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Wildschweinplage nahe Berlin – Widerstand der Bewohner wächst


"Keine Löwen, aber nicht wirklich berechenbar"
Wildschweinplage in Kleinmachnow ist "gravierend"

dpa, Monika Wendel

Aktualisiert am 06.10.2023Lesedauer: 2 Min.
imago images 0306756451Vergrößern des BildesWildschweine sind typische Rudeltiere (Symbolbild): In Kleinmachnow verwüsten die Wildtiere regelmäßig Vorgärten. (Quelle: IMAGO/M. Popow/imago)
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Im waldreichen Kleinmachnow, direkt neben Berlin, nehmen die Wildschweinschäden zu: Sie durchwühlen Sandkästen und Mülltonnen. Dagegen formiert sich Widerstand.

Sie graben Vorgärten um, verwüsten auf der Nahrungssuche Beete und suhlen sich tagsüber sogar auf einem Kinderspielplatz: Zur Eindämmung einer Wildschweinplage in Kleinmachnow südlich von Berlin fordern die Bewohner jetzt mehr Anstrengungen der Gemeinde. Ein Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern kritisierte, der Bürgermeister unternehme zu wenig. "Das Problem mit den Wildschweinen wird von Jahr zu Jahr drängender. Und wir haben das Gefühl, da tut sich nichts", sagte Thomas Roemert, der in der Initiative mehrerer Bürger gegen die Wildschweinplage engagiert ist.

Am Donnerstagabend wollte die Gruppe deshalb Unterschriften an die Gemeindevertretung übergeben. Zuvor hatte die "Märkische Allgemeine Zeitung" darüber berichtet.

"Zwar sind Wildschweine keine Raubtiere wie beispielsweise Löwen, aber es sind Wildtiere, deren Verhalten oft nicht wirklich vorhersehbar ist", hieß es in einem Beschwerdebrief an den Bürgermeister. Im Juli dieses Jahres hatte die Suche nach einer vermeintlichen Löwin in Kleinmachnow aufgrund eines Videos aus dem Ort international Aufsehen erregt. Zwei Tage lang hielt das Tier das beschauliche Kleinmachnow in Atem. Später stellte sich heraus: Es handelte sich nicht etwa um eine Löwin, sondern um ein Wildschwein. Das Einsatzprotokoll gibt einen Einblick hinter die Kulissen der Jagd auf ein Phantom.

Kleinmachnow bekommt keine Genehmigung für Abschuss

Suchen müssen die Bewohner nicht lange nach den anpassungsfähigen Borstentieren und ihrem Nachwuchs. "Die wohnen schon hier in Kleinmachnow", sagte die Sprecherin Kleinmachnows, Martina Bellack. "Die Gemeinde tut das, was ihr möglich ist. Teilweise sind uns die Hände gebunden." Für einen Abschuss von Wildschweinen im Ort etwa sei wegen der Risiken keine Genehmigung mehr zu bekommen.

Die Sprecherin beklagte aber auch, dass einige Menschen in Kleinmachnow Futterstellen für die Wildtiere anlegten. Das Problem mit den Wildschweinen sei in der Gemeinde aber tatsächlich gravierend, hieß es.

Bürger beschwerten sich bei Bürgermeister Michael Grubert (SPD) und schrieben: "Die Lebensqualität in Kleinmachnow wird massiv eingeschränkt." Das Problem mit den Wildschwein-Rotten werde immer dramatischer. Sie wühlten inzwischen nicht nur nachts, sondern tagsüber in Mülltonnen und machten "auch einfach mal den Buddelkasten für Kinder auf dem Spielplatz" unbrauchbar.

Nachbardorf machte mit Pfeil und Bogen Jagd auf Wildschweine

Auf einer Internetseite sind mehrere Videos zu sehen, auf denen Wildschweine grunzend durch eine Wohnsiedlung im Ort laufen und sich von bellenden Hunden nicht beeindrucken lassen. In einer Facebook-Gruppe berichten Bürger von Begegnungen mit Wildschweinen und äußern die Sorge, dass es auch gefährlich werden könne.

Probleme mit dem Schwarzwild gibt es in der von Wald geprägten 20.000-Einwohner-Gemeinde Kleinmachnow seit langem. Vor Jahren war unter Auflagen erlaubt worden, dass Jäger Wildschweine im Ort schießen. Im benachbarten Stahnsdorf sollte die Jagd mit Pfeil und Bogen die Zahl der Wildschweine eindämmen, doch das Pilotprojekt wurde 2020 gestoppt.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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