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Berlin: Missbrauch in der Kirche – Erzbischof Heiner Koch denkt über Rücktritt nach

Missbrauchsskandale in der Kirche  

Berlins oberster Katholik denkt über Rücktritt nach

25.06.2021, 09:31 Uhr | dpa

Berlin: Missbrauch in der Kirche – Erzbischof Heiner Koch denkt über Rücktritt nach. Erzbischof Heiner Koch, Bischof des Erzbistums Berlin: Die Frage zu seinem eigenen möglichen Rücktritt lässt ihn nicht los. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka/Archivbild)

Erzbischof Heiner Koch, Bischof des Erzbistums Berlin: Die Frage zu seinem eigenen möglichen Rücktritt lässt ihn nicht los. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/Archivbild/dpa)

Berlins Erzbischof Heiner Koch hat sich zu Rücktrittsgedanken geäußert. Erst im Januar hatte das Erzbistum einen eigenes Missbrauchsgutachten vorgestellt: Mindestens 61 Geistliche werden darin als Täter genannt.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch denkt in der Debatte um die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Geistliche auch über einen möglichen Rücktritt nach. Ein Gutachten für das Erzbistum Berlin hatte auch Koch Fehler nachgewiesen. Zur Frage, ob er seither über einen Rücktritt nachgedacht habe, sagte Koch dem "Tagesspiegel": "Ich habe mir diese Frage gestellt." Er habe vor einem solchen Schritt aber hohen Respekt. Bislang arbeite er "mit ganzen Kräften daran, dass der Missbrauch im Erzbistum Berlin aufgearbeitet wird und es mit der Prävention hier vorwärts geht". Er fügte hinzu: "Ich muss aber sagen, dass mich diese Frage nicht loslässt."

Koch betonte, er habe gelernt: "Der Missbrauch muss im Gespräch bleiben. Das Thema darf nicht weggestellt oder verschwiegen werden. Er muss in unserem Erzbistum ein Thema bleiben, um der Betroffenen willen, um der Prävention willen, aber auch um der Ehrlichkeit und Transparenz innerhalb und außerhalb der Kirche willen." Zudem habe man nach Vorstellung des Gutachtens Kirchenrechtler um Beratung gebeten. "Wir werden Arbeitsabläufe verändern, von der Aktenführung im Erzbistum bis zur Kommunikation. Wir werden die Prävention ausbauen."

Mindestens 121 Missbrauchsopfer in Berlin

Im Januar war das von einer Kanzlei erstellte Gutachten vorgestellt worden. Mindestens 61 Geistliche waren demnach im Erzbistum Berlin zwischen 1946 und 2019 am sexuellen Missbrauch von Minderjährigen beteiligt. Insgesamt wurden in dieser Zeit 121 Opfer aus den Akten bekannt. Die Dunkelziffer könnte weit höher liegen, hieß es in dem Bericht. Bei den Beschuldigten handele es sich vor allem um Priester und Ordensmitglieder, die im Bistum tätig waren.

Hierarchische Strukturen und mangelnde Kommunikation hätten Aufklärung und Prävention behindert, vermerkte das Papier. Koch erklärte damals, er übernehme die Verantwortung, "wo vertuscht oder nicht angemessen mit Schuld umgegangen wurde, wo Menschen "im System Kirche" das Offensichtliche nicht wahrhaben wollten oder systematisch weggeschaut haben". Zum Erzbistum gehören Berlin, Teile Brandenburgs, Vorpommern sowie die Stadt Havelberg in Sachsen-Anhalt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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