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Berliner Polizei durchsucht islamischen Kulturverein – Corona-Hilfen erschlichen?

Wegen Betrugsverdachts  

Polizei durchsucht islamischen Kulturverein

18.11.2020, 10:44 Uhr | dpa

Betrugsverdacht: Durchsuchung von islamischem Kulturverein

Wegen Betrugsverdacht bei Corona-Soforthilfe durchsucht die Berliner Polizei Räume eines islamischen Kulturvereins in Neukölln und eine Wohnung. (Quelle: dpa)

Betrugsverdacht: Die Polizei hat in Berlin-Neukölln einen islamischen Kulturverein durchsucht – der Verein soll den Staat um Corona-Soforthilfen betrogen haben. (Quelle: dpa)


Beamte der Berliner Polizei haben eine Razzia in einem islamischen Kulturverein in Neukölln durchgeführt. Ein Mann soll sich 5.000 Euro an Corona-Hilfen erschlichen haben.

Die Berliner Polizei hat am Mittwoch Räume eines islamischen Kulturvereins in Neukölln und eine Wohnung durchsucht. Ermittelt wird gegen einen 35-Jährigen wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs, wie eine Sprecherin sagte. Zuvor hatte die "B.Z." darüber berichtet.

Der Mann soll im April unberechtigt 5.000 Euro Corona-Soforthilfe beantragt haben. Bei dem Einsatz am Mittwoch seien Türen aufgebrochen worden, hieß es. Ob Beweise für einen Betrug gefunden wurde, blieb zunächst offen.

Polizisten steht bei einem Einsatz auf einem Parkplatz: Ein Mann soll im April unberechtigt 5.000 Euro Corona-Soforthilfe beantragt haben. (Quelle: dpa/Annette Riedl)Polizisten steht bei einem Einsatz auf einem Parkplatz: Ein Mann soll im April unberechtigt 5.000 Euro Corona-Soforthilfe beantragt haben. (Quelle: Annette Riedl/dpa)

Berlin hatte zu Beginn der Corona-Krise versucht, Kleinunternehmern und Solo-Selbstständigen möglichst schnell unter die Arme zu greifen und ihre Existenz zu sichern – mit insgesamt 1,8 Milliarden Euro aus Bundes- und Landesmitteln.

Antragsteller mussten lediglich Name, Firmenadresse, Ausweis, Steuernummer und Bankverbindung hochladen. Kontrolliert werden sollten die Ansprüche erst nach der Auszahlung. Das rief auch Betrüger auf den Plan, darunter Rechtsextreme und Islamisten.

Mehr als 2.000 Ermittlungen wegen Corona-Hilfen

Eine eigene Ermittlungsgruppe im Landeskriminalamt geht Verdachtsfällen im extremistischen Milieu nach, die Zahl der Verfahren liegt nach Polizeiangaben "im oberen zweistelligen Bereich". Insgesamt gibt es mehr als 2.100 Ermittlungsverfahren wegen möglichen Betrugs mit Soforthilfen.

Berlin steht damit nicht allein: Das Bundeskriminalamt geht von Zehntausenden Betrugsfällen in Deutschland aus.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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