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Materialknappheit: Bauherren müssen mit Verzögerung rechnen

Hannover  

Materialknappheit: Bauherren müssen mit Verzögerung rechnen

03.08.2021, 06:34 Uhr | dpa

Materialknappheit: Bauherren müssen mit Verzögerung rechnen. Bauen in Niedersachsen

Mehrfamilienhäuser werden im Neubaugebiet Hannover-Kronsrode gebaut. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Wer in Niedersachsen derzeit auf die Fertigstellung seines Eigenheims hofft, muss sich wegen der Corona-Pandemie auf Verspätungen und erhöhte Rechnungen einstellen. Aktuell komme es wegen der Knappheit einiger Baumaterialien teilweise zu Verzögerungen und Preissteigerungen, teilte der Baugewerbe-Verband Niedersachsen (BVN) auf Anfrage mit. Materialmangel und dadurch bedingte Lieferengpässe drücken die Margen bei vertraglich bereits fixierten Objekten, wie ein BVN-Sprecher sagte.

Fast automatisch ergebe sich daraus Stress. Freundlich umschreibt das der Baugewerbe-Verband so: "Das führt zu einem erhöhten Kommunikationsbedarf zwischen Bauherren und den bauausführenden Unternehmen, um die entstehenden Mehrkosten gegebenenfalls an den Bauherren anteilig weitergeben zu können." Die Möglichkeiten, einer Kostenüberwälzung bei bestehenden Bauverträgen sei aber limitiert.

Erst kürzlich hatte etwa die Verbraucherzentrale Niedersachsen darauf hingewiesen, dass Händler nachträgliche Preiserhöhungen nicht ohne Weiteres vornehmen dürften. In einem Beispielfall sollte ein Gartenhaus bei Lieferung 700 Euro mehr Kosten als zuvor vereinbart. Der Vorschlag des Händlers, die Mehrkosten zu teilen, sei zu Recht abgelehnt worden. "Anbieter dürfen das Risiko steigender Materialkosten nicht einfach an Kundinnen und Kunden weitergeben", sagte eine Rechtsexpertin von der Verbraucherzentrale.

Nach Daten des Baugewerbe-Verbands wurden im vergangenen Jahr rund die Hälfte der neu errichteten Wohnungen in Niedersachsen in Ein- und Zweifamilienhäusern gebaut. Obwohl es noch keine detaillierten Erkenntnisse gebe, lasse sich wegen neuer Home-Office-Konzepte tendenziell eine vermehrte Nachfrage nach Wohnraum sowie Bauleistung abseits der Zentren erkennen. Das liegt laut BVN aber nicht nur an der Pandemie, sondern weiterhin auch an dem anhaltend niedrigen Zinsniveau und stark verteuerten Preisen in den Ballungsgebieten.

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