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Polizei will Böllerverbot in Sachsen konsequent durchsetzen

Von dpa
18.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Böllerverbot zu Silvester
Polizisten und ein RettungssanitÀter stehen in der Silvesternacht an einer Kreuzung. (Quelle: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Es ist Silvester und niemand darf groß feiern: Die Polizei kĂŒndigt an, das in Sachsen verhĂ€ngte Böllerverbot auf öffentlichen PlĂ€tzen konsequent durchzusetzen. Wie schon im vergangenen Jahr werde sich die Polizei anlĂ€sslich des Jahreswechsels darauf vorbereiten, bestehende BeschrĂ€nkungen und Verbote durchzusetzen, teilte die Stabsstelle Kommunikation der Polizei beim Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur mit. Vor allem sollen unzulĂ€ssige Menschenansammlungen vermieden und das Verbot zum Abbrennen von Feuerwerk soll durchgesetzt werden.

Die Verwaltungen der großen StĂ€dte feilen derweil noch an ihren Strategien fĂŒr die Silvesternacht. Dazu mĂŒssten unter anderem Absprachen mit der Polizei getroffen werden, hieß es in Chemnitz. Die Knallerei im öffentlichen Raum durch einige Uneinsichtige flĂ€chendeckend zu unterbinden, sei nicht leistbar, sagte ein Sprecher der Stadt Leipzig.

Die Regierung hat in ihrer Corona-Notfallverordnung Feiern auf öffentlichen PlĂ€tzen, in Anlagen oder an sonstigen öffentlichen Orten unter freiem Himmel zu Silvester und Neujahr untersagt. Menschen dĂŒrfen keine Feuerwerkskörper bei sich haben oder abbrennen.

Nach dem Verkaufsverbot von Böllern und Feuerwerk zu Silvester ist der Schwarzmarkt in den Fokus gerĂŒckt. Dabei warnen Experten vor dem Gebrauch von illegalem Feuerwerk. Ein legaler Böller unterscheide sich von einem illegalen Böller zunĂ€chst einmal in der Zertifizierung, erklĂ€rte Hanspeter Scheibe vom Deutschen Sprengverband.

"GeprĂŒftes Feuerwerk ist immer mit dem CE-Zeichen und einer Registriernummer versehen. Die Kennzeichnung beinhaltet unter anderem Angaben zur Ausstoßrichtung, Flughöhe, LautstĂ€rke und der Nettoexplosivmasse", sagte Karsten Schneider, Pyrotechniker aus Hilbersdorf (Landkreis Mittelsachsen), der Beamte des Landeskriminalamts Sachsen schult.

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WĂ€hrend ein in Deutschland legaler Böller nicht ĂŒber 120 Dezibel erreicht und der Knall ausschließlich mit Schwarzpulver erzeugt werden darf, setzen hierzulande nicht zertifizierte Böller gern auf sogenannte Blitz-KnallsĂ€tze. "Der Unterschied ist, dass der zwei Gramm Schwarzpulverböller in Deutschland einen blauen Fleck auf der Hand macht und beim zwei Gramm Blitzknallsatzböller aus dem Ausland die Hand weg sein kann", erlĂ€uterte Scheibe.

Auch im vergangenen Jahr hatte es wegen der Corona-Pandemie ein Böllerverbot gegeben. Die Polizei sprach von einem "relativ ruhigen" Silvester. Allerdings hielten sich nicht alle an das Verbot: Es flogen trotzdem in den StÀdten Feuerwerksraketen in den Himmel, es gab Knallereien - wenn auch deutlich weniger als in den Jahren zuvor.

Mit dem neuerlichen Verkaufsverbot von Pyrotechnik steht auch die traditionsreiche Herstellung von Feuerwerk in Freiberg am Jahresende endgĂŒltig vor dem Aus. "Ausschlaggebend war jedoch schon das vorangegangene Jahr", sagte der stellvertretende Unternehmenssprecher Andreas Kritzler. Im Sommer wurden die Schließungsabsichten des Pyrotechnik-Herstellers Weco mit Sitz im nordrhein-westfĂ€lischen Eitorf bekannt. Nach dem Verkaufsverbot von Feuerwerk Ende vergangenen Jahres wurde in Freiberg kaum mehr Feuerwerk produziert. Die Lager waren mit Böllern und Raketen voll. Die verbliebenen 69 Mitarbeiter sollen von einer Transfergesellschaft ĂŒbernommen werden.

Die Verkehrsbetriebe in Chemnitz und Leipzig bereiten sich trotz des Böllerverbots auf die Silvesternacht vor und sichern ihre Fahrkartenautomaten gegen die BeschĂ€digung durch Feuerwerk. Die Ticketautomaten im Stadtgebiet wĂŒrden ĂŒber den Jahreswechsel verschlossen, hieß es bei den Leipziger Verkehrsbetrieben. Den Kunden werde ein Neujahrsticket angeboten. "Aufgrund zunehmender Zerstörung durch unsachgemĂ€ĂŸe Benutzung von Feuerwerkskörpern werden auch wir dieses Jahr unsere Ticketautomaten ab dem 28. Dezember schrittweise trotz geltender EinschrĂ€nkungen abschalten und verriegeln", sagte die Sprecherin der Chemnitzer Verkehrs-AG, Juliane Kirste.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe verzichten hingegen auf solche Vorkehrungen. "Wir haben in den letzten Jahren nie unsere Automaten verschlossen. Das werden wir auch in diesem Jahr nicht tun", sagte deren Sprecher Falk Lösch. "Zwar hatten wir immer mal SchÀden, aber im Sinne unserer Kunden haben wir den Verkauf ermöglicht."

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