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Hunderte warteten: Hamburg vergisst Impfstation

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

Aktualisiert am 28.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Unglaublicher Fehler: In Hamburg warteten Hunderte Menschen vor einem Impfzentrum, das die Behörden offenbar ganz vergessen hatten. (Quelle: t-online)
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Auch Hamburg hat die ImpfkapazitĂ€ten eilig wieder hochgefahren. Am Samstag warteten Hunderte Impfwillige geduldig vor verschlossener TĂŒr, bis die Polizei sie wegschickte.

Die Botschaft des Hamburger Senats in seinen Social-Media-KanĂ€len ist eindeutig: "Worauf wartest Du? Jetzt Impfen!", steht groß im Profil der Auftritte, dazu hĂ€lt eine Frau freudig den Impfpass entgegen. Die Antwort einiger Hundert Hamburger am Samstag dĂŒrfte eindeutig gewesen sein: "Auf Euch!" Impfwillige BĂŒrger waren da, aber niemand, der sie impfen konnte. Hamburg hat eine Impfstelle angekĂŒndigt und vergessen.

Von 13 bis 19 Uhr sollten Menschen an der Impfstelle KĂŒhnehöfe in Altona ohne Anmeldung mit Biontech, Moderna und Johnson & Johnson erst- oder zweitgeimpft werden oder eine Auffrischung erhalten – Anmeldung nicht nötig. Nach dem Beispiel hat Hamburg kurzfristig mehrere "Impf-Popups" eingerichtet, die an bestimmten Terminen stundenweise öffnen.

Werbung noch am Morgen

Die Termine hatte die Sozialbehörde auf ihrer Internetseite mehrfach angekĂŒndigt, sie meldete auch der NDR und die Möglichkeit war auch am Samstag um 9 Uhr in einem Tweet beworben, weitergeleitet von der Sozial-Senatorin, Hamburgs SPD-Vorsitzende Melanie Leonhard. Auf der offiziellen Seite fand sich der Termin mit Hinweis: "Bei hohem Andrang wird die Warteschlange frĂŒhzeitig aufgelöst."

Vier Stunden nach dem Tweet der Sozialbehörde war klar, dass der Andrang an der Impfstation tatsĂ€chlich hoch ist. Unter den wartenden Menschen war um kurz nach 12 Uhr schon fast eine Stunde vor der geplanten Öffnung auch Phil von Sassen. Der Manager fĂŒr Digitalmarketing wirbt auf seinem Twitterkanal fĂŒrs Impfen und möchte seine Auffrischung holen. "Es hat stark geregnet, und viele Ă€ltere Personen waren vor Ort, also Risikogruppe." Etwa 250 Menschen hĂ€tten gewartet, mit MindestabstĂ€nden in langer Reihe.

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Doch es tat sich nichts, nicht um 13 Uhr und auch nicht in den Minuten danach. Ein Polizeifahrzeug stand dort, aber die Beamten wussten zunÀchst auch nichts. "Die Stadt Hamburg hat fast 45 Minuten benötigt, bis man eine offizielle Aussage tÀtigen konnte", so von Sassen zu t-online.

Polizei klÀrte per Lautsprecherdurchsage auf

Um 13.57 Uhr drehte er ein Video, das die Auflösung zeigt und das Sie oben oder direkt hier sehen können: Das Polizeifahrzeug fĂ€hrt an den Wartenden mit der Durchsage vorbei, ein Polizist muss die peinliche Botschaft verkĂŒnden: "Am heutigen Tag findet hier keine Impfung statt." Nach RĂŒcksprache mit dem Pressesprecher der Sozialbehörde handele es sich um ein "MissverstĂ€ndnis". Vor Ort hieß es von Sassen zufolge, dass die Öffnung laut Pressestelle schlicht vergessen worden ist.

Ein Sprecher teilte t-online am Sonntag mit, es sei durch einen Übertragungsfehler zur AnkĂŒndigung im Social-Media-Beitrag gekommen. Allerdings wurde die Impfmöglichkeit ja nicht nur dort angekĂŒndigt. Die Gesundheitsverwaltung bedauere den Fehler. Der Sprecher: "Wir bitten die Betroffenen um Entschuldigung fĂŒr die dadurch entstandene Verwirrung und die vergeblichen Wartezeiten am Standort in Altona". Dort werde es im Dezember verlĂ€sslich montags, dienstags und mittwochs von 13 bis 19 Uhr Impfungen ohne Anmeldung geben.*

Die Impfwilligen wurden an dem geschlossenen Impfstandorte wurden am, Samstag an andere Standorte in zwei Einkaufszentren verwiesen, in denen die KapazitĂ€ten erweitert wĂŒrden. TatsĂ€chlich wurde das Impfangebot aber enorm gut angeboten, der Senat berichtete am Sonntag von mehr als 3.000 Impfungen, darunter rund 2.150 Erst- udn Zweitimpfungen.

Allein im Einkaufszentrum Hamburger Meile dĂŒrften mehr als 1.200 Menschen geimpft worden sein, berichtete NDR-Journalist AndrĂ© Kroll von vor Ort: Acht Ärztinnen und Ärzte waren im Einsatz, 160 Impfungen in der Stunde.

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FĂŒr Phil von Sassen und andere war zumindest im "Elbe Einkaufszentrum" die Folge: "Keine KapazitĂ€t mehr". Trotz des Versprechens am ersten Ort konnte ihnen am zweiten nicht geholfen werden. "Die Leiterin des Impfzentrums hat gesagt, sie könne aus GrĂŒnden des Arbeitsschutzes nicht die Impfzeit ausweiten."

Er bekam einen Post-it mit einer E-Mail-Adresse und dem Hinweis "Video" in Bezug auf seine Aufnahme. Das soll ihm jetzt vielleicht helfen, ohne Umstand schnell einen Termin zu bekommen. Sassen: "Ich wollte mich nur impfen lassen, und alles, was ich bekam, ist dieser lausige Zettel." Die beiden ersten Impfungen hatte er ohne spĂŒrbare Impfreaktion hinter sich gebracht. Er hatte also auch vor der Auffrischungsimpfung keine Bedenken. Sein sarkastisches Fazit nun: "Ich war noch nie so fertig von einer Impfung, die ich gar nicht bekommen habe."

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*Der Text wurde mit einer Stellungnahme des Senats aktualisiert.

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