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Ramadan im Lockdown: Berliner Moscheen fallen wichtige Einnahmen weg

Ramadan im Lockdown  

Berliner Moscheen fallen wichtige Einnahmen weg

13.04.2021, 08:45 Uhr | dpa

Ramadan im Lockdown: Berliner Moscheen fallen wichtige Einnahmen weg. Blick auf die Omar Ibn Al-Khattab Moschee in Berlin-Kreuzberg: 60 bis 70 Prozent ihres Jahresbudgets nehmen die Moscheegemeinden eigentlich im Ramadan ein.  (Quelle: imago images/F. Anthea Schaap/Archivbild)

Blick auf die Omar Ibn Al-Khattab Moschee in Berlin-Kreuzberg: 60 bis 70 Prozent ihres Jahresbudgets nehmen die Moscheegemeinden eigentlich im Ramadan ein. (Quelle: F. Anthea Schaap/Archivbild/imago images)

Es ist bereits der zweite Ramadan, der in Berlin im Zeichen der Corona-Pandemie steht. Die städtischen Moscheegemeinden könnte das in finanzielle Nöte bringen, fürchtet der Landesverband der Muslime.

Die Einschränkungen im Ramadan durch die Corona-Pandemie könnten Berliner Moscheegemeinden laut Landesverband der Muslime in existenzielle Nöte bringen. "Während des Ramadans nehmen die Moscheegemeinden normalerweise 60 bis 70 Prozent ihres Jahresbudgets ein. Wenn das wegfällt, bringt das eine Moschee in eine große finanzielle Not", sagte Mohamad Hajjaj, Vorsitzender des Berliner Landesverbands im Zentralrat der Muslime in Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gemeinden finanzieren sich demnach durch Spenden. Die jährliche Abgabe von Muslimen an ihre Gemeinde werde normalerweise im Ramadan entrichtet. "Wenn sie aber nicht zur Gemeinde gehen, müssen sie, wenn sie es überhaupt tun, andere Zahlungsformate wählen", so Hajjaj. Insgesamt fielen die Einnahmen dadurch geringer aus.

"Im vergangenen Jahr konnten die Ausfälle unter anderem noch durch Coronahilfen des Landes Berlin ausgeglichen werden. Dafür sind wir sehr dankbar. Aber dieses Jahr hat sich noch nicht wirklich viel getan", so Hajjaj.

Kein öffentliches Fastenbrechen, Fastengebet nur unter strengen Auflagen erlaubt

An diesem Dienstag beginnt der Fastenmonat Ramadan. Doch auch in diesem Jahr können die Gemeinden kein öffentliches Fastenbrechen anbieten. "Vor Corona waren immer etwa 300 bis 400 Leute beim Fastenbrechen in Moscheegemeinden zugegen", berichtet der Landesverbandsvorsitzende.

Auch das Fastengebet werde in diesem Jahr auf Sparflamme gehalten. "Es dürfen in der Regel nur weniger als 50 Leute in den Gemeinden anwesend sein. Jeder Besucher hat sechs Quadratmeter für sich. Es geht darum, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten", so Hajjaj.

Moscheen als Orte des sozialen Miteinanders 

Die Moscheen seien keine reinen Gebetsorte, sondern auch soziale Zentren und Orte des Austauschs. Gerade für allein lebende Menschen oder Menschen aus beengten Flüchtlingsunterkünften seien sie wichtige Treffpunkte. "Die soziale Nahrung fehlt Leuten jetzt", so Hajjaj.

In Berlin gibt es seinen Angaben zufolge etwa 80 Moscheegemeinden. Offizielle Zahlen zu Muslimen gebe es nicht. Schätzungen zufolge lebten aber rund 400.000 Muslime in der Stadt.

Der Ramadan hat für Muslime weltweit eine zentrale Bedeutung. Während dieses Monats, der 29 oder 30 Tage dauert, ist nach dem Koran das Fasten eine der Hauptpflichten für die Gläubigen. Dann verzichten Muslime in der Regel von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und Sex. Zudem sollen sie besonders darauf achten, keine Sünden zu begehen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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