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56-Jähriger soll Mann auf Gleise geschubst haben: Prozess


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56-Jähriger soll Mann auf Gleise geschubst haben: Prozess

Von dpa
10.08.2021Lesedauer: 2 Min.
Justitia
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. (Quelle: Arne Dedert/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Er soll einen 34 Jahre alten Mann auf die Gleise geschubst haben, das Opfer konnte sich verletzt retten - und nur Sekunden später raste ein ICE durch den Bahnhof: Der 56-Jährige hat zum Prozessauftakt am Landgericht Hannover zugegeben, den Mann aus Wut geschubst zu haben, aber er habe ihn nicht töten wollen: "Ich habe das nicht gewollt." Er habe impulsiv gehandelt, weil er angepöbelt worden sei. Nach Angaben des Gerichts leidet der 56-Jährige, der in Hand- und Fußfesseln sowie mit einem Bauchgurt am Dienstag auf der Anklagebank saß, an einer psychischen Erkrankung. Pfleger waren in seiner Nähe.

Laut Anklage soll der 56-Jährige am 26. Februar im Zustand der Schuldunfähigkeit versucht haben, einen Menschen zu töten und zu verletzen. Am Gleis des Bahnhofs in Neustadt am Rübenberge in der Region Hannover soll er demnach den 34-Jährigen gefragt haben, warum er ihn auslache, dann habe er ihn ins Gleisbett geschubst und damit in Kauf genommen, dass er getötet werde. Der Mann sei gefährlich für die Allgemeinheit (Az.: 93 Ks 10/21). Nach Angaben des Gerichts käme im Falle eines Urteils die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht.

Das Opfer des Mannes erlitt eine Halswirbelfraktur, eine Platzwunde am Kopf und Hautabschürfungen. Der 34-Jährige sagte vor Gericht, er sei zusammen mit seiner Freundin an dem Tag unterwegs nach Bremen gewesen, die beiden hätten gescherzt und gelacht. Dann sei der 56-Jährige auf ihn zugekommen, handgreiflich geworden und habe ihn geschubst, als er an der Gleiskante stand. Er sei auf die Schienen gefallen, drei Frauen hätten ihm herausgeholfen, und nur wenige Sekunden später sei ein Zug durchgefahren: "Das war sehr knapp."

Die 25 Jahre alte Lebensgefährtin des Opfers sagte, der 56-Jährige habe aufgebracht und "wie unter Drogen" gewirkt, er habe vor sich hin gesprochen. Nach Angaben des 34-Jährigen soll der mutmaßliche Täter ihm etwas von "Leiden und Sterben" zugerufen haben.

Der Angeklagte verdrehte während der Aussagen immer wieder die Augen und versuchte, Einspruch zu erheben: "Alles Lüge." Richter Stefan Joseph mahnte ihn mehrfach zur Ruhe, baute ihm auch Brücken: Er glaube, man habe eine gute Ebene für ein Gespräch gefunden. Der 56-Jährige erwiderte: "Ich glaube nicht." Außerdem forderte er den Richter auf: "Ich möchte gerne arbeiten, also bitte kommen Sie zum Schluss mit dieser Farce." Fünf Fortsetzungstermine sind geplant.

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