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Berlin: Zwölf Tote nach Corona-Ausbruch in Lichtenberger Pflegeheim

"Subakuter Pflegenotstand"  

Zwölf Tote nach Corona-Ausbruch in Pflegeheim

15.11.2020, 11:39 Uhr | dpa, t-online

Berlin: Zwölf Tote nach Corona-Ausbruch in Lichtenberger Pflegeheim. Ein Bewohner eines Seniorendomizils in Berlin-Lichtenberg wird mit einem Rollator aus dem Gebäude begleitet: Hier hat es zahlreiche Corona-Fälle gegeben. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)

Ein Bewohner eines Seniorendomizils in Berlin-Lichtenberg wird mit einem Rollator aus dem Gebäude begleitet: Hier hat es zahlreiche Corona-Fälle gegeben. (Quelle: Jörg Carstensen/dpa)

In einem Pflegeheim in Berlin-Lichtenberg hat es einen großen Corona-Ausbruch gegeben. Dutzende Pfleger und Bewohner wurden positiv auf das Virus getestet. Zwölf Infizierte starben in den vergangenen Wochen.

Wegen zahlreicher Corona-Fälle in einem Pflegeheim in Berlin-Lichtenberg hat der zuständige Amtsarzt einen "subakuten Pflegenotstand" festgestellt. Das sagte ein Sprecher des Bezirksamtes Lichtenberg. "Subakut" heißt eine Stufe niedriger als akut und bedrohlich. Eine angemessene Versorgung der Bewohner sei nach den jetzigen Umständen nicht gewährleistet, besonders weil viele Pflegekräfte infiziert seien und ausfielen.

14 Bewohner waren am Freitag verlegt worden, nachdem der zuständige Amtsarzt eine Teilevakuierung der Einrichtung angeordnet hatte. Sie seien größtenteils in Krankenhäuser, aber auch in andere Heime gebracht worden, sagte der Sprecher. Der Amtsarzt untersuche die Lage weiterhin, auch um zu klären, ob es Mängel in dem Heim gegeben habe.

Todesfälle im Zusammenhang mit Corona

In dem Heim waren innerhalb von fünf Wochen zwölf infizierte Menschen verstorben. Elf davon seien im Krankenhaus gestorben, wohin sie mit Symptomen überwiesen worden seien, teilte eine Sprecherin der Betreiberfirma Kursana mit. "Nach unserer Kenntnis hatten alle schwerwiegende Vorerkrankungen oder befanden sich in der Palliativphase." Der "Tagesspiegel" hatte zuvor darüber berichtet.

Sanitäter schieben in einem Seniorendomizil im Stadtteil Lichtenberg eine Tragbahre: Die Corona-Infizierten werden in andere Einrichtungen verlegt.  (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)Sanitäter schieben in einem Seniorendomizil im Stadtteil Lichtenberg eine Tragbahre: Die Corona-Infizierten werden in andere Einrichtungen verlegt. (Quelle: Jörg Carstensen/dpa)

Laut Betreiberfirma seien bislang 27 Bewohner und 17 Pflegekräfte oder andere Angestellte positiv auf das Coronavirus getestet. Seit dem Auftreten des ersten Falles sei das Heim für Besucher geschlossen worden. "Alle Hygienemaßnahmen nach RKI-Standard werden umgesetzt, die Mitarbeiter arbeiten alle mit FFP-2 Masken und zusätzliche Flächendesinfektion wird regelmäßig durchgeführt." Wohnbereiche mit Covid-19-Fällen seien unverzüglich unter Quarantäne gestellt worden.

Corona-Schnelltests für Mitarbeiter geplant

"Wir stehen seit dem ersten Fall Anfang Oktober im engem Austausch mit dem Gesundheitsamt zu den umzusetzenden Maßnahmen und stimmen uns zum Vorgehen ab." Ein gemeinsamer Krisenstab habe vereinbart, 14 positiv getestete Bewohner in andere Einrichtungen zu verlegen. Zudem solle es Infektions-Wohnbereiche geben, um infizierte von nicht-infizierten Bewohnern zu trennen. Laut rbb-Recherchen sollen schon Ende Oktober Dutzende positive Testergebnisse vorgelegen haben. Warum eine Teilevakuierung nicht schon zu diesem Zeitpunkt vorgenommen wurde, ist unklar. Kusana habe sich auf Anfrage nicht dazu äußern wollen. Ab Mitte nächster Woche sollen die Mitarbeiter vor Dienstantritt Corona-Schnelltests nutzen.

Generell sehen Berliner Amtsärzte Besucher als geringere Infektionsgefahr in Heimen. Meist gingen Ansteckungen vom Personal aus, obwohl die Schutzkonzepte seit dem Frühjahr vielerorts verbessert worden seien. In Berlin hat es seit Beginn der Pandemie mehrere Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen gegeben, es kam auch zu Todesfällen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Verwendete Quellen:

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