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Berlin: Sperrstunde ab Samstag – Welche Geschäfte sind betroffen?

Corona-Ampel auf Doppel-Rot  

Berlin beschließt Sperrstunde für Bars und Restaurants

10.10.2020, 13:25 Uhr | dpa

Berlin: Sperrstunde ab Samstag – Welche Geschäfte sind betroffen?. Stühle lehnen gegen Tische: Der Berliner Senat beschließt eine Sperrstunde für Restaurants und Bars. (Quelle: imago images/Sabine Gudath/Symbolbild)

Stühle lehnen gegen Tische: Der Berliner Senat beschließt eine Sperrstunde für Restaurants und Bars. (Quelle: Sabine Gudath/Symbolbild/imago images)

Die Corona-Ampel in Berlin zeigt zweimal Rot. Für diesen Fall hat der Senat schärfere Regeln beschlossen, unter anderem eine Sperrstunde. Was bedeutet das und welche Geschäfte sind betroffen?

Zum ersten Mal zeigt das Berliner Ampelsystem zur Bewertung der Corona-Lage dem Senat Handlungsbedarf an. Die Zahl der Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl in den vergangenen sieben Tagen und die Reproduktionszahl liegen inzwischen über den als kritisch definierten Grenzwerten. Das geht aus dem Online-Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Dienstag hervor. Damit steht die Ampel nun auf Doppel-Rot. Für diesen Fall hatte der Senat vereinbart, dass die Umsetzung von Maßnahmen erforderlich wird. Diese beschloss der Senat bereits am Dienstag.

Was bedeutet Sperrstunde und ab wann gilt sie?

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen müssen die meisten Geschäfte sowie alle Restaurants und Bars in Berlin künftig von 23 Uhr bis 6 Uhr schließen. Der Senat beschloss am Dienstag eine nächtliche Sperrstunde, in Kraft tritt sie aber erst am Samstag. Die Maßnahmen gelten dann bis zum 31. Oktober. Für Tankstellen und Apotheken sind Ausnahmen geplant, erstere dürfen in der Nacht aber keinen Alkohol mehr verkaufen.

Außerdem sollen bald neue Einschränkungen für private Feiern in geschlossenen Räumen gelten. Künftig dürfen daran nur noch maximal zehn statt bisher 25 Personen teilnehmen. Im Freien dürfen sich während der Sperrstunde nur noch fünf Personen versammeln.

Ampelsystem besteht seit Mai

Die Corona-Ampel berücksichtigt drei Indikatoren: die Reproduktionszahl (kurz R-Wert), die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen und die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Für jedes Kriterium wurden Grenzwerte definiert: Werden diese mindestens drei Mal in Folge überschritten, wechselt die entsprechende Ampelfarbe auf Gelb oder Rot.

Auf Rot gesprungen ist die Ampel nun bei der Reproduktionszahl – mit einem Wert von 1,26. Das bedeutet, dass ein Infizierter mehr als einen anderen Menschen ansteckt. Um die Pandemie zu bremsen, müsste der Wert kleiner als 1 sein. Bei den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wird inzwischen ein Wert von 44,2 erreicht. In den Innenstadtbezirken sind die Werte deutlich höher als am Stadtrand, insbesondere Neukölln sticht mit 87,3 heraus.

Das Ampelsystem war im Mai in der Hauptstadt eingeführt worden. Der Stand wird täglich im Internet veröffentlicht. Das Instrument soll der Politik frühzeitig anzeigen, ob sich die Lage in der Pandemie zuspitzt und ob Eingriffe nötig werden. Bei zwei gelben Ampeln – dieser Fall war erstmals am 21. September eingetreten – , wird die Problematik erörtert.

Verwendete Quellen:

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