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Ausbruch des Vesuv 79: Glasartige Strukturen in Gehirn von Opfer gefunden

Ausbruch vor 2.000 Jahren  

Vesuv-Katastrophe: Gehirn eines Opfers zu Glas geschmolzen

24.01.2020, 08:39 Uhr | dpa

Ausbruch des Vesuv 79: Glasartige Strukturen in Gehirn von Opfer gefunden. Vesus heute, Vesuv-Katastrophe vor rund 2.000 Jahren: Das Gehirn eines Opfers wurde zu einer Art Glas geschmolzen. (Quelle: imago images/Joko/imagebroker)

Vesus heute, Vesuv-Katastrophe vor rund 2.000 Jahren: Das Gehirn eines Opfers wurde zu einer Art Glas geschmolzen. (Quelle: Joko/imagebroker/imago images)

Es war eine Katastrophe in der Antike: 79 brach der Vesuv in Italien aus und tötete unzählige Menschen. Nun haben Forscher eine überraschende Entdeckung bei einem der Toten gemacht.

Beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 haben hohe Temperaturen offenbar glasartige Strukturen im Gehirn eines Todesopfers gebildet. Dabei handelt es sich um winzige, dunkel schimmernde Fragmente in einem Schädel, der in der antiken Stadt Herculaneum gefunden wurde, schreiben italienische Wissenschaftler im "New England Journal of Medicine".

Beim Ausbruch des Vulkans starben vermutlich Tausende Menschen am Golf von Neapel im heutigen Italien. Die Überreste der Körper, die in Pompeji und Herculaneum unter Lava, Schlamm und Asche gefunden wurden, liefern Forschern bis heute neue Überraschungen.

"Im Inneren des Schädels"

"Dieser Fund ist etwas Besonderes", sagt Pier Paolo Petrone, der an der Studie beteiligt war. Der Anthropologe von der Universität Neapel Federico II. beschäftigt sich seit 25 Jahren mit den Toten der Katastrophe von 79 n. Christus. "Ich sah etwas glitzern im Inneren des Schädels und wusste sofort, dass ich da etwas beinahe Einmaliges vor mir habe."

Fragment eines Gehirns: Beim Ausbruch des Vesuvs vor fast 2.000 Jahren haben hohe Temperaturen offenbar glasartige Strukturen im Gehirn eines Todesopfers gebildet. (Quelle: dpa/Pier Paolo Petrone)Fragment eines Gehirns: Beim Ausbruch des Vesuvs vor fast 2.000 Jahren haben hohe Temperaturen offenbar glasartige Strukturen im Gehirn eines Todesopfers gebildet. (Quelle: Pier Paolo Petrone/dpa)

Da das Material nur im Schädel erhalten geblieben sei, habe die Theorie des verglasten Gehirns nahe gelegen. Bei speziellen Tests seien Proteine und Fettsäuren gefunden worden, die ebenfalls auf menschliche Hirnmasse und Haare am Kopf hindeuteten, schreiben die Forscher. Nach Angaben Petrones ist ein solcher Fund an archäologischen Stätten ungewöhnlich.

Hitze, Gase und Asche haben in Herculaneum auch verkohltes Holz zurückgelassen, wie es in der Publikation heißt. Analysen davon deuteten auf Temperaturen von bis zu 520 Grad Celsius hin. Kurz danach sei die Temperatur wieder rasant gesunken.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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