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Köln: Berufskolleg Ulrepforte beschenkt Bedürftige in der Südstadt


Berufskolleg spielt Christkind in der Südstadt

Von Tim Hildebrandt

30.11.2023Lesedauer: 3 Min.
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Stolz auf den Ehrenamtspreis: Yasmina Nejjar, Zalell Adil, Niklas Schünemann, Emma Feußner, Ursula Markgraf, Hannes Leinker und Wolfgang Linder (v.l).Vergrößern des Bildes
Stolz auf den Ehrenamtspreis: Yasmina Nejjar, Zalell Adil, Niklas Schünemann, Emma Feußner, Ursula Markgraf, Hannes Leinker und Wolfgang Linder (v.l). (Quelle: Tim Hildebrand)

Alljährlich zur Weihnachtszeit beschenkt das Berufskolleg Ulrepforte bedürftige Familien in der Südstadt mit Weihnachtspaketen. Dafür hat die Schule in diesem Jahr von der Stadt Köln den Ehrenamtspreis verliehen bekommen.

Sie packen Weihnachtspakete, bringen sie zu bedürftigen Familien und geben Hoffnung in einer Zeit, in der viele Familien finanziell an ihre Grenzen kommen. Seit den 1950er-Jahren versüßen die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Ulrepforte ausgewählten Familien die Vorweihnachtszeit, in diesem Jahr wurde das Engagement durch den Ehrenamtspreis ausgezeichnet. t-online hat mit beteiligten Schülerinnen und Schülern, Schulleiter Wolfgang Linder und der verantwortlichen Lehrerin Ursula Markgraf gesprochen.

t-online: Woraus besteht das Engagement des Berufskollegs genau?

Yasmina Nejjar: Jedes Jahr zu Weihnachten packen wir Pakete für bedürftige Personen und Familien und bringen sie zu ihnen. Die Pakete verpacken wir in Weihnachtsoptik, gehen einkaufen und befüllen sie mit Spielzeugen, Süßigkeiten und allem, was man im Alltag so braucht. Die passende Weihnachtskarte basteln wir natürlich auch.

Wer zahlt für den Inhalt der Pakete?

Yasmina Nejjar: Einen Teil bezahlen wir selbst, der andere Teil sind Spenden. Alle aus der Klasse beteiligen sich finanziell und die Parallelklassen machen auch mit. Wir erfahren vorher, wen wir beliefern und danach suchen wir die Geschenke aus. Hat die Familie einen Jungen oder ein Mädchen? Oder beides? Wie viele Personen sind im Haushalt? Darauf achten wir und da sind Spenden natürlich immer gerne gesehen.

Wie viele Schülerinnen und Schüler nehmen teil und engagieren sich?

Ursula Markgraf: Traditionell wird ein Bildungsgang der Schule als Organisator bestimmt, meistens sind das die Bauzeichnerinnen oder die bautechnischen Assistenten, mehr als 30 Personen kommen locker zusammen. Zusätzlich noch das gesamte Lehrerkollegium, in dem auch alle spenden, sammeln und sich beteiligen.

Zalell Adil: Wir packen nicht nur während der Unterrichtszeit, sondern nehmen die Sachen mit ins Wochenende oder arbeiten in unserer Freizeit daran.

Wolfgang Linder: Das macht mich als Schulleiter echt froh und stolz. Denn letztendlich geht es um das außerschulische Engagement von allen, obwohl die eigene Zeit knapp bemessen ist.

Wie kam es ursprünglich zu der Idee?

Wolfgang Linder: Das wissen wir nicht mehr, es ist schon so lange her. Seit Beginn arbeiten wir jedoch schon mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zusammen und die Partnerschaft hat sich bewährt. Vom DRK bekommen wir auch eine Liste der Personen, die für die Weihnachtsaktion infrage kommen. Ansonsten wäre das schnell zu unübersichtlich.

Die Aktion passt aber auch gut zur Schule, oder? Das Motto der Schule "Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage" begrüßt einen ja schon am Eingangstor.

Wolfgang Linder: Uns ist schon bewusst, dass das Motto eher ein Ziel ist. Daran arbeiten wir täglich, neben unserer Hauptaufgabe, junge Leute im dualen System auszubilden. Wir hatten gerade erst eine große Ausstellung über drei Wochen zum Thema "Gewalt gegen Frauen", die auf viel Resonanz gestoßen ist.

Emma Feußner: Gerade die Ausstellung hat gezeigt, dass etwas, das für viele Menschen zum Alltag gehört, erst sichtbar gemacht werden muss, damit sich Menschen angesprochen fühlen. Ich glaube, einige der männlichen Schüler waren von dem ein oder anderen Aspekt überrascht. Dieses Prinzip lässt sich auch auf die Weihnachtsaktion übertragen.

Inwiefern macht sich die Arbeit an dem Weihnachtsprojekt im persönlichen Alltag bemerkbar?

Hannes Leinker: Ich glaube schon, dass das, was wir hier in der Schule erleben, den Alltag vieler und die Interaktion untereinander beeinflusst. Es geht dabei ja auch viel um Bewusstsein und das nimmt man einfach automatisch mit.

Niklas Schünemann: Das kann ich bezeugen. Ich bin seit fünf Jahren hier, habe auch das Abitur hier gemacht, und es ist einfach ein schönes Gefühl. Das ist schwer auszudrücken, aber es ist ein Umfeld, in dem man gerne zur Schule geht.

Ursula Markgraf: Dass wir eine Schule sind, die gewissermaßen ein Querschnitt der Gesellschaft ist, hilft natürlich, die verschiedenen Aspekte des Lebens, sei es kultureller oder sozialer Natur, abzudecken und zu besprechen. Der Ehrenamtspreis zeigt uns, dass wir etwas richtig machen und dass das Engagement anerkannt wird. Das freut uns einfach.

Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Schülern und Lehrern des Berufskollegs Ulrepforte
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