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Corona in Hannover: Eltern bedrohen Schulen wegen Schutzmaßnahmen

Bedrohung, Beschimpfung, Betrug  

Eltern behindern Schulen wegen Corona-Maßnahmen

06.10.2021, 09:49 Uhr | dpa

Corona in Hannover: Eltern bedrohen Schulen wegen Schutzmaßnahmen. Unterricht während der Corona-Pandemie in einem Hannoveraner Klassenzimmer (Symbolbild): Seit Ende der Sommerferien sorgen Eltern hier für Unmut. (Quelle: localpic)

Unterricht während der Corona-Pandemie in einem Hannoveraner Klassenzimmer (Symbolbild): Seit Ende der Sommerferien sorgen Eltern hier für Unmut. (Quelle: localpic)

Bedrohungen, falsche Atteste oder Sachbeschädigung: Damit müssen sich niedersächsische Schulen während der Corona-Pandemie auseinandersetzen. Und all die Taten stammen von Eltern.

Seit Unterrichtsbeginn nach den Sommerferien werden Schulen in Niedersachsen immer wieder mit heftigen Angriffen von Eltern wegen der Corona-Maßnahmen konfrontiert.

Eltern versuchten mit zweifelhaften Attesten eine Befreiung von der Präsenz-, Test- oder Maskenpflicht zu erwirken und drohten Schulleitungen mit Klagen.

In Einzelfällen erhielten Schulleitungen und Lehrkräfte Drohmails oder würden persönlich beschimpft. Sprecher des Kultusministeriums in Hannover, Sebastian Schumacher, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Jeder Einzelfall ist allerdings einer zu viel".

Beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg wurden in diesem Jahr 27 Verfahren entschieden, die sich laut einer Sprecherin vor allem gegen die Maskenpflicht und die Testpflicht an Schulen wandten. In keinem Fall waren die Antragsteller im Eilverfahren erfolgreich.

Schulleitungsverband in Hannover: Auseinandersetzung absorbiert viel Kraft im Alltag

Die Vorsitzende des Schulleitungsverbands, Andrea Kunkel, sagte: "An jeder Schule gibt es das Thema, dass Eltern ihre Kinder nicht testen lassen wollen." Die Auseinandersetzung mit ihnen absorbiere viel Kraft im Alltag.

Seit den Sommerferien herrscht wieder Präsenzpflicht. Wer dem Unterricht fernbleibt, weil er oder sie keine Corona-Selbsttests machen will, wird laut Kultusministerium wie ein "Schulschwänzer" behandelt. Allerdings dürfen Testverweigerer zur Teilnahme an schriftlichen Arbeiten sowie an Abschluss- und Abiturprüfungen das Schulgelände betreten.

In einem Brief hatte Kultusminister Grant Hendrik Tonne Mitte September Schulleitungen und Lehrkräften Rückendeckung zugesichert.

Kultusminister: Schulleitungen sollen sich polizeilichen Rat holen

Zulässige Kritik, Proteste und Demonstrationen seien zuletzt unter anderem in Sachbeschädigungen in Form von Schmierereien an den Schulen, Beleidigungen und Verletzungen des Hausrechts gemündet, heißt es in dem Schreiben des SPD-Politikers.

Die Vorfälle gefährdeten den Schulfrieden, Schulleitungen sollten sich Rat von der Polizei holen und bei Straftaten auch Anzeige erstatten. Laut Landesschulbehörde sollen Lehrkräften bei Regelverstößen zunächst das Gespräch suchen. Wenn dies nicht fruchte, sei auch ein vorübergehender Ausschluss vom Unterricht denkbar.

Die Maskenpflicht im Unterricht wird von Schülerinnen und Schülern in Niedersachsen nach Angaben des Landesschülerrats allgemein akzeptiert. Der Landesschulbehörde ist kein einziger Fall bekannt, in dem es zu einem Schulverweis wegen Verweigerns der Corona-Maßnahmen gab.

Lüneburger Richter: Maskenpflicht muss an Impffortschritt angepasst eingesetzt werden

In Thüringen wurde die Masken- und Testpflicht an Schulen bereits abgeschafft, auch andere Länder verzichten mittlerweile ganz oder teilweise auf den Mund-Nase-Schutz für Schülerinnen und Schüler.

In ihren jüngsten Beschlüssen haben die Lüneburger Richter allerdings deutlich gemacht, dass die Maskenpflicht an Schulen nur so lange zu rechtfertigen sei, wie eine Überlastung des Gesundheitssystems aufgrund von Covid-19-Patienten drohe.

Wenn dies wegen des Impffortschritts nicht mehr der Fall sei, müsse die Maskenpflicht zumindest für jüngere Schülerinnen und Schüler aufgehoben werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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