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Verona: Historikerin entdeckt seltenes Relikt zufällig im Museum


Aus dem 11. Jahrhundert
Historikerin entdeckt seltenes Relikt – im Museum

Von t-online, lhe

Aktualisiert am 05.03.2024Lesedauer: 2 Min.
Ein Ausschnitt des Astrolabiums: Die hebräischen Schriftzeichen sind schwächer sichtbar als die arabischen.Vergrößern des BildesEin Ausschnitt des Astrolabiums: Die hebräischen Schriftzeichen sind schwächer sichtbar als die arabischen. (Quelle: brill.com)
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Eine Historikerin hat ein seltenes Messinstrument entdeckt – durch einen Zufall. Was das Objekt aus Messing so besonders macht.

Früher gab es keine riesigen, leistungsstarken Teleskope, mit denen man sogar etliche Lichtjahre entfernte Himmelskörper beobachten konnte. Aber ganz im Dunklen tappten unsere Vorfahren auch nicht. Es gab schon vor Hunderten von Jahren Geräte und Instrumente, die bei der Bestimmung von Positionen von Sternen und Planeten halfen.

Eines dieser Relikte wurde nun von einer Historikerin entdeckt – nicht etwa bei einer Ausgrabung, sondern beim Durchstöbern der Webseite des Museo Miniscalchi-Erizzo im italienischen Verona. Federica Gigante von der University of Cambridge fiel ein sogenanntes Astrolabium auf.

Ein Astrolabium ist ein astronomisches Instrument zur Bestimmung von Positionen von Himmelskörpern und zur Navigation, das beispielsweise auch von Seefahrern genutzt wurde. Es sieht aus wie eine flache Scheibe mit Markierungen für Sterne und Planeten. Ein Astrolabium hat einen beweglichen Arm, mit dem man Winkel messen kann, um die Positionen der Himmelskörper am Himmel zu bestimmen.

Astrolabium zählt zu den ältesten Europas

Wie "Scinexx" schreibt, schaute sich Gigante das Relikt schließlich im Museum an. Dabei fiel der Historikerin auf, dass die Beschriftungen auf dem Astrolabium in drei verschiedenen Sprachen verfasst wurden – zuerst auf Arabisch, später auch auf Hebräisch und Latein. Die Himmelskarte zeige die Position der Sterne so, wie sie in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts zu sehen waren.

Das würde bedeuten, dass das Astrolabium zu den ältesten seiner Art in ganz Europa gehört. Die Expertin geht davon aus, dass das Instrument im maurischen Andalusien hergestellt wurde. Dort diente es unter anderem zur Ermittlung der islamischen Gebetszeiten. Seine spätere Reise scheint es mit jüdischen Auswanderern nach Italien gemacht zu haben.

"Damit ist dies nicht nur ein unglaublich seltenes Objekt, es ist auch ein wertvolles Zeugnis des wissenschaftlichen Austauschs zwischen Arabern, Juden und Christen über Jahrhunderte hinweg", erklärt Gigante.

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