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Vier Impfschäden durch Corona-Impfung bayernweit anerkannt

Von dpa
23.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Corona-Impfung
Ein Mann geht auf der Theresienwiese an einer Corona-Impfstation vorbei. (Quelle: Sven Hoppe/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Mehr als ein Jahr nach Impfstart gegen das Coronavirus ist ein dauerhafter impfbedingter Gesundheitsschaden bisher bei vier Menschen in Bayern anerkannt worden. Drei weitere Antr√§ge seien abgelehnt, zwei zur√ľckgenommen worden. 263 Antr√§ge w√ľrden noch bearbeitet (Stichtag: 17. Januar), teilte das zust√§ndige Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) in Bayreuth mit. Zuvor hatten mehrere Medien dar√ľber berichtet. Seit dem Start der Impfkampagne im Freistaat sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) fast 25 Millionen Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden.

Welche Impfsch√§den die vier Betroffenen erlitten haben, konnte die Beh√∂rde aus Datenschutzgr√ľnden nicht mitteilen. Ein Impfschaden ist laut Infektionsschutzgesetz "die gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer √ľber das √ľbliche Ausma√ü einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Sch√§digung durch die Schutzimpfung" (¬ß2). "Ein zuf√§lliger zeitlicher Zusammenhang zwischen einer Impfung und einer Erkrankung reicht nicht aus", erkl√§rt ZBFS-Sprecher Benjamin Vrban.

Das f√ľr die Sicherheit von Impfstoffen zust√§ndige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) verweist darauf, dass unerw√ľnschte Reaktionen im zeitlichen, nicht aber unbedingt im urs√§chlichen Zusammenhang mit einer Impfung gemeldet w√ľrden. Ob eine Reaktion tats√§chlich eine Folge der Impfung ist, k√∂nnten nur Studien beweisen. "Nach derzeitigem Kenntnisstand sind schwerwiegende Nebenwirkungen sehr selten und √§ndern nicht das positive Nutzen-Risiko-Verh√§ltnis der Impfstoffe."

Dass sehr seltene Impfkomplikationen √ľber einen langen Zeitraum andauerten, ist laut PEI "die absolute Ausnahme". Impfgegnerinnen und Impfgegner verunsichern einige Menschen mit Berichten √ľber angebliche Impfsch√§den.

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Typische Beschwerden nach einer Impfung sind laut Deutscher Gesellschaft f√ľr Immunologie Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Sch√ľttelfrost und Fieber. "Diese Reaktionen sind Ausdruck der erw√ľnschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab", hei√üt es vom RKI.

Wenn Beschwerden l√§nger als ein paar Tage andauerten, au√üergew√∂hnlich stark sind oder Komplikationen auftreten wie neurologische St√∂rungen oder Herzmuskelentz√ľndungen, sollte man zum Arzt gehen, r√§t ZBFS-Sprecher Vrban. "Wenn sich der Verdacht des Vorliegens eines Impfschadens erh√§rtet, sollte m√∂glichst zeitnah ein Antrag bei uns gestellt werden."

Bei einer offiziell von einem Land empfohlenen Impfung greift im Fall von Impfschäden laut Gesetz das soziale Entschädigungsrecht - Geschädigte können auf Geld vom Staat hoffen. Maßgeblich ist das Bundesversorgungsgesetz. Je nach Schweregrad steht Impfgeschädigten eine Grundrente zu - von 156 bis 811 Euro monatlich, wie Vrban erklärt.

Zusatzzahlungen seien zudem möglich, abhängig von den Impfschäden und den wirtschaftlichen Verhältnissen des Betroffenen. Dazu könnten Leistungen der Heil- und Krankenbehandlung (zum Beispiel Logopädie) und der Versorgung mit Hilfsmitteln wie einem Spezialbett kommen.

"Wer berufliche Einkommenseinbu√üen durch einen Impfschaden erleidet, kann einen Anspruch auf Ausgleich des geminderten Einkommens durch den sogenannten Berufsschadensausgleich haben", erl√§utert Vrban. In extremen F√§llen (...) kann die Summe der monatlichen Versorgungsleistungen bis zu 15 000 Euro betragen." Wie viel Bayern f√ľr die bisher vier Betroffenen zahlen muss, werde derzeit berechnet, aber wegen der geringen Zahl der Gesch√§digten nicht ver√∂ffentlicht.

Ein m√∂glicher dauerhafter Impfschaden kann Vrban zufolge erst sechs Monate nach einer Impfung festgestellt werden. Die Beh√∂rde hole dann Informationen etwa von √Ąrzten, Kliniken und therapeutischen Einrichtungen zu dem Antragsteller ein. "In vielen F√§llen ist eine fach√§rztliche Begutachtung notwendig, die einen Vorlauf von einigen Monaten haben kann."

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