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Niedersachsen: Nach Hannover gegen Braunschweig – Politik & Clubs reagieren


So wollen Politik und Clubs Stadiongewalt bekämpfen

Von dpa
Aktualisiert am 06.12.2023Lesedauer: 2 Min.
Pyrotechnik der Hannover 96 Fans i mmSpiel gegen Eintracht Braunschweig (Archivbild):Vergrößern des BildesPyrotechnik der Hannover 96 Fans im Spiel gegen Eintracht Braunschweig (Archivbild): Beide Fanlager brannten massiv Pyrotechnik ab. (Quelle: Eibner/imago images)
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Die Politik beobachtet die gewalttätigen Ausschreitungen im Fußball mit Sorge. Wie sie das Problem nun angehen will.

Die Politik will angesichts der jüngsten Ausschreitungen in deutschen Stadien nicht mehr tatenlos zusehen. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) machte am Mittwoch bei einem Treffen mit Mehrheitsgesellschafter Martin Kind von Hannover 96 und Präsidentin Nicole Kumpis von Eintracht Braunschweig deutlich, dass die aktuelle Situation "nicht akzeptabel ist". Durch einen gemeinsamen Arbeitskreis wollen Politik und die Vereine das Problem in den Griff bekommen.

"Wir können diese Entwicklung nicht mehr akzeptieren", sagte Martin Kind. Das Thema beschäftige die Profi-Clubs schon seit Jahren. "Und wenn man ehrlich ist: Wir haben wenig erreicht bisher", schob der 96-Chef hinterher.

Polizeigewerkschaft fordert mehr Videoüberwachung

Politik, Polizei und Clubs verständigten sich auf ein gemeinsames Vorgehen gegen Gewalttäter. Kumpis sprach von einem konstruktiven und sehr offenen Gespräch. Unter anderem sollen Einlasskontrollen verstärkt und die Infrastruktur in Stadien gestärkt werden. Vor allem die Kameratechnik lasse laut der Eintracht-Präsidentin "in vielen Stadien zu wünschen übrig".

Die Gewerkschaft der Polizei in Niedersachsen (GdP) forderte daher mehr Videotechnik in Stadien. Man müsse Vereine stärker in die Pflicht nehmen, insbesondere, was den Ausbau von Video- und Einlasstechnik betreffe, sagte GdP-Landesvorsitzender Kevin Komolka der "Braunschweiger-Zeitung" (Mittwoch). Komolka forderte zudem mehr Schulungen des Sicherheitspersonals im Stadion.

Fans kritisieren zu hartes Vorgehen der Polizei

Von Mittwoch bis Freitag werden die Innenminister der Bundesländer die jüngsten Gewaltausschreitungen im Fußball bei ihrer Konferenz in Berlin thematisieren. Wenige Monate vor der Europameisterschaft in Deutschland erhoffen sich Sicherheitsvertreter härtere Maßnahmen gegen gewalttätige Ultra-Gruppierungen. Fanvertreter dagegen kritisieren ein aus ihrer Sicht zu hartes Vorgehen der Polizei gegen Stadionbesucher.

"Ich bin sehr froh, dass wir einen Arbeitskreis starten", sagte Behrens. Darin sollen Lösungen erarbeitet werden, um Ausschreitungen wie beim vergangenen Derby zwischen 96 und der Eintracht zu verhindern.

Ausschreitungen beim Niedersachsen-Derby

Beim 2:0-Derby-Erfolg von Hannover gegen Braunschweig Anfang November hatten beide Fanlager massiv Pyrotechnik abgebrannt, Eintracht-Anhänger verursachten im Stadion laut 96 einen Schaden von etwa 150.000 Euro und bei einer Rangelei im Heimbereich war ein Polizeibeamter schwer verletzt worden.

Aber auch so wirken die Clubs teils machtlos gegen die Aktionen einzelner Fans. Während Hannover dem Deutschen Fußball-Bund zuletzt 600.000 Euro für Pyro-Vergehen zahlen musste, hatte Braunschweig Kosten in Höhe von ungefähr 300.000 Euro. "Wir müssen da eine neue Kultur entwickeln, es muss gewaltfrei sein, wenn möglich mit wenig oder keiner Pyrotechnik", meinte Martin Kind.

Spiele von Gewalt überschattet

Die Forderungen fallen in eine Zeit, in der zuletzt viele Spiele im deutschen Profifußball von gewalttätigen Auseinandersetzungen überschattet wurden. Ende November wurden bei der Erstliga-Begegnung zwischen Frankfurt und Stuttgart mehr als 200 Menschen verletzt. Bei der Begegnung zwischen dem FC St. Pauli und Hannover 96 einige Tage zuvor war es in Hamburg zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Fans im und außerhalb des Stadions gekommen.

Laut Innenministerin Behrens hätte allein der Personalkostenaufwand für den Einsatz im Niedersachsen-Derby zwischen Hannover und Braunschweig etwa 1.000.000 Euro betragen. Die Politikerin bekräftigte am Mittwoch, dass die Beteiligung der Clubs an Polizeikosten weiter "eine Option" sei, sollte es keine Verbesserung geben. Bislang macht das von den deutschen Bundesländern nur Bremen.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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