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Attacke auf Pariser Polizeirevier: Angreifer lebte in deutschem Asylheim

Attacke am Jahrestag von "Charlie Hebdo"  

Angreifer von Paris lebte in deutscher Asylunterkunft

10.01.2016, 09:42 Uhr | dpa

Attacke auf Pariser Polizeirevier: Angreifer lebte in deutschem Asylheim. Einsatzkräfte auf den Straßen des 18. Distrikts von Paris, wo am Donnerstag ein Angreifer erschossen wurde. (Quelle: Reuters)

Einsatzkräfte auf den Straßen des 18. Distrikts von Paris, wo am Donnerstag ein Angreifer erschossen wurde. (Quelle: Reuters)

Der Mann, der am Jahrestag des Anschlags auf das Magazin "Charlie Hebdo" vor einem Pariser Polizeirevier erschossen wurde, hat in einer Asylbewerberunterkunft in Nordrhein-Westfalen gewohnt. Das teilte das Landeskriminalamt (LKA) mit.

Er lebte demnach bis zum Dezember 2015 in einer Wohnung auf dem Gelände einer Unterkunft in Recklinghausen. Einsatzkräfte untersuchten die Wohnung. Hinweise auf mögliche Anschläge fanden sie dabei nicht.

Der Mann war am Donnerstag, dem ersten Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo", in Paris mit einer Sprengstoffgürtel-Attrappe auf zwei Polizisten zugelaufen, hatte "Allah ist groß" gerufen und ein Schlachterbeil gezogen. Die Beamten erschossen ihn.

Ermittler fanden bei ihm ein Bekenntnis zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und in seinem Handy eine deutsche Sim-Karte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordversuchs und Terrorismus.

IS-Zeichen an die Wand gemalt 

Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise schreibt, war der Mann in der Bundesrepublik unter vier Aliasnamen registriert. Asyl habe er unter dem Namen Walid Salihi beantragt.

In einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen habe er im September 2015 das Zeichen des IS an die Wand gemalt. Die in Deutschland angegebenen Staatsangehörigkeiten waren der Zeitung zufolge mal syrisch, mal marokkanisch, mal georgisch. Der Mann sei dort zudem mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten.

Bürgermeister "bestürzt und betroffen"

In Frankreich hatte sich der Mann laut Staatsanwalt bei einer früheren Kontrolle als Marokkaner ausgegeben. In einem bei ihm gefundenen Schreiben nannte er dagegen einen anderen Namen und bezeichnete sich als Tunesier - als dieser soll er französischen Medien zufolge auch von seinem Umfeld erkannt worden sein. Seine tatsächliche Identität ist aber noch nicht offiziell bestätigt.

Nach Informationen des Nachrichtenportals "Spiegel Online" posierte der Mann in seiner nordrhein-westfälischen Flüchtlingsunterkunft mit einer IS-Fahne. Die Landesbehörden stuften ihn demnach als Verdachtsfall ein, doch im Dezember 2015 verschwand er spurlos aus Recklinghausen.

Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche zeigte sich "bestürzt und betroffen": "Sollten wir zu der Aufklärung des Sachverhalts durch das Landeskriminalamt (LKA) etwas beitragen können, werden wir das selbstverständlich unverzüglich tun", sagte er. "Ich werde mir dazu bereits am Sonntagmorgen in der Verwaltung gemeinsam mit Vertretern der zuständigen Fachbereiche ein Bild der Lage machen."

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