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Berlin: Löste ein Gag unter Soldaten den Amok-Alarm aus?


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Löste ein Gag unter Soldaten den Amok-Alarm aus?

Von t-online, dpa, mtt

Aktualisiert am 03.06.2021Lesedauer: 2 Min.
Bundeswehrsoldat in Berliner Senatsverwaltung niedergeschlagen
Ein schwer bewaffneter Polizist vor einer Absperrung in der Oranienstraße: Hier war es zu dem Angriff auf den Soldaten gekommen. (Quelle: Annette Riedl/dpa-bilder)
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Aufregung am Dienstag in der Berliner Gesundheitsverwaltung: Ein Soldat war von hinten angegriffen worden, Amok-Alarm wurde ausgelöst, schwer bewaffnete Einsatzkräfte rückten an. Jetzt prüft die Polizei einen haarsträubenden Verdacht. War alles nur ein Scherz?

In der Senatsverwaltung für Gesundheit in Berlin-Kreuzberg hat am späten Dienstagnachmittag ein Unbekannter einen dort arbeitenden 23 Jahre alten Bundeswehrsoldaten von hinten zu Boden gestoßen. Schwer bewaffnete Polizisten sperrten alles ab, auch Feldjäger der Bundeswehr waren mehrere Stunden lang vor Ort. Mit einem Großaufgebot durchkämmten Einsatzkräfte das Gebäude, Verwaltungsmitarbeiter verriegelten sich laut "Berliner Zeitung" in ihren Büros, weil von einem möglichen Amokangriff ausgegangen wurde.

Am Tag danach teilte die Polizei mit, bisherige Ermittlungen hätten ergeben, dass wohl gar keine echte Gefährdungssituation vorlag. "Intensität und Art des Angriffs" sprächen dagegen, sagte ein Polizeisprecher gegenüber t-online. Der niedergestoßene Soldat sei offenbar nicht schwer verletzt worden, der Angriff nicht schwerwiegend gewesen. "Uns liegen keine Informationen dazu vor, dass der Soldat behandelt werden musste."

Polizei prüft mehrere Szenarien

Man ermittle in alle Richtungen, wer ihn zu Boden gestoßen haben könnte, sagte der Sprecher weiter. Denkbar seien mehrere Szenarien – auch eines, über das die "Bild"-Zeitung am Mittwoch berichtete: Demnach könnte es auch sein, dass es sich um einen "Gag unter Soldaten" gehandelt habe.

Einen konkreten Verdächtigen hat die Polizei aber noch nicht. Der Täter entkam. Nach ihm wird gesucht. Strafermittlungen gegen Unbekannt seien eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Welches Nachspiel ein möglicher Scherzangriff unter Kameraden haben könnte, wollte die Polizei nicht sagen.

Der "Spiegel" hingegen berichtet, dass der 23-Jährige nicht nur körperlich attackiert, sondern auch mit einer Handschelle an ein Heizungsrohr auf einer Toilette des Verwaltungsgebäudes in der Oranienstraße gefesselt geworden sein soll. Ein Sprecher der Bundeswehr in Berlin äußerte sich am Donnerstag auf Anfrage nicht zu dem Fall. Auch die Polizei gab keine weiteren Auskünfte zum Tathergang. Beide verwiesen auf die laufenden Ermittlungen. Auch das Verteidigungsministerium hatte am Mittwoch keine näheren Auskünfte erteilt. Ob es möglicherweise einen politischen Hintergrund gibt, war ebenso unklar.

Verteidigungsministerium spricht von "Einzelfall"

Der niedergestoßene Soldat gehört nach Angaben der Gesundheitsverwaltung zu Bundeswehr-Kräften, die wegen der Corona-Pandemie in der Behörde im Einsatz sind. Sie arbeiteten im Krisenstab mit und sind zum Beispiel mit Aufgaben wie dem Management der Einladungen für Impftermine befasst.

Aus Sicht des Verteidigungsministeriums handelt es sich bei dem Angriff um einen Einzelfall. Für die Arbeit der Bundeswehr in der Corona-Amtshilfe gebe es bei Behörden und in der Bevölkerung viel Zustimmung, hatte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch betont.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
  • "Bild": "War Attacke in der Behörde ein Gag unter Soldaten?"
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