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Kritik an Flächenverbrauch: Bauern fordern Nachbesserungen

Berlin  

Kritik an Flächenverbrauch: Bauern fordern Nachbesserungen

15.06.2021, 12:57 Uhr | dpa

Kritik an Flächenverbrauch: Bauern fordern Nachbesserungen. Joachim Rukwied

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands. Foto: Jan Woitas/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Baden-Württembergs Bauern fordern Nachbesserungen im grün-schwarzen Koalitionsvertrag, weil sie durch die Natur- und Umweltpolitik des Landes zu viel Druck auf ihre Flächen verspüren. "Es gibt Punkte im Vertrag, die Nachbesserungsbedarf, die Erweiterungsbedarf haben", sagte Landesbauernpräsident Joachim Rukwied bei der digitalen Mitgliederversammlung seines Verbandes am Dienstag. Die Bauern seien bereit, den gemeinsamen Weg mitzugehen. "Aber man darf uns nicht abhängen." Die landwirtschaftliche Fläche sei die Grundlage für die Höfe. "Deshalb muss die Natur- und Umweltpolitik mit Maß und Ziel erfolgen", forderte Rukwied.

Der Flächendruck nehme aber durch den Ausbau von Siedlungs- und Verkehrsflächen, durch Ausgleichsmaßnahmen für den Naturschutz oder die Ausweisung neuer Schutzgebiete stetig zu, kritisierte der Bauernpräsident. Auch die vom Land stark geförderte Photovoltaik und Windenergie seien Punkte, "die am Ende landwirtschaftlicher Fläche bedürfen", sagte Rukwied. Das beeinträchtige vor allem die kleinstrukturierte Landwirtschaft und schränke die Produktion von regionalen Lebensmitteln ein.

Er kritisierte die Planungen zum Biotopverbund, den geschützten Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Laut Koalitionsvertrag soll dieser wie im sogenannten Biodiversitätsstärkungsgesetz beschlossen auf 15 Prozent der offenen Landesfläche ausgebaut werden. Rukwied forderte, den Verbund überwiegend außerhalb von landwirtschaftlichen Flächen auszubauen oder freiwillige Vereinbarungen anzustreben. Die Regierung müsse den Biotopverbund "stärker in besiedelte Regionen, in Dörfer, in Kommunen und in Städte hineinbringen".

Der Landesbauernverband vertritt nach eigenen Angaben rund 36.000 Landwirte im Land.

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