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Alter Streit ist beendet: Mazedonien bekommt einen neuen Namen

Damit endet ein alter Streit  

Mazedonien bekommt einen neuen Namen

19.06.2018, 18:23 Uhr | Takis Tsafos, dpa

Alter Streit ist beendet: Mazedonien bekommt einen neuen Namen. Alexis Tsipras empfängt Zoran Zaev (Quelle: AP/dpa/Yorgos Karahalis)

Alexis Tsipras empfängt Zoran Zaev (Quelle: Yorgos Karahalis/AP/dpa)

Das kleine Mazedonien bekommt einen neuen Namen. Damit endet ein langer Streit mit dem Nachbarn Griechenland. Worum es ging und wie das Land nun heißt, erfahren Sie hier.

Die Außenminister von Griechenland und Mazedonien haben ein vorläufiges Abkommen unterzeichnet, das den jahrzehntealten Streit um den Staatsnamen Mazedonien beenden soll. Das im grenznahen Ort Psarades unterzeichnete Dokument sieht vor, dass Mazedonien künftig den offiziellen Namen "Republik Nord-Mazedonien" trägt. Es muss noch von den Parlamenten beider Staaten und in einem Referendum in Mazedonien gebilligt werden.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras sprach in Psarades von einem "mutigen, historischen und nötigen Schritt für unsere Völker". Das Abkommen "eröffnet einen Weg für Frieden, Brüderlichkeit und Wachstum für unsere Länder, den Balkan und Europa".

Mazedoniens Ministerpräsident Zoran Zaev sagte: "Wir werden Partner und Verbündete sein." Beide Länder "treten aus der Vergangenheit heraus und blicken in die Zukunft".

Ob das Abkommen die parlamentarischen Hürden und das Referendum übersteht, ist freilich noch offen. In beiden Ländern stößt die Vereinbarung auf erhebliche Vorbehalte. Die konservative Opposition in Griechenland lehnt sie ab. Ein von ihr einbrachter Misstrauensantrag gegen Tsipras wurde allerdings am Samstag mit klarer Mehrheit im Parlament zurückgewiesen.

Auch Mazedoniens Opposition und der von ihr gestellte Präsident Gjorge Ivanov sind gegen das Abkommen, das Zaev mit Tsipras ausgehandelt hatte.

Der Streit um den Namen Mazedonien hatte die Beziehungen zwischen Griechenland und seinem nördlichen Nachbarn seit langem belastet. Der Konflikt reicht ins Jahr 1991 zurück, als sich die bisherige jugoslawische Teilrepublik für unabhängig erklärte und sich den Namen Mazedonien gab.

Aus Athener Sicht ist der Name Mazedonien Teil des griechischen Nationalerbes. Viele Griechen befürchten, der Nachbar könnte mit der Landesbezeichnung Mazedonien Ansprüche auf die gleichnamige nordgriechische Provinz erheben. Die Vorbehalte Griechenlands standen bislang einer weiteren Annäherung Mazedoniens an EU und Nato im Wege.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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