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Kommentar zur Kölner Oper: Aufklärung statt Meckerei


Es braucht einen Untersuchungsausschuss

Von Laura Schameitat

18.01.2023Lesedauer: 2 Min.
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Fast schon ironisch wirkt diese Werbung für eine Online-Serie am Bauzaun vor der Oper (Archivbild): Hier wird seit 2012 saniert. (Quelle: Horst Galuschka via www.imago-images.de)
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Die Sanierung der Bühnen verschlingt fast eine Milliarde Euro. Was hier schiefgelaufen ist, muss dringend aufgearbeitet werden.

Es ist eine Steuerverschwendung, die Ihresgleichen sucht – und das gleich in doppelter Hinsicht: Sowohl die Kosten als auch die Bauzeit für die Sanierung der Bühnen am Kölner Offenbachplatz haben sich seit Baubeginn 2012 vervierfacht. Statt den ursprünglich geplanten 250 Millionen Euro wird nun über eine Milliarde Euro fällig – inklusive Finanzierungskosten und Kosten für die Interimsstätten für Oper und Schauspiel. Statt der ursprünglich angesetzten knapp dreieinhalb Jahre werden am Ende knapp zwölf Jahre auf der Uhr stehen.

Bei aller angebrachten Meckerei: Sie bringt die Bürger der Stadt Köln auch nicht weiter. Es gibt bereits einen Fertigstellungstermin, auch wenn der von informierten Kreisen schon wieder angezweifelt wird. Was jetzt gebraucht wird, ist Aufklärung, um aus dem Desaster für die Zukunft zu lernen.

122 Chancen, es besser zu machen

Schließlich steht einiges an: Die Liste der Großbauprojekte der Stadt Köln umfasst derzeit 122 Positionen. 122 Chancen, es besser zu machen – oder im schlimmsten Fall noch schlechter. Die prominentesten Namen auf der Liste: die komplette Neugestaltung des Waidmarktes an der Einsturzstelle des Stadtarchivs, der Neubau des "Miqa"-Museums oder die Sanierung der Zentralbibliothek.

Eine bessere Planung zukünftiger Bauprojekte kann nur gelingen, wenn Fehler aus der Vergangenheit gründlich aufgearbeitet werden. Beim Elbphilharmonie-Desaster in Hamburg wurde ein Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft, also auf Landesebene, eingesetzt. Doch bei der Sanierung der Kölner Bühnen gab es keine Zuschüsse des Landes NRW, es handelt sich um eine 100-prozentige Fremdkapitalfinanzierung. Ob ein Untersuchungs- oder Sonderausschuss trotzdem möglich ist, zum Beispiel auf Ebene der Bezirksregierung oder gar auf kommunaler Ebene, müssen Juristen klären.

Wie auch immer die Antwort lautet: Die Stadt und ihre Oberbürgermeisterin Henriette Reker dürfen das Projekt nicht einfach mit einem erleichterten Seufzer zu den Akten legen, wenn es im März 2024 hoffentlich fertiggestellt sein wird. Es reicht auch nicht, das Planungsbüro, das bis 2015 für den Bau verantwortlich war, zu verklagen und den Sündenbock damit an anderer Stelle zu suchen. Wer das Geld verschwendet hat, ist dem Steuerzahler ziemlich egal, wenn es ohnehin nicht wiederzuholen ist.

Dem Steuerzahler ist aber geholfen, wenn sein Geld zumindest in Zukunft nicht mehr zum Fenster hinausgeworfen wird. Darum müssen die Fehler genau analysiert und öffentlich aufgearbeitet werden – im besten Falle in einem Untersuchungsausschuss.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Gedanken und Beobachtungen der Autorin
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