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Kleiner Waffenschein: Alles rund um Kosten, Antrag und Regeln

Regeln und Kosten  

Alles rund um den Kleinen Waffenschein

01.08.2016, 10:26 Uhr | dpa

Kleiner Waffenschein: Alles rund um Kosten, Antrag und Regeln. Eine Schreckschusspistole wird abgefeuert. (Quelle: dpa)

Eine Schreckschusspistole wird abgefeuert. (Quelle: dpa)

Immer mehr Menschen in Deutschland wollen scheinbar in der Lage sein, sich notfalls selbst zu verteidigen - und besitzen einen Kleinen Waffenschein. t-online.de beantwortet die wichtigsten Fragen:

Wann braucht man einen Kleinen Waffenschein?

Grundsätzlich kann jeder in Deutschland ab 18 Jahren Schreckschuss-, Gas- oder Signalwaffen frei erwerben. Vorausgesetzt diese Arten von Waffen haben das Siegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Dann dürfen Besitzer diese Waffen in ihren eigenen vier Wänden aufbewahren - auch ohne behördliche Genehmigung.

Wer hingegen unterwegs eine der genannten Waffen bei sich trägt, braucht einen Kleinen Waffenschein. Er gilt nur in Verbindung mit einem gültigen Personalausweis oder Pass. "Selbst das Mitführen einer solchen Waffe im Handschuhfach eines Pkw kann ein Mitführen im Sinne des Waffengesetzes darstellen", erklärt Frank Scheulen vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen.

Was ist mit Reizgas und Pfefferspray?

Das ist eine etwas vertrackte Sache. Steht auf der Pfefferspray-Dose drauf "zur Tierabwehr" oder "nur zur Tierabwehr", dann darf die Dose ohne den Kleinen Waffenschein mitgeführt werden. Fehlt allerdings dieser Aufdruck, dann unterliegt die Dose Pfefferspray dem Waffenrecht und fällt unter die Regelungen des Kleinen Waffenscheins.

Wenn Pfefferspray, unabhängig von dem besagten Aufdruck, nachweislich zum Zwecke der Notwehr genutzt wird, ist das zulässig. Jede andere Anwendung gegen Menschen ist strafbar.

Anders ist es bei "CS-Gas", auch als Tränengas bekannt. Der Gesetzgeber regelt, dass Reizstoffsprühgeräte für dieses "2-Chlorbenzylidenmalonsäuredinitril" nicht unter das Waffengesetz und den Kleinen Waffenschein fallen. Ab dem Alter von 14 Jahren dürfen diese frei erworben und auch in der Öffentlichkeit mitgeführt werden. Aber auch hier gilt: Der Einsatz ist nur für die Notwehr erlaubt, alles andere ist abermals strafbar.

Unter welchen Voraussetzungen bekommt man einen Kleinen Waffenschein?

Wer einen Kleinen Waffenschein beantragen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein. Weitere Voraussetzungen sind Zuverlässigkeit und persönliche Eignung - dazu gehört etwa, dass man keine Vorstrafen haben darf. Ein Sachkunde- oder ein Haftpflichtversicherungsnachweis seien allerdings nicht nötig, sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin.

Wo kann man ihn beantragen?

Je nach Kommune stellt den Schein das Ordnungsamt, die Polizei oder die Kreisverwaltung aus. Interessenten sollten sich bei ihrer Stadtverwaltung erkundigen. Die bearbeitende Stelle gleicht die Angaben des Antragstellers mit eventuellen Eintragungen im Bundeszentralregister und bei der Staatsanwaltschaft ab. Für den Antrag fällt eine Gebühr an - diese kann je nach Bundesland variieren. In Nordrhein-Westfalen liegen die Kosten bei 55 Euro, andernorts kann es teurer sein.

Was passiert, wenn die waffenrechtliche Erlaubnis fehlt?

Das ist eine Straftat und kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet werden. "Man sollte sich bei Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen sehr sicher sein, dass der Erwerb und der Besitz im Sinne des Waffengesetzes auch erlaubnisfrei ist", betont Scheulen.

Er rät davon ab, solche Waffen im Ausland zu erwerben und in Deutschland zu verwenden. Oft erfüllen sie nicht die deutschen gesetzlichen Normen zum erlaubnisfreien Erwerb und Besitz. "Ist ein PTB-Zeichen nicht vorhanden, dann wird die Waffe nach dem Waffengesetz erlaubnispflichtig", sagt Scheulen. Das bedeutet: Ohne Erlaubnis ist bereits der Erwerb der Waffe strafbar - der Besitz sowieso. Das gilt auch, wenn an einer zugelassenen Waffe Veränderungen vorgenommen - etwa die Laufsperren ausgebaut - wurden.

Was ist Besitzern eines Kleinen Waffenscheins untersagt?

Bei Veranstaltungen wie Volksfesten, Sportfesten, Messen oder Ausstellungen dürfen Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen nicht mitgeführt werden - auch nicht mit einem Kleinen Waffenschein, erklärt der Ministeriumssprecher. Auch außerhalb von Schießstätten ist das Schießen verboten - es sei denn, es liegt ein Fall der Notwehr und des Notstands vor. Ansonsten ist das Schießen strafbar. 

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