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Umstrittener Besuch von Viktor Orbán: Union Berlin wehrt sich gegen Vorwürfe


Umstrittener Besuch von Viktor Orbán: Union Berlin wehrt sich

Von dpa
Aktualisiert am 13.10.2022Lesedauer: 2 Min.
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Viktor Orbán in Berlin: Der Ministerpräsident besuchte bei Union den ungarischen Nationalspieler András Schäfer. (Quelle: IMAGO/Christian Spicker)
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Vor dem Spiel gegen Malmö gibt es bei Union Berlin vor allem ein Thema: Den Besuch von Viktor Orbán. Diesen will der Club nicht politisch verstanden wissen.

Urs Fischer und Rani Khedira wirkten wie Statisten. Der Trainer und der Mittelfeldantreiber des 1. FC Union Berlin beantworteten vor dem Europa-League-Spiel gegen Malmö FF brav ihre Fragen. Doch bei den brisanten Themen war Christian Arbeit, Kommunikationschef des Bundesliga-Spitzenreiters, gefordert. Die Sorge vor Fan-Krawallen wie vor einer Woche in Schweden und der Besuch von Ungarns umstrittenen Ministerpräsidenten Viktor Orban im Stadion an der Alten Försterei lenken die Eisernen vor der wichtigen Europapokal-Partie am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL+) ab.

Berlins Polizei hat nach den Pyro-Auswüchsen im Hinspiel für den Donnerstag eine hohe Gefährdungsstufe ausgerufen. Auch Arbeit sprach von "sehr viel Polizeipräsenz". Ununterbrochen sei man in Kontakt mit dem Gästeclub, um alle Vorkehrungen zu treffen, ein erneutes Feuerwerk-Fehlverhalten oder gar direkte körperliche Konfrontationen zu verhindern. Das Bild vom immer fröhlich feiernden und lautstark singenden Union-Fan hat Risse bekommen. "Durch ein, zwei Chaoten", wie Khedira bedauernd feststellte.

Umstrittener Ministerpräsident Orbán in Loge der Alten Försterei

Kritik aus größeren Teilen der eigenen Anhänger ergießt sich seit Dienstag über Union. Und Arbeit ist als Krisenkommunikator auf diplomatischem Parkett gefordert. Fest steht, dass Orban bei seinem Staatsbesuch auch noch im Osten Berlins vorbeischaute, um Unions ungarischen Mittelfeldspieler Andras Schäfer in der Arena zu besuchen, ist ein Politikum, das sich der Fußball-Bundesligist im Nachhinein gerne erspart hätte. Einfach so sagen, können sie es aber nicht.

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Viktor Orbán in einer Limousine vor der Alten Försterei: "Wir haben ihn nicht offiziell empfangen", sagt der Verein. (Quelle: IMAGO/Matthias Koch)

"Es gab ein offizielles Schreiben der ungarischen Botschaft mit der Bitte, ein privates Treffen eines ungarischen Nationalspielers zu ermöglichen. Dieser Bitte sind wir nachgekommen. Wir haben ihn nicht offiziell empfangen", sagte Arbeit. Orban war mit einer statthaften Polizeieskorte gekommen und in eine Loge des Stadions geleitet worden, um mit Schäfer zu posieren. Der zweite Bärendienst des Mittelfeldspielers nach seinem Platzverweis im Hinspiel in Malmö, der ihn am Donnerstag zum Zuschauen zwingt.

Fans: Orbáns Politik nicht mit Werten des Vereins vereinbar

Anschließend hatte Orban zahlreiche Social-Media-Posts zur Selbstinszenierung abgesetzt. Auch ein Union-Trikot wurde überreicht. In den sozialen Netzwerken hatte der Bundesliga-Tabellenführer auch von eigenen Fans starke Kritik geerntet, da die Politik Orbans nicht mit den in der Satzung festgeschriebenen Werten vereinbar sei. Man bewerte den Besuch nicht politisch, machte Arbeit klar. "Viktor Orban war nicht undercover in Deutschland, er war auf einem offiziellen Staatsbesuch", stellte der Union-Geschäftsführer fest. Fischer und Khedira wurden gefragt, ob der Wirbel das Team beeinflusse. Sie schüttelten die Köpfe.

Sportlich steht viel auf dem Spiel für Union. Mit einem Sieg wäre nach dem 1:0 im Hinspiel schon ein Ziel erreicht. Auch 2023 gäbe es internationalen Fußball in Köpenick, denn Platz drei in der Gruppe und damit die Teilnahme an der Zwischenrunde der Conference League wäre gesichert. Khedira will aber mehr und noch Sporting Braga und Saint-Gilloise auf den Plätzen eins und zwei attackieren, die den Verbleib in der höheren Europa League garantieren würden. Fischer sah auch die Vorbereitung auf das brisante Malmö-Duell wie immer ganz pragmatisch. "Es geht darum, die bestmögliche Mannschaft auf"s Feld zu schicken", sagte er. Nicht mehr und nicht weniger.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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