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Angler sorgen f├╝r mehr Fisch-Vielfalt in Baggerseen

Von dpa
21.05.2020Lesedauer: 2 Min.
Ein Angler an einem Baggersee in Bayern.
Ein Angler an einem Baggersee in Bayern. (Quelle: Marcus F├╝hrer/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Baggerseen sind nicht gerade f├╝r ihren Artenreichtum bekannt. Doch Angler sorgen daf├╝r, dass sich viele dieser Gew├Ąsser durchaus sehen lassen k├Ânnen, berichtet das Berliner Leibniz-Institut f├╝r Gew├Ąsser├Âkologie und Binnenfischerei (IGB).

"In anglerisch bewirtschafteten Baggerseen konnten wir durchschnittlich sieben bis elf Fischarten nachweisen, in unbewirtschafteten Baggerseen nur drei bis f├╝nf Fischarten", erl├Ąutert Fischbiologe Sven Matern vom IGB anl├Ąsslich des Tages der Artenvielfalt am 22. Mai.

Matern und Kollegen haben mit dem Anglerverband Niedersachsen untersucht, wie sich der Fischbesatz durch Angler auf den Artenreichtum bei Fischen auswirkt und dazu Daten aus 23 Baggerseen in Niedersachsen verglichen. Rund 117.000 Fische wurden gefangen und wieder freigelassen. Barsche, Pl├Âtzen, Hechte, Schleie und Brachsen waren beispielsweise deutlich h├Ąufiger in den bewirtschafteten Gew├Ąssern zu finden als in den unbewirtschafteten, w├Ąhrend Aale in letzten gar nicht vorkamen.

"Die fischereilichen Bewirtschafter schaffen in Baggerseen Fischpopulationen, die denen von Naturseen sehr ├Ąhnlich sind. Das ist bedeutsam, denn etwa ein Drittel unserer heimischen S├╝├čwasserfischarten ist stark bedroht", sagt Projektleiter Robert Arlinghaus vom IGB, der auch an der Humboldt-Universit├Ąt Berlin lehrt. In Niedersachsen seien 99 Prozent aller Seen k├╝nstlich geschaffen. Auch in vielen anderen Bundesl├Ąndern sei der Anteil dieser Gew├Ąsser sehr hoch.

Die Mehrzahl aller Gew├Ąsser wird in Deutschland laut Arlinghaus von Anglern bewirtschaftet. Die Ergebnisse der Studie lie├čen sich auf Tagebaurestseen und Teiche ├╝bertragen. Die Besiedelung von Fl├╝ssen mit Fischen sei allerdings komplexer. Er gehe nicht davon aus, dass man dort mit fischereilicher Bewirtschaftung ├Ąhnliche Effekte erreiche wie an Seen - denn Fl├╝sse seien offen, so dass Fische immer zu- und abwandern k├Ânnten. Die Ergebnisse der Studie wurden im "Journal of Fish Biology" ver├Âffentlicht.

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