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Conti-Umweltchef: Rohstoffsorgen werden Umbau nicht stoppen

Von dpa
27.04.2022Lesedauer: 2 Min.
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Continental ist als einer der größten Autozulieferer relativ zuversichtlich, dass die Rohstoffsorgen nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine das Klimaschutzbewusstsein nicht aushöhlen. "Es gab durchaus Bedenken, dass wegen des Krieges das Thema CO2 keine Rolle mehr spielen könnte in den Lieferketten", sagte der leitende Nachhaltigkeits-Manager bei dem Dax-Konzern, Steffen Schwartz-Höfler, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sehen nicht, dass dieses Thema jetzt komplett liegengelassen würde, die Transformation in Richtung mehr Nachhaltigkeit ist langfristig und unumkehrbar auf den Weg gebracht." Aber derzeit seien "natürlich alle Beteiligten damit beschäftigt, die Lieferketten möglichst aufrechtzuerhalten".

Der Ukraine-Krieg hat fossile Rohstoffe mit hoher CO2-Last zuletzt drastisch verteuert. Bisher verlief der Umbau des Energiesystems zu erneuerbaren Quellen in Deutschland jedoch ebenfalls schleppend - die Abhängigkeit von importiertem Gas und Öl bleibt vorerst bestehen.

Eine Gefahr langfristiger Rückschläge für die begonnene "grüne" Neuausrichtung der gesamten Wirtschaft sieht Continental nicht. Schwartz-Höfler schränkte allerdings ein: "Es kommt sehr auf die einzelne Industrie an." Europas Chemiebranche zum Beispiel wolle für bestimmte Produkte, bei denen dies möglich ist, jetzt auch eine beschleunigte Abkehr von Erdgas und Erdöl durchsetzen. "Wenn man an komplexe Zulieferungen wie Elektronikbauteile denkt, ist das natürlich komplizierter - dort hat man Fertigungsschritte, die über viele verschiedene Rohstoffe, Komponenten und Länder verteilt sind."

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Die Hannoveraner glauben, dass Klimaschutzinteressen am Ende nicht entscheidend unter der Aufmerksamkeit auf dem Krieg und auf Fragen auch der kurzfristigen Energiesicherheit leiden. "In Europa werden auf jeden Fall Pläne für mehr Unabhängigkeit von außen gleichzeitig stark mit dem ökologischen Umbau der Industrie zusammengedacht."

Dieses Denken sei nun hinreichend verankert, gab sich Schwartz-Höfler überzeugt. "Klar ist: Wenn wir die Wahl zwischen der Investition in einen neuen Flüssiggastank oder in eine neue, mit Ökostrom betriebene Wärmepumpe haben, würden wir - die Wirtschaftlichkeit vorausgesetzt - die Wärmepumpe natürlich bevorzugen. Das ist aber nicht überall auf der Welt und für jede Materialkategorie schon so."

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