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Reisebüro sorgt mit "Mafia-Tour" auf Sizilien für Empörung

"Beleidigung der Opfer"  

Reisebüro sorgt mit "Mafia-Tour" auf Sizilien für Empörung

23.03.2017, 17:40 Uhr | AFP

Reisebüro sorgt mit "Mafia-Tour" auf Sizilien für Empörung. Levanzo Island Trapani auf Sizilien, Italien (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Domenico Nardozza)

Der Bürgermeister des auf der Tour liegenden Städtchens Trapani stellt sich gegen die "Mafia-Tour" (Quelle: Domenico Nardozza/Thinkstock by Getty-Images)

Mit einer "Mafia-Tour" auf Sizilien hat ein Reisebüro für Empörung gesorgt. Der Anbieter verteidigte seine Führungen durch ein Mafia-Museum sowie Wohnorte berüchtigter Bosse auf seiner Website mit den Worten, eigentlich handele es sich um eine "Anti-Mafia-Tour". Doch der harschen Kritik tat das keinen Abbruch.

"Beleidigung für die Opfer"

Das Angebot sei eine "Beleidigung der Opfer" und ein "Schlag ins Gesicht" derjenigen, die Tag für Tag dafür kämpften, die Mafia-Kultur zu "vernichten", sagte Maria Falcone, die Schwester des 1992 von der Mafia ermordeten Richters Giovanni Falcone.

Schließung der Reisebüro-Website gefordert

Der Bürgermeister des auf Gianni Grillos Tour liegenden Städtchens Trapani, Vito Damiano, forderte die Schließung der Website des Reisebüros Easy Trapani. "Das ist Wahnsinn, eine Beleidigung für eine ganze Stadt", sagte Damiano der Zeitung "La Repubblica".

Zu der halb- oder ganztägigen "Mafia-Tour" gehört ein Besuch im Mafia-Museum von Salemi. Je nach Dauer des Tripps fährt man außerdem zu Häusern berüchtigter Mafiosi wie Toto Riina und Bernardo Provenzano in Corleone, die durch Francis Ford Coppolas Filmreihe "Der Pate" unsterblich wurden. Auch ein Halt in Castelvetrano ist möglich, von wo der flüchtige Matteo Messina Denaro stammt, der als Boss der sizilianischen Mafia gilt.

Der Macher der Tour möchte hingegen informieren

Er wolle mit seinem Angebot "informieren" und Touristen ein "breiteres Verständnis" der Cosa Nostra geben, die nach wie vor die sizilianische Gesellschaft beeinflusse, erklärte Grillo auf seiner Website. "Die Mafia tötet, Schweigen auch", zitierte er zudem den Mafia-Gegner und Journalisten Peppino Impastato, der 1978 ermordet wurde.

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