenrtale Bundesverband
  • Oberlandesgericht Koblenz
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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