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Neuwagen-Preise: Wie die Hersteller ihre Autos verteuern


Die Schamlos-Tricks der Autobauer


Aktualisiert am 06.11.2023Lesedauer: 2 Min.
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Audi Q4 e-tron: Basismodell aus dem Programm gestrichen.Vergrößern des Bildes
Audi Q4 e-tron: Basismodell aus dem Programm gestrichen. (Quelle: sagmeister_potography)

Verordnungen und Knappheiten machen Neuwagen teurer, heißt es immer wieder. Das ist aber nur die eine Wahrheit. Die andere finden Sie hier.

Jeder weiß es: Unsere Autos werden immer teurer. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Energiekosten steigen, bestimmte Materialien sind knapp und deshalb auch immer kostbarer. Ein weiterer Preistreiber aber sind die Autohersteller selbst. Indem sie ganz bewusst günstige Einstiegsmodelle aus dem Programm nehmen. Hier ein paar Beispiele und ihre Folgen.

Günstige Basismodelle aus dem Programm gelöscht

Neuester Schamlos-Fall: der Audi Q4 E-Tron (mitsamt Coupé-Variante). Im Sommer 2021 kam das Elektro-SUV auf den Markt. Bislang lag sein Basispreis bei 41.900 Euro für das Modell Q4 35 E-Tron. Wer nun in die Bestell-Liste schaut, wird merken: Audi hat das Einstiegsmodell ganz einfach aus seinem Angebot gelöscht. Dadurch kostet die günstigste Variante 51.900 Euro (Q4 35 E-Tron) – glatte 10.000 Euro mehr. Fürs Coupé "Sportback" kommen nochmals 2.000 Euro hinzu.

Diese Methode ist beliebt im Volkswagen-Konzern. Nächstes Beispiel: der VW Polo. Im Jahr 2002 kostete das Basismodell noch 11.225 Euro. Selbst im Jahr 2016, zum Start der aktuellen Generation, war die Einstiegsvariante noch für 12.600 Euro zu haben.

Das bedeutete einen Preisanstieg von 1.375 Euro innerhalb von 14 Jahren, in denen das Auto größer, sicherer, einfach besser geworden war. Dass Verbesserungen ihren Preis haben, werden viele Autofahrer ganz bestimmt verstehen.

Aber: Dann griff VW richtig durch. Der Zweitürer und der Einstiegsmotor flogen genauso aus dem Modellprogramm wie die günstigeren Basisausstattungen. Der günstigste Polo ist nun das Modell "Life" für derzeit 19.925 Euro. Allein seit dem Jahr 2016 wurde der Einstieg ins Segment somit um mehr als 7.000 Euro teurer.

Golf war 2018 billiger als der heutige Polo

Auch hierzu ein kleiner Vergleich: Noch im Jahr 2018 kostete der günstigste VW Golf etwa 18.000 Euro – deutlich weniger also, als VW vier Jahre später für den billigsten Polo verlangt. Der Golf selbst ist heute für nicht weniger als 29.560 Euro zu haben. Also für über 11.000 Euro mehr als vor vier Jahren.

Natürlich hat die höherwertige Basisversion einen größeren Motor und mehr Ausstattung. Entsprechend teurer ist damit aber auch ihr Unterhalt. Für so manchen Autofahrer ist das also nicht mal ein schwacher Trost. Sondern gar keiner. Viele Autofahrer sind nicht mit grenzenlosen Budgets gesegnet. Was sie brauchen, ist günstige Mobilität – und nicht zehnfarbiges Ambientelicht und beleuchtete Make-up-Spiegel.

Das aber wird allmählich schwierig. Denn das Angebot an bezahlbaren Einstiegsmodellen wird immer knapper. Nicht einmal 40 Baureihen gibt es in Deutschland mit einem Basispreis unter 20.000 Euro, errechnete die Zeitschrift "Auto Straßenverkehr". Künftig dürften es deutlich weniger werden. Denn die strengen CO2-Normen der EU machen Umrüstungen nötig oder fegen Kleinwagen mit Verbrennungsmotor aus dem Modellprogramm.

Und wer spürbar weniger bezahlen will, muss auf Kleinstautos wie den VW Up zurückgreifen. Den 3,60 Meter kurzen Zweitürer gab es zuletzt ab 14.130 Euro. Dass er damit weit teurer war als der VW Polo des Jahres 2016 – wen wird es überraschen. Und derzeit ist das Modell aus dem VW-Angebot spurlos verschwunden.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
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