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So dramatisch sieht das Waldsterben aus

Leserfotos vom Waldsterben  

"Der Blick in die Baumkronen entlarvt die traurige Wahrheit"

27.06.2021, 13:10 Uhr
So dramatisch sieht das Waldsterben aus. Tote Nadelbäume bei der Sophienhöhe in der Nähe von Jülich in Nordrhein-Westfalen: Gerade im Kontrast zum frischen Grün heben sich die vielen abgestorbenen Stämme deutlich hervor. (Quelle: t-online-Leser Kurt Blaschke)

Tote Nadelbäume bei der Sophienhöhe in der Nähe von Jülich in Nordrhein-Westfalen: Gerade im Kontrast zum frischen Grün stechen die vielen abgestorbenen Stämme deutlich hervor. (Quelle: t-online-Leser Kurt Blaschke)

Vielerorts stirbt der deutsche Wald – Trockenheit und Schädlinge setzen ihm zu. Das wird auch immer sichtbarer. Leserinnen und Leser von t-online zeigen den erschreckenden Zustand in ihren Fotos.

Vertrocknete, tote und morsche Stämme weit und breit. Einst stand hier ein dichter, grüner Wald. Jetzt ragen überall braune, abgestorbene Fichten gen Himmel. Tote Natur, für die jede Hilfe zu spät kommt. Durch die Klimakrise verursachte Trockenheit schädigt den deutschen Wald. Das wiederum ist eine ideale Voraussetzung für Borkenkäfer und andere Schädlingen, die sich im Gehölz einnisten und das Waldsterben beschleunigen. 

Beobachtungen wie diese haben auch Kurt Blaschke, Sabrina Förster und Rosemarie Schieren gemacht, die uns Geschichten über den Gesundheitszustand des Waldes in ihren Heimatregionen erzählen. Sie sind nur drei von vielen t-online-Leserinnen und -Lesern, die sich um das Wohlergehen der deutschen Naturlandschaft sorgen und durch ihre Fotos auf den Zustand des Waldes aufmerksam machen wollen.

Kurt Blaschke kämpft für den Wald im nordrhein-westfälischen Eggegebirge

Der naturbegeisterte t-online-Leser Kurt Blaschke setzt sich seit vielen Jahren intensiv für den Wald ein. Besonders das Eggegebirge bei seiner Heimatstadt Altenbeken in Nordrhein-Westfalen liegt ihm am Herzen. 

Die sogenannte Egge sei "vor den Stürmen und den Borkenkäfern dicht bewaldet von Fichten-Plantagen" gewesen, schreibt er. Besonders kritisiert Blaschke die Abholzung und den Abtransport des Totholzes in der Egge. Er spricht von einem "Kahlschlag". Dabei kann Totholz für die Regeneration des Walds wichtig sein, da es die Möglichkeit für die Entwicklung neuen Lebens schafft und damit zur Vielfalt des Waldes beiträgt. Blaschke ist in der Region bei den Grünen aktiv und kämpft für die Einrichtung eines Nationalparks auf dem Gebiet des Mittelgebirgszuges.

In Vorher-Nachher-Aufnahmen hat Kurt Blaschke den Zustand seines Waldes dokumentiert.

Hier ein Bild eines Rastplatzes an einer Gabelung von Wanderwegen aus dem Jahr 2015:

Rastplatz und Wegweiser am Eggeweg: 2015 gab es hier noch einen reichen Baumbestand. (Quelle: t-online-Leser Kurt Blaschke)Rastplatz und Wegweiser am Eggeweg: 2015 gab es hier noch einen reichen Baumbestand. (Quelle: t-online-Leser Kurt Blaschke)

Die gleiche Stelle nur fünf Jahre später. Auch wenn der Blickwinkel der Aufnahme aus dem Jahr 2020 nicht genau der gleiche ist, so zeigt das Foto doch offensichtlich, wie stark der Baumbestand zurückgegangen ist.

Rastplatz und Wegweiser am Eggeweg: Kahle Stellen geben einen weiten Blick auf die Landschaft frei. (Quelle: t-online-Leser Kurt Blaschke)Rastplatz und Wegweiser am Eggeweg: Kahle Stellen geben einen weiten Blick auf die Landschaft frei. (Quelle: t-online-Leser Kurt Blaschke)

Rosemarie Schieren beobachtet ein "Drama" in der Eifel

t-online-Leserin Rosemarie Schieren will mit ihren Bildern bewirken, dass "sich endlich mal was ändert!" Sie schreibt: "Meine Fotos erzählen alle vom Drama im Wald hinter meinem Garten." Dieser ist Teil des Nationalparks Eifel in Nordrhein-Westfalen.

Bäume im Kermeter, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet im Nationalpark Eifel, in Nordrhein-Westfahlen: In den vergangenen Jahren sind hier ganze Baumbestände Opfer von Dürre geworden. (Quelle: t-online-Leserin Rosemarie Schieren)Bäume im Kermeter, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet im Nationalpark Eifel in Nordrhein-Westfahlen: In den vergangenen Jahren sind hier ganze Baumbestände Opfer von Dürre geworden. (Quelle: t-online-Leserin Rosemarie Schieren)

Im Nationalpark Eifel ist das Fichtensterben sehr sichtbar, da der Park sich bewusst dafür entschieden hat, die toten Bäume nicht zu entfernen, sondern auf eine natürliche Regeneration des Waldes zu setzen, der Natur freien Lauf zu lassen. Schieren schreibt bezüglich der toten Nadelbäume: "Sie alle werden aus unserem Wald verschwinden und mit ihnen das gesunde Klima."

Dieser Text ist als Teil des regelmäßigen Formats "Der Leserauftrag" entstanden. Hierbei können Leserinnen und Leser von t-online darüber abstimmen, welche Themen wir als Redaktion umsetzen sollen. Wenn Sie über die Abstimmungsmöglichkeiten und Ergebnisse informiert werden möchten, abonnieren Sie gerne unseren Newsletter.

Sabine Förster sorgt sich um den Laubwald der Sieben Berge in Niedersachsen

t-online-Leserin Sabine Förster beobachtet den Buchenmischwald in den Sieben Bergen in Niedersachsen: Sie sieht ein dramatisches Buchensterben. Sie sagt: "Vertrocknete Fichtenschonungen mögen besonders krasse Bilder abgeben, wirklich besorgniserregend ist jedoch der Verlust der in unserer Region heimischen Laubwälder." 

Besonders der Ausblick vom Ort Alfeld, der am Fuße der Sieben Berge liegt, in die umgebende Landschaft beunruhige sie. Der Ort sei umgeben von mehreren bewaldeten Anhöhen. "Überall dort sieht man sterbende oder bereits vertrocknete Laubbäume. Da, wo das Auge zunächst auf Grün und Gesundheit trifft, entlarvt jeder Blick in die Baumkronen die traurige Wahrheit."

Gefällte Buchen: Die sterbenden Bäume mussten zur Sicherung des Weges abgeholzt werden. (Quelle: t-online-Leserin Sabine Förster)Gefällte Buchen: Die sterbenden Bäume mussten zur Sicherung des Weges abgeholzt werden. (Quelle: t-online-Leserin Sabine Förster)

Auch für Autofahrer, schreibt sie, stelle diese Entwicklung langfristig ein Problem dar. Denn die Bäume befestigten auch die Vegetation und stellten damit eine wichtige Absicherung gegen Steinschläge dar. Damit sei die Sicherheit auf den Straßen in Gefahr. Förster befürchtet, dass langfristig Erdrutsche wichtige Verbindungsstraßen beschädigen und blockieren könnten.

Verwendete Quellen:

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