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Düsseldorf: OB Geisel teilt Video von Farid Bang – CDU zieht Konsequenzen

Oberbürgermeister von Düsseldorf  

Geisel veröffentlicht Video von Farid Bang – CDU zieht Konsequenzen

22.07.2020, 19:24 Uhr | dpa, t-online

Düsseldorf: OB Geisel teilt Video von Farid Bang – CDU zieht Konsequenzen. Farid Bang: Düsseldorfs OB veröffentlichte ein Video des umstrittenen Rappers – darauf folgte Kritik. (Quelle: imago images)

Farid Bang: Düsseldorfs OB veröffentlichte ein Video des umstrittenen Rappers – darauf folgte Kritik. (Quelle: imago images)

In einem Video der Stadt Düsseldorf wirbt der kontroverse Rapper Farid Bang um die Einhaltung von Corona-Regeln. Die CDU fordert als Folge eine Ratssitzung.

Trotz massiver Kritik hat der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel ein Video des umstrittenen Rappers Farid Bang mit einem Appell zum Respekt vor den Corona-Regeln am Mittwoch veröffentlichen lassen. Auf die zudem geplante Veröffentlichung eines gemeinsamen Videos mit dem wegen frauenfeindlicher und antisemitischer Texte kritisierten Düsseldorfer Rappers verzichtet Geisel allerdings. 

Rapper soll junge Menschen erreichen

Er wisse, dass Farid Bang eine "ausgesprochen kontroverse Figur" sei, sagte Geisel am Mittwoch in Düsseldorf. "Ich halte manches, was er gemacht hat, für widerwärtig." Der Musiker habe aber seine früheren Texte bereut.

Mit dem Farid-Bang-Video wolle die Stadt eine Zielgruppe erreichen, die für andere Vertreter der Stadt nicht zugänglich sei. Konkret gehe es um junge Menschen, die nachts in der Altstadt am beliebten Rheinufer die Corona-Regeln nicht einhielten, Anweisungen der Ordnungsdienste nicht befolgten und in Poser-Szenen die Automotoren aufheulen ließen.

"Da herrschen Zustände, die wir in Düsseldorf nicht haben wollen", sagte Geisel. Überwiegend prägten dieses Bild junge Männer und unter ihnen vor allem Männer mit Migrationshintergrund, sagte Geisel. Es bestehe die Gefahr, dass sich eine Parallelgesellschaft entwickele.

Kritik von OB-Wahlkampf-Konkurrenten

Geisel selbst war für das Video scharf kritisiert worden. Bei seinen Konkurrenten im OB-Wahlkampf stieß der SPD-Politiker auf Unverständnis. In einem an Geisel gerichteten, offenen Brief, den Marie-Agnes Strack-Zimmermann auf Twitter veröffentlichte, kritisiert die OB-Kandidatin der Düsseldorfer FDP: "Demokraten sollten sich nicht in einer Reihe mit Farid Bang stellen."

Gegenüber "RP Online" zeigte sich auch der Düsseldorfer CDU-Kandidat Stephan Keller entsetzt über die Zusammenarbeit. "Es ist mir völlig unverständlich, wie man sich mit jemandem verbünden kann, der bundesweit bekannt ist für antisemitische Provokationen und gewaltverherrlichende und frauenverachtende Texte und Einstellungen", kritisiert der 50-Jährige. 

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel spricht bei einer Pressekonferenz: Vor Medienvertretern rechtfertigte der SPD-Politiker die Zusammenarbeit mit einem umstrittenen Rapper. (Quelle: dpa/Roberto Pfeil)Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel spricht bei einer Pressekonferenz: Vor Medienvertretern rechtfertigte der SPD-Politiker die Zusammenarbeit mit einem umstrittenen Rapper.

Die CDU fordert unterdessen nun eine Sondersitzung des Rates, wie "Express" berichtet. OB Geisel hätte durch die Zusammenarbeit mit Farid Bang eine moralische Grenze überschritten, wird der Fraktionsvorsitzende Rolf Tups vom Blatt zitiert. Man fordere Geisel auf, den Clip umgehend zu löschen, "um weiteren Schaden von der Stadt abzuwenden".

Kritik auch von der Jüdischen Gemeinde

Unterdessen dementiert die Jüdische Gemeinde in Düsseldorf die Behauptung, Geisel hätte sie im Vorfeld über das Video informiert. Gegenüber "Bild" hatte die Stadt erklärt, es hätte von Seiten der Gemeinde keine Einwände gegeben.

"Ich kann bestätigen, dass weder eine schriftliche noch eine mündliche Anfrage der Stadt Düsseldorf über ein Video der Stadt mit dem Rapper Farid Bang bei uns eingegangen ist", heißt es in einer Pressemitteilung der Jüdischen Gemeinde. Mit Blick auf die Kommunalwahlen am 13. September sei es aus Sicht der Gemeinde "mehr als unglücklich, gerade in diesem Zusammenhang fälschlicherweise zitiert zu werden".

Tups sagt, dass das ein schwerwiegender Fehler Geisels gewesen sei. Deshalb müsse eine Sondersitzung des Rates einberufen werden. Der Rat müsse ein klares Zeichen setzen, sich distanzieren und deutlich machen, dass die Zusammenarbeit mit Personen, die "menschenfeindliche und gewaltgeneigte Ansichten" vertreten, ausgeschlossen ist, berichtet "Express" unter Berufung auf Tups. 

Verwendete Quellen:

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