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Katholische Bischofskonferenz wählt erstmals Frau an die Spitze

Theologin Beate Gilles  

Katholische Bischofskonferenz wählt erstmals Frau an die Spitze

23.02.2021, 13:26 Uhr | AFP

Katholische Bischofskonferenz wählt erstmals Frau an die Spitze. Die 50-jährige Theologin Beate Gilles tritt die Nachfolge von Pater Hans Langendörfer als Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz an. (Quelle: dpa/Schnelle)

Die 50-jährige Theologin Beate Gilles tritt die Nachfolge von Pater Hans Langendörfer als Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz an. (Quelle: Schnelle/dpa)

Seit Dienstag tagt die katholische Bischofskonferenz virtuell – begleitet von bundesweiten Protesten gegen die schleppende Aufklärung sexualisierter Gewalt. Besonders derb fällt die Kritik in Köln aus.

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat erstmals eine Frau zu ihrer Generalsekretärin gewählt. Die 50-jährige Theologin Beate Gilles tritt die Nachfolge von Pater Hans Langendörfer in dem Amt an, wie die Bischofskonferenz in Bonn mitteilte. Langendörfer war im Januar nach 24 Jahren in seinem Amt in den Ruhestand getreten.

Zum Start der digitalen Vollversammlung hat es am Dienstag bundesweite Protestaktionen mit Schwerpunkt in Köln gegeben. Vor dem Kölner Dom wird drei Tage lang die Großplastik "Der Eichelbischof" des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly ausgestellt. Sie soll "die negativen Auswirkungen der kirchlichen Sexualmoral" darstellen, wie die Organisatoren mitteilten. Die provokante Skulptur war bereits am Rosenmontag in Düsseldorf zu sehen gewesen.

Bewegung Maria 2.0 fordert geschlechtergerechte Kirche

Organisiert wurde die Aktion auf der Kölner Domplatte von der Giordano-Bruno-Stiftung sowie mehreren Betroffenenverbänden wie dem Eckigen Tisch. Zusätzlich wird in der Domstadt die Kunstinstallation "Die lange Bank des Missbrauchsskandals" gezeigt. Das Kunstwerk ist laut Veranstalter eine Anspielung auf das Versprechen des Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, nichts auf die lange Bank schieben zu wollen.

"Der Eichelbischof" des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly vor dem Kölner Dom. (Quelle: dpa/Oliver Berg)"Der Eichelbischof" des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly vor dem Kölner Dom. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Im gesamten Bundesgebiet wollen Anhängerinnen der Bewegung Maria 2.0 zudem mit sieben Thesen an Dom- und Kirchentüren auf ihre Forderungen nach Kirchenreformen aufmerksam machen. Mit ihrem "Thesenanschlag" fordern die Katholikinnen eine geschlechtergerechte Kirche, die Aufklärung und Bekämpfung der Ursachen von sexualisierter Gewalt sowie die Aufhebung des Pflichtzölibats.

Im Erzbistum Köln so viele Austritte wie nie

"Dass Luther seine Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, ist wohl eher eine Legende, aber seine Thesen haben etwas Großes in Bewegung gesetzt", heißt es in einer Erklärung von Maria 2.0. Dasselbe Ziel habe die Reformbewegung mit ihrer Protestaktion "Thesenanschlag 2.0".

In ihrer ersten digitalen Vollversammlung wollen die 68 Mitglieder der Bischofskonferenz über den Missbrauchsskandal und auch über das Problem der Kirchenaustritte beraten. Im vergangenen Jahr mussten die Bischöfe so viele Kirchenaustritte wie noch nie melden, aktuell treten im stark in der Kritik stehenden Erzbistum Köln besonders viele Katholiken aus.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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