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Berlin: Prostitution im Kurfürstenkiez – erschreckende Details


Prozess am Berliner Amtsgericht
Prostitution im Kurfürstenkiez: Erschreckende Details

Von t-online, pb

23.02.2024Lesedauer: 2 Min.
Prostituierte auf dem Straßenstrich in der Kurfürstenstraße (Archivfoto): Hier wurde eine 17-Jährige laut Berliner Staatsanwälten zur Arbeit gezwungen.Vergrößern des BildesProstituierte auf dem Straßenstrich in der Kurfürstenstraße (Archivfoto): Hier wurde eine 17-Jährige laut Berliner Staatsanwälten zur Arbeit gezwungen. (Quelle: imago/imago-images-bilder)
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Erpressung, Gewalt, Vergewaltigung: Die Staatsanwaltschaft ist sicher, dass eine junge Frau jahrelang unter brutalsten Bedingungen auf dem Strich in Schöneberg arbeiten musste.

Ein Prozess am Berliner Landgericht gibt Einblicke in das immer wieder prekäre und von Gewalt geprägte Leben der Frauen, die auf dem Straßenstrich an der Kurfürstenstraße in Schöneberg arbeiten. Am Donnerstag begann dort ein Verfahren gegen einen 41-Jährigen, dem die Staatsanwaltschaft unter anderem vorwirft, eine anfangs 17-Jährige jahrelang als Prostituierte ausgebeutet zu haben.

Der Mann soll das mutmaßliche Opfer im Sommer 2019 unter Gewalt mit in seine Wohnung im Stadtteil Reinickendorf genommen und der Jugendlichen angekündigt haben, dass sie sich zukünftig prostituieren müsse. Der 41-Jährige aber wies die Vorwürfe zu Prozessbeginn am Donnerstag zurück. Er habe die Frau geliebt. Nicht er, sondern ihre Verwandten hätten sie zur Prostitution gezwungen.

Rund dreieinhalb Jahre lang soll er die anfangs 17-Jährige zum Straßenstrich in Berlin-Schöneberg gebracht haben. Dort habe sie täglich bis zu 13 Freier bedient, heißt es in der Anklage. Die "Morgenpost" schreibt, dass die Frau bei einem Stundenlohn von 150 Euro und noch einmal 100 Euro für "Extras" arbeiten haben müssen. Der mutmaßliche Zuhälter habe sich dabei aber immer in ihrer Nähe aufgehalten "und nahm ihr das eingenommene Geld ab".

Im vergangenen Jahr soll der Mann dann völlig ausgerastet sein

Im Februar 2023 habe die Frau schließlich vorgegeben, kein Geld erhalten zu haben. Als er ihre Tasche durchsucht und 1.000 Euro gefunden habe, habe er sie geschlagen. Laut Anklage soll er die Frau in einen Dachbodenverschlag gebracht, gefesselt, mit einem Gürtel geprügelt und eingesperrt haben. Ein bislang unbekannter Mann habe die Frau am nächsten Morgen befreit.

Die Anklage lautet unter anderem auf Vergewaltigung, Zuhälterei, Zwangsprostitution, gefährliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Der Mann wurde im Juni vorigen Jahres festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Der 41-Jährige erklärte im Prozess weiter, er habe die Frau zwar im Sommer 2019 auf der Straße angesprochen, den Kontakt aber wegen ihres jugendlichen Alters gleich beendet. Erst Anfang 2021 seien sie sich wieder begegnet – "wir waren verliebt und hatten eine schöne Zeit".

Bis Januar 2023 habe sie bei ihm und seiner Mutter gewohnt, dann sei sie plötzlich verschwunden. Wochen später habe er sie mit ihren Schwestern in einem Café gesehen. Er gehe davon aus, dass sie "von ihren Schwestern zu der Aussage gegen mich gezwungen wurde - aus Rache, weil ich sie von der Prostitution wegbringen wollte". Der Prozess wird am 26. Februar fortgesetzt.

Verwendete Quellen
  • Berliner Morgenpost, E-Paper, 23.02.2024
  • Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa
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