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Der Urvater von "Max und Moritz"

Von Judith Tausendfreund

Aktualisiert am 30.12.2021Lesedauer: 4 Min.
PortrÀt von Wilhelm Busch auf einer Briefmarke (Archivbild): Busch war deutscher Zeicher, Humorist und Dichter.
PortrÀt von Wilhelm Busch auf einer Briefmarke (Archivbild): Busch war deutscher Zeichner, Humorist und Dichter. (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)
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Maschinenbauer, Dichter und Zeichner: Wilhelm Busch ist heute als Erfinder zahlreicher Geschichten wie "Max und Moritz" sehr bekannt. Doch seine Karriere lief nicht immer erfolgreich. Wie wurde er zu dem berĂŒhmten KĂŒnstler?

Ein jeder kennt ihn und seine Geschichten. Der Dichter und Zeichner Wilhelm Busch wurde mit den teilweise bitterbösen Streichen der beiden Knaben Max und Moritz weltberĂŒhmt. Heute gilt er als Erfinder des Comics und zudem als Meister der Ironie.

Busch ist einer der bekanntesten deutschen Dichter und Zeichner. Seine Bildergeschichten sind unvergessene Klassiker. Auch zahlreiche Zitate von ihm sind und bleiben bemerkenswert, trotz all der Jahre, die seit seiner Zeit vergangen sind. "Ausdauer wird frĂŒher oder spĂ€ter belohnt – meistens aber spĂ€ter" – auch dieser Spruch entstammt Buchs Feder.

Doch wer war der Mann dahinter?

Am 15. April 1832 wurde Busch im niedersĂ€chsischen Wiedensahl, westlich von Hannover, geboren. Er war das Ă€lteste von sieben Kindern, sein Vater war der unehelich geborene Bauernsohn Friedrich Wilhelm Busch. Sowohl er als auch die Mutter Henriette Kleine waren strebsame, fleißige und fromme Protestanten.

Da es zu Hause an Platz mangelte, wurde Wilhelm Busch im Alter von neun Jahren zu seinem Onkel nach Ebergötzen bei Göttingen geschickt. Hier lernte er zeichnen und malen. Auch freundete er sich mit dem Sohn des MĂŒllers an. Sicherlich hat ihn diese Zeit geprĂ€gt, die örtliche MĂŒhle findet sich spĂ€ter oft in seinen Zeichnungen wieder.

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Viele Episoden aus "Max und Moritz" sollen biografische ZĂŒge aus dieser Zeit aufzeigen – das kann man sich gut vorstellen. Die beiden Jungs erhielten damals Privatunterricht, die Aufenthalte in der MĂŒhle spiegelten sich spĂ€ter in den Geschichten von Max und Moritz wider: "Ricke-racke, ricke-racke, geht die MĂŒhle mit Geknacke", wer kennt das nicht?

Zeichnung von Max und Moritz von Wilhelm Busch. Die Geschichte der beiden Jungen ist nur eine von vielen, die Busch geschrieben und illustriert hat.
Zeichnung von Max und Moritz von Wilhelm Busch. Die Geschichte der beiden Jungen ist nur eine von vielen, die Busch geschrieben und illustriert hat. (Quelle: Wilhelm Busch/leer)

"Klassiker des deutschen Humors"

Buschs erste Bildergeschichten erschienen ab 1859 als Einblattdrucke. In Buchform wurden sie erstmals 1864 unter dem Titel "Bilderpossen" veröffentlicht. Schon seit den 1870er-Jahren war Busch in ganz Deutschland berĂŒhmt, nach seinem Tod 1808 galten seine Werke gar als "Klassiker des deutschen Humors".

Bekannt sind bis heute nicht nur die Streiche der beiden Jungs, sondern auch "Die fromme Helene", "Plisch und Plum", "Hans Huckebein" und viele andere mehr. Feste Redewendungen wie "Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr" oder "Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich" haben sich im Sprachgebrauch der Deutschen etabliert – doch einfach war der Weg dahin nicht.

Vom Maschinenbau zum Bienenvolk in Brasilien

1847 begann der junge Wilhelm Busch ein Maschinenbaustudium am Polytechnikum Hannover. Fast vier Jahre studierte er dort. Wenige Monate vor Abschluss des Studiums konfrontierte er die Eltern mit dem Wunsch, an die Kunstakademie DĂŒsseldorf zu wechseln. Er konnte sie ĂŒberzeugen und im Juni 1851 schrieb er sich dort ein.

Schon 1852 wechselte er nach Antwerpen, an die "Koninklijke Academie voor Schone Kunsten", doch auch dieses Studium brach er am Ende ab – Buschs Biografen gehen davon aus, dass er an seinen eigenen FĂ€higkeiten zweifelte. Hinzu kam eine schwere Typhuserkrankung, rĂŒckblickend hatte es der KĂŒnstler wahrlich nicht leicht. 1853 zog er nach Wiedensahl zurĂŒck.

SpĂ€ter wollte er sein Kunststudium dann in MĂŒnchen fortfĂŒhren, mittlerweile war sein Vater nicht mehr begeistert davon, ihn weiter finanziell zu unterstĂŒtzen. Es folgten erfolglose und wohl auch perspektivlose Jahre. 1857 und 1858 ĂŒberlegte der KĂŒnstler sogar, nach Brasilien auszuwandern, um dort Bienen zu zĂŒchten.

"Max und Moritz" in 200 Sprachen ĂŒbersetzt

Doch es kam anders. Durch Kontakte in die MĂŒnchener Kunstszene kam er zu AuftrĂ€gen und somit auch zu Geld. In den Jahren zwischen 1859 und 1863 verfasste er unzĂ€hlige BeitrĂ€ge fĂŒr den "MĂŒnchener Bilderbogen" und die "Fliegenden BlĂ€tter". SpĂ€ter kam es dann zur Veröffentlichung von Max und Moritz, Wilhelm Busch war mittlerweile 32 Jahre alt.

Das Werk war zunĂ€chst kein SelbstlĂ€ufer. Doch ab der zweiten Auflage 1868 nahm die Angelegenheit langsam Schwung auf, bis zu Buschs Todesjahr waren es dann schon 56 Auflagen, in 200 Sprachen wurde die Geschichte ĂŒbersetzt. Allerdings hatte Busch die Rechte fĂŒr wenig Geld an den Verleger verkauft – der wiederum verdiente nun gut.

Scheitern des KĂŒnstlers als Motiv

Mit 40 Jahren zog es Busch zurĂŒck nach Niedersachsen, in seine Heimat. In Wiedensahl lebte er im Pfarrhaus bei seiner Schwester Fanny, die wiederum einen Pastor geheiratet hatte. Viele Bildergeschichten, aber auch Gedichte und ProsastĂŒcke stammen aus dieser Zeit: "Die fromme Helene" (1872), "Fipps der Affe" (1879), "Herr und Frau Knopp" wurden hier erdacht.

1884 erschien die Bildergeschichte "Maler Klecksel". Ein Jahr zuvor war "Balduin BĂ€hlamm, der verhinderte Dichter" veröffentlicht worden. In beiden Werken geht es auch um das Scheitern des KĂŒnstlers – möglicherweise bezog Busch sich auf den eigenen Werdegang.

1898 wechselte Busch erneut den Wohnort, er zog zu einem seiner Neffen nach Mechtshausen am Harz. Dort starb er am 9. Januar 1908 im Alter von 75 Jahren. Beerdigt wurde der Erfinder des Comics – wenn man ihn so nennen will – in dem kleinen Ort bei Seesen. Erst spĂ€ter wurde auch eine andere Seite Buschs bekannt: seine zunĂ€chst unbekannten GemĂ€lde und Zeichnungen. Alleine an die 1.300 Zeichnungen widmeten sich der Natur, auch ĂŒber 340 GemĂ€lde konnten in der entsprechenden Sammlung archiviert werden.

Wissenswertes rund um den Urvater des Comics

Schon 1930 wurde die Wilhelm-Busch-Gesellschaft e. V. gegrĂŒndet. Der private Verein mit Sitz in Hannover umfasst etwa 2.000 Mitglieder und ist TrĂ€ger des Museums Wilhelm Busch – Deutsches Museum fĂŒr Karikatur und Zeichenkunst. Dieses wurde 1937 in Hannover gegrĂŒndet.

MitbegrĂŒnder der Wilhelm-Busch-Gesellschaft und erster Direktor des Museums wurde 1937 der leidenschaftliche Sammler Emil Conrad. 1943 wurde das Museum allerdings bei Luftangriffen zerstört. Die KunstbestĂ€nde waren zum GlĂŒck zuvor ausgelagert worden. 1950 erfolgte ein Neubeginn im Georgenpalais, bis heute gibt es das Museum. An Buschs Geburtsort Wiedensahl gibt es ebenfalls viel zu sehen: Dort können sein Geburtshaus, eine Wilhelm Busch Bibliothek und das Alte Pfarrhaus besichtigt werden.

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In Ebergötzen steht die Wilhelm-Busch-MĂŒhle und in Mechtshausen betreibt der Förderkreis Wilhelm-Busch-Haus Mechtshausen e.V. die Möglichkeit, sein Sterbehaus zu besichtigen. Auch das Örtchen LĂŒtthorst, in dem Busch bei seinem Onkel lebte, lĂ€dt ein, auf den Spuren von Busch zu wandeln – es gibt also einiges zu entdecken

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