Sie sind hier: Home > Regional > Köln >

Nach Kölner Missbrauchsgutachten: Umbenennung von Platz am Dom gefordert

Nach Missbrauchsgutachten  

Umbenennung von Platz am Kölner Dom gefordert

22.03.2021, 08:43 Uhr | t-online

Nach Kölner Missbrauchsgutachten: Umbenennung von Platz am Dom gefordert. Die Kreuzblume vor dem Kölner Dom (Archivbild): Der Kardial-Höffner-Platz unterhalb der Domplatte soll umbenannt werden, fordern erste Stimmen. (Quelle: imago images/Future Image)

Die Kreuzblume vor dem Kölner Dom (Archivbild): Der Kardial-Höffner-Platz unterhalb der Domplatte soll umbenannt werden, fordern erste Stimmen. (Quelle: Future Image/imago images)

Im Gutachten zum Umgang mit sexualisiertem Missbrauch im Erzbistum Köln wurde auch der verstorbene Kardinal Joseph Höffner belastet. Darum wird nun die Umbenennung eines nach ihm benannten Platzes gefordert.

Erst seit 2008, nach achtjährigen Bemühungen der Namensgebung, hat der Platz vor dem Hauptportal des Kölner Doms unterhalb der Domplatte seinen Namen: Kardinal-Höffner-Platz heißt der Ort, an dem die Kreuzblume steht, eine Kopie einer der Domspitzen. Doch nach den nun enthüllten Pflichtverletzungen des 1987 verstorbenen Erzbischofs bringen erste Stimmen die Umbennennung des Platzes ins Spiel.

In der "Rheinischen Post" sagte die ehemalige Kölner Bürgermeisterin und Bundestagsabgeordnete Elfi Scho-Antwerpes, der Platz solle angesichts der neuen Erkenntnisse "definitiv umgewidmet werden". Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" erklärte sie, dass ihr insbesondere Höffners Wappenspruch "Iustitia et caritas" (Gerechtigkeit und Nächstenliebe) aufstoße. Die SPD-Politikerin sitzt seit 2004 im Kölner Stadtrat.

OB Reker: "Verfolgen Entwicklungen sehr genau"

Auch beim Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln fand der Vorschlag Anklang: Man wolle das Thema demnächst zur Diskussion einbringen, sagte ein Mitglied der "Rheinischen Post". Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker wollte sich der Zeitung gegenüber zum aktuellen Zeitpunkt nicht zu der Frage äußern. Man werde jedoch die Entwicklungen rund um die Missbrauchsstudie "sehr genau" verfolgen und sich mit den Konsequenzen beschäftigen.

Der zuständige Bezirksbürgermeister der Innenstadt, Andreas Hupke, äußerte sich zurückhaltend. "Bei aller Dramatik in der jetzigen Situation wünsche ich mir keine Schnellschüsse aus der Hüfte zur Lösung des Problems", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Er werde den Mitgliedern der Bezirksvertretung Innenstadt den Vorschlag machen, ein hochkarätiges Gremium einzuberufen, dem auch Sprecher der Betroffenen von sexuellem Missbrauch in der Kirche angehören sollen. Dieses solle dann eine Empfehlung für den Umgang mit dem Platz aussprechen.

Im Missbrauchsgutachten des Kölner Erzbistums war neben dem ehemaligen Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner auch dessen Vorgänger Kardinal Joseph Höffner belastet worden. Höffner habe insgesamt acht Pflichtverletzungen begangen, heißt es in dem Bericht, darunter sechs, weil er seiner Pflicht zur Aufklärung von Fällen sexuellen Missbrauchs nicht nachgekommen sei.

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal